Laupheim unterliegt im Derby

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 Torschützen unter sich: Laupheims Sasch Topolovac (hinten) und Philipp Schleker von Ehingen-Süd.
Torschützen unter sich: Laupheims Sasch Topolovac (hinten) und Philipp Schleker von Ehingen-Süd. (Foto: Volker Strohmaier)
Michael Mader

Der FV Olympia Laupheim hat das zweite Heimspiel in der Fußball-Verbandsliga in Folge verloren. Im Derby gegen den SSV Ehingen-Süd unterlag der Aufsteiger mit 1:2 (1:0). Für Laupheim war Kapitän Sascha Topolovac erfolgreich, die Ehinger Torschützen hießen Filip Sapina und Philipp Schleker.

Es wurde immer dunkler vor 750 Zuschauern im Laupheimer Olympia-Stadion, das nicht mit Fluchtlicht ausgestattet ist, doch noch sind die Lichter für den FV Olympia Laupheim in der Verbandsliga nicht ausgegangen – trotz der Niederlage im Derby. „Wir sind jetzt niedergeschlagen, aber wir werden die Köpfe nicht hängen lassen“, sagte Fabian Ness, der diesmal im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde. Der etatmäßige Sechser Julian Haug hatte sich am Nachmittag mit Schwindelproblemen bei Trainer Hubertus Fundel abgemeldet. So musste auch Jonas Dress überraschend ran, dessen Einsatz wegen seiner gerade abgeklungenen Verletzung eigentlich nicht vorgesehen war. „Er musste spielen, ich hatte gar keine andere Wahl“, erklärte der Laupheimer Übungsleiter die Maßnahme.

Lense kehrt ins Tor zurück

Auch Julius Lense stand plötzlich wieder im Tor – nach vier Monaten Pause und zwei Einsätzen im Bezirksligateam. „Ich war selbst überrascht, als ich eine Stunde vor dem Spiel erfuhr, dass ich spiele.“ Der erfahrene Keeper war angefressen und auch mit Süd-Stürmer Semir Telalovic verbal aneinandergeraten wegen der Szene in der 63. Minute, als Schiedsrichter Michael Zeiher aus Ludwigsburg auf Eckball für die Gäste entschied. „Das war ganz klar Abstoß“, beteuerte Lense.

Aus dieser Ecke resultierte der Ausgleich für Ehingen-Süd, das bis dahin vergeblich versucht hatte, den Laupheimer Abwehrriegel zu knacken. An Freund und Feind vorbei landete der Ball bei Sapina, der aus drei Metern nur noch einschieben brauchte.

Das Tor war fast eine Dublette des Laupheimer Führungstreffers nach 13 Minuten, als Topolovac den Ball allerdings mit dem Kopf am kurzen Pfosten stehend in den Ehinger Kasten beförderte. „Laupheim hat es sehr gut gemacht und ist verdient mit der Führung in die Pause gegangen“, sagte Süd-Trainer Michael Bochtler. Das 1:0 war für die Kirchbierlinger sogar schmeichelhaft, denn zweimal war Narciso Filho am linken Flügel schneller als die gesamte gegnerische Abwehr, traute sich aber nicht selbst abzuschließen. „Wir waren viel zu hektisch und hatten in der ersten Halbzeit keine echte Torchance“, musste Bochtler anerkennen.

Als Folge daraus stellte er um, sein Team spielte fortan mit zwei Spitzen und erhöhte den Druck. Laupheim kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus und musste viel mit langen Bällen operieren. „Wir haben bis zum Ausgleich sehr gut verteidigt, durch die umstrittene Szene sind wir aber dann etwas aus dem Tritt geraten“, sagte Fabian Ness. Und sein Trainer wurde noch deutlicher: „Wir haben unseren Matchplan erfüllt, aber dieser Eckball und die danach vergebene Großchance von Stefan Steinle waren spielentscheidend. Das Tor von Schleker war nicht zu verteidigen, das war Qualität“, so ein enttäuschter Hubertus Fundel. „Ich wollte schlenzen, das war aber die falsche Entscheidung“, erklärte Steinle seinen Schuss aus kurzer Distanz, der fast wie ein Rückpass anmutete.

Zudem vertändelte der eingewechselte Lukas Engel sechs Minuten vor Schluss noch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Allerdings hätten Timo Barwan und im Nachschuss Aaron Akhabue drei Minuten später für die Kirchbierlinger den dritten Treffer und so alles klar machen müssen.

Das wollen die Gäste jetzt am Samstag zu Hause gegen Neckarrems. „Mit einem Sieg dürften wir durch sein“, so Bochtler. Für Laupheim geht es dagegen zur Mannschaft der Stunde in der Verbandsliga. „In Heiningen wird es sehr schwer, zumal sich mit Philipp Fischer heute noch ein weiterer Spieler verletzt hat. Aber egal: Im Notfall werfe ich halt noch einen 18-Jährigen ins kalte Wasser“, nahm es Fundel mit Galgenhumor. Als Optimist entpuppte sich der Sportliche Leiter der Olympia, Stefan Rampf: „Da wir noch zu Hause gegen Tübingen, Löchgau und Neckarrems spielen, können wir es noch selbst packen.“

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