Letters and Trees spielen beim Summernight

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In der Gunst der Jury ganz weit vorn: die Band Letters and Trees aus Laichingen.
In der Gunst der Jury ganz weit vorn: die Band Letters and Trees aus Laichingen. (Foto: Christian Reichl)
Schwäbische Zeitung
Christian Reichl

Die drei Newcomerbands Time to Rise, Letters and Trees und Mischa sind beim Nachwuchsfestival am Ostersonntag im Jugendzentrum Laupheim gegeneinander angetreten. Der glückliche Gewinner Letters and Trees darf sich nun auf einen Auftritt beim Summernight-Festival 2018 freuen.

In den Tiefen der Gewölbekeller des Jugendzentrums hat sich beim diesjährigen Nachwuchsfestival eine interessante Mischung aus Rock und Metal zusammengebraut. Den Auftakt machten die vier Jungs von Time to Rise. Die Band aus Nürtingen, bestehend aus Gesang, Gitarren, Bass und Schlagzeug, gründete sich 2012 im Rahmen eines Schulprojekts. Im vergangenen Jahr ist ihre erste EP mit dem Titel „Wars“ erschienen. Einen Auszug aus diesem Album gab es für die Juze-Besucher auf die Ohren. Die Texte sind überwiegend in englischer Sprache verfasst, doch auch ein deutscher Song befindet sich im Repertoire. „Wir wissen noch nicht genau, wo die Reise hingehen soll. Derzeit probieren wir einfach verschiedene Sachen aus“, sagt Sänger Patrick Bauer. Mit harten Riffs, Double-Bass und dem Gesang des Frontmanns inklusive Growling – dem aggressiven Kehlgesang, der für Metal und Hardcore szenetypisch ist –, heizten die Jungs dem Publikum ein.

Der nächste Anwärter für das goldene Ticket zum Summernight-Festival hieß Letters and Trees. Die sechsköpfige Band aus Laichingen im Alb-Donau-Kreis hatte ihren ersten großen Auftritt bei einem Open-Air bereits beim Obstwiesenfestival 2015. Ein Jahr später haben die Musiker ihr in Eigenregie produziertes Debütalbum „Avalanche“ veröffentlicht. Dieser Name ist Programm, denn der Sound, der von den Bandmitgliedern stilistisch als Electronic Post Rock definiert wird, klingt tatsächlich wie eine Lawine.

Mit epischen Synthesizer-Melodien, einer Palette an Effektgeräten und dem klaren Gesang von Frontmann Jonathan Ettensberger haben die Jungs einen Sound geschaffen, der auf der einen Seite rockig und hart, auf der anderen Seite aber auch stark elektronisch angehaucht und harmonisch klingt. Das Publikum wirkte wie gefesselt, unter Zugabe-Rufen verließen Letters and Trees die Bühne.

Deutsche Texte gepaart mit Gitarre, Bass, Keys und Schlagzeug – das zeichnet die Biberacher Rockband Mischa aus. 2016 gegründet, befinden sie sich derzeit auf Wohnzimmer-Akustik-Tour durch verschiedene Städte in Baden-Württemberg und geben Konzerte in privaten Wohnzimmern und Wohngemeinschaften. Im vergangenen Jahr haben die fünf Musiker bereits auf dem Altheim-Open-Air gespielt. Derzeit arbeiten sie an ihrer ersten offiziellen EP.

Als Schlusslicht auf der Bühne rockten sie das Publikum mit ihren Titeln wie „Mädchen“, „Tauchsta-tion“ und „Mein bester Feind“. Die selbstgeschriebenen Texte von Frontsängerin Mimi Elsässer erzählen Geschichten aus dem Leben: Trennungen, Ausbruch aus dem Alltag, Enttäuschungen. Diese tiefgründigen Texte und der kräftige Rocksound haben die Gäste gefesselt und zum Tanzen bewegt.

Die Jury, die sich aus dem Vorstand von Summernight-Festival und Jugendzentrum zusammensetzt, hat sich daraufhin zur Beratung zurückgezogen. Gegen Mitternacht wurde das mit Spannung erwartete Ergebnis bekannt gegeben. Es sei eine enge Entscheidung zwischen Platz eins und zwei gewesen, hieß es. Doch die Sieger des Nachwuchsfestivals heißen Letters and Trees, gefolgt von Mischa auf dem zweiten Platz. Rang drei belegten die Jungs von Time to Rise.

Die Gewinnerband zeigte sich glücklich: „Für uns war es unerwartet, doch jetzt freuen wir uns natürlich umso mehr.“

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