Mangold wechselt zur Offenen Liste

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Raphael Mangold will künftig Stadtrat der Offenen Liste sein. (Foto: arc)
Schwäbische Zeitung
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26 Sitze sind bei der Kommunalwahl am 25. Mai für den Laupheimer Gemeinderat zu vergeben. Mit Hochdruck arbeiten die Fraktionen daran, ihre Kandidatenlisten zu vervollständigen. Wer bewirbt sich erstmals, wer erneut und wer nicht mehr? Die Schwäbische Zeitung hat sich umgehört. Heute Teil eins: die CDU.

„Am 19. März haben wir im Kolpinghaus Nominierungsversammlung“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Burkhard Volkholz. „Bis dahin geben wir keine Namen von Kandidaten bekannt.“ Die eine oder andere Personalie lässt er sich dann aber doch entlocken. Franz Romer, Wilhelm Glocker und er selbst treten wieder an. Annemarie Ginder dagegen verabschiedet sich aus der Kommunalpolitik, ebenso Brigitte Angele, die Stimmenkönigin.

Angeles Abschied sei „ein herber Verlust“ für die Laupheimer CDU, bedauert der Stadtverbandsvorsitzende Christoph Burandt. Seit 1984 sitzt sie am Ratstisch, bei der Wahl 2009 bekam sie 7131 Stimmen. Aus privaten Gründen zieht sich die 68-Jährige jetzt zurück; auch für den Kreistag, dem sie seit 1989 angehört, wird sie nicht mehr kandidieren.

Und noch einen Verlust müssen die Christdemokraten verkraften: Raphael Mangold, der 2009 als Neuling mit 5863 Stimmen auf Anhieb das zweitbeste Ergebnis aller 107 Bewerber holte, wechselt das Lager. Am Montagabend wollte er der CDU-Fraktion mitteilen, „dass ich wieder kandidiere, allerdings für die Offene Liste“, so der Mediziner auf Anfrage der SZ. Mit der OL hatte Mangold zuletzt recht offensichtlich geflirtet.

„Ich gehe nicht im Zorn“, betont der Noch-Stadtrat der CDU, der kein Parteibuch besitzt. In den Reihen der OL und in der künftigen Zusammensetzung des Gemeinderats hoffe er aber vermehrt einen kritischen Diskurs pflegen zu können, auch über das Handeln der Stadtspitze. Die Offene Liste will ihre Bewerber am Donnerstag im „Gartenheim“ nominieren.

Fast 13 000 Stimmen haben Angele und Mangold vor fünf Jahren für die CDU eingefahren. Wer könnte es ihnen gleich tun? Christoph Burandt ist „guten Mutes“, auch mit neuen Gesichtern zu punkten – „wir werden eine ausgewogene Liste präsentieren, auf der auch die Jugend vertreten ist“.

Bei der Gemeinderatswahl 2009 lag die CDU mit 34,7 Prozent Gesamtstimmenanteil knapp hinter den Freien Wählern (36,5 Prozent); beide Fraktionen errangen zehn Sitze. „Dieses Ergebnis wollen wir halten“, sagt Burkhard Volkholz. Mehr werde kaum möglich sein. Ein Ziel sei, dieses Mal wieder ein Mandat in Obersulmetingen zu holen – „da sind wir guter Hoffnung“.

Die Kandidatenliste der CDU ist laut Volkholz „zu 95 Prozent voll“. Aufgefallen ist ihm, „dass sich nur wenige Frauen für eine Kandidatur begeistern lassen“, meist aus familiären Gründen. Auch müsse man möglichen Bewerbern immer mal wieder versichern, „dass es bei uns keinen Partei- und keinen Fraktionszwang gibt“. Auf kommunaler Ebene werde unabhängig und frei agiert – „da geht es allein um die Sache, und man muss auch nicht Parteimitglied werden“.

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