Mit Exotik viel Romantik im Laupheimer Schloss

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Das Ja-Wort im Laupheimer Schloss: Henny Schulte-Umberg heiratete den Engländer Sahan Amer vor Gästen aus drei Ländern.
Das Ja-Wort im Laupheimer Schloss: Henny Schulte-Umberg heiratete den Engländer Sahan Amer vor Gästen aus drei Ländern. (Foto: Axel Pries)
Schwäbische Zeitung

Ein bisschen Englisch, ein bisschen Deutsch, zwei Kulturen, zwei schöne Menschen, ein hübsches Kind und die faszinierende Geschichte einer Liebe auf verschiedenen Kontinenten: Diese ungewöhnliche Hochzeit hat am Freitag wahrlich Romantik der exotischen Art in das Laupheimer Schloss gebracht. Henny Schulte-Umberg, in Laupheim aufgewachsen, und der Engländer Sahan Amer, mit indischen Wurzeln, gaben sich dort unter den Augen des Standesbeamten Rainer Ganser das Ja-Wort – begleitet von Familienangehörigen aus drei Ländern. Und eigentlich leben auch die beiden nicht in Laupheim, aber für die Hochzeit kehrte die 35-jährige mit ihrem Bräutigam von Bali in ihre winterliche Heimatstadt zurück.

Unter dem Gewölbe des Trauzimmers ließ der Standesbeamte sich bei der Zeremonie vor zwei Dutzend Teilnehmern viel Zeit, die Liebesgeschichte des Paares zu verlesen und übersetzen zu lassen. Es ist eine Geschichte, wie Hollywood und Bollywood sie kaum besser hätten inszenieren können: die der hübschen deutschen Studentin im Jahr 2007 auf der indonesischen Insel Java. Die es aber meist nach Bali zog – der besseren Surfwellen wegen. Es ist auch die Geschichte des englischen jungen Mannes, der sich zur gleichen Zeit in Indien die ersten Sporen als Marketingmanager bei seinem Onkel verdiente. Mit Cousins reiste Sahan dabei im Urlaub durch Südost-Asien und lernte auf Bali eines Abends in Surferkreisen jene junge blonde Surferin kennen, die an dem Tag vor einer übergroßen Welle hatte kapitulieren müssen. Sie plauderten und taten, was alle Surfer am liebsten tun: Surf-Videos anschauen. Aber bei dieser Begegnung blieb etwas hängen zwischen beiden. Es dauerte noch Wochen und brauchte eine philosophische Spaziernacht, ehe sie ein Paar wurden – aber dann ließen sie einander nicht mehr los. Auch nicht mehr, als sie wieder nach Hamburg und er nach London zurückkehrte und sie endlose Stunden am Telefon verbrachten. Die Erkenntnis: Diese Begegnung war mehr als ein Sommerflirt. Sie besucht ihn, er sucht einen Job in Hamburg, zieht schließlich bei ihr ein. Henny beendet dort 2011 ihr Studium, und beide beschließen, nach Bali zurückzukehren. Dort ist es warm, sind die Wellen, die sie beide lieben. Dort lockt das einfachere Leben, das beide suchen – dort hatte sie auch einen guten Job gefunden, ist er heute Salesdirector einer großen Firma. Auf der sagenumwobenen Insel kommt schließlich 2014 ihr Sohn Kailan Tane zur Welt. Beide sind sich nun ganz sicher: Es soll geheiratet werden. Das ginge auf Bali aber nur in religiösem Stil, weshalb sie Laupheim für die Trauung wählen und viele verschiedene Menschen in das Schloss einladen – für eine lebendige, aber bei aller Exotik und Romantik eher schlichte Zeremonie. Bei den Vorbereitungen ist Harry Weber, ein alter Freund der Braut in Laupheim, ein wichtiger Helfer gewesen.

Die frühere Marketingmanagerin versteht sich auf stilvolle Trauungen: Als Hochzeitsplanerin macht sie sich nämlich gerade selbstständig. Dann wird Bali Location für die Traumhochzeiten australischer Paare.

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