Schwäbische Zeitung

Das Museum Villa Rot bekommt mit dem Kunstwissenschaftler Marco Hompes einen neuen Leiter. Er wird zum 1. April 2017 die Nachfolge von Linnea Streit antreten. Wie das Museum mitteilt, hätten sich die Hoenes-Stiftung als Rechtsträger des zeitgenössischen Ausstellungshauses und die bisherige Museumsleiterin „aufgrund unterschiedlicher inhaltlicher und programmatischer Vorstellungen im beiderseitigen Einvernehmen getrennt“. Linnea Streit hatte die Stelle erst am 1. Januar von Stefanie Dathe übernommen, die ins Ulmer Museum gewechselt war.

Bereits in den ersten Wochen hätten sich in der täglichen Arbeit die unterschiedlichen konzeptionellen Vorstellungen beider Seiten herauskristallisiert, erklärte Marketingchef Marcel Hess der Schwäbischen Zeitung auf Nachfrage. Detailliertere Angaben wollten weder die Hoenes-Stiftung noch die 28-jährige Linnea Streit selbst machen, fügte Hess an.

Vielmehr wolle man nach vorne schauen und sei froh, mit Marco Hompes schnell einen ebenfalls noch recht jungen Nachfolger gefunden zu haben. Der 32-Jährige war zuletzt im Ulmer Museum für die Öffentlichkeitsarbeit und die Museumspädagogik zuständig und unterrichtete Kunstwissenschaften an der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung (HfK+G) in Ulm. Der Wechsel nach Rot sei auch auf Empfehlung von Stefanie Dathe zustande gekommen, erklärte Hess.

Marco Hompes studierte Kunstwissenschaften, Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis sowie Philosophie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie an der Universitäten Heidelberg, Karlsruhe und Amsterdam. Nach einem wissenschaftlichen Volontariat in der Städtischen Galerie Karlsruhe war er unter anderem als Lehrbeauftragter im Fachbereich Kunstgeschichte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), als freier Kurator sowie in der Kunstvermittlung, unter anderem im Museum Frieder Burda in Baden-Baden, tätig.

Bereits für das Frühjahr ist im Museum Villa Rot die nächste Ausstellung geplant mit Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler über Das geheime Leben der Dinge, bevor das Kooperationsprojekt mit inter!m über die Sommermonate präsentiert wird, das sich mit der Bedeutung von Textilien auf der Schwäbischen Alb auseinandersetzt. Im Herbst/Winter 2017/18 wird dann die Kindheit in all seinen Facetten künstlerisch beleuchtet.

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