Laupheim im Fokus der Fotografie

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Fotografiert werden und ein Statement für die Fotografie abgeben – darauf zielte diese sympathische Aktion dreier Aussteller.
Fotografiert werden und ein Statement für die Fotografie abgeben – darauf zielte diese sympathische Aktion dreier Aussteller. (Foto: Axel Pries)
Redaktionsleiter

Einmal mehr haben sich die Internationalen Laupheimer Fototage als Publikumsmagnet erwiesen. Mehr als 1000 Besucher wurden am Wochenende gezählt. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, zeigte sich der Hauptorganisator Otto Marx vom Laupheimer Fotokreis zufrieden mit der Resonanz.

Besonders gefreut haben Marx die vielen positiven Rückmeldungen von Besuchern, Ausstellern und Referenten. Sie alle schätzen die lockere, nachgerade familiäre Atmosphäre, und vor allem jene, die zum ersten Mal da sind, bestaunen das treffliche Ambiente von Kulturhaus und Schloss. „Diese Veranstaltung ist bundesweit einzigartig“, sagte Martin Breutmann, Herausgeber der Zeitschrift „Fotoforum“, bei der Eröffnung am Samstag. Er schenkte den Fotokreis-Mitgliedern zum 30. Geburtstag der Laupheimer Fototage 30 Jahres-Abonnements.

Otto Marx präsentierte das erste Programm von 1989, noch auf der Schreibmaschine getippt. Viel hat sich seither gewandelt: Statt analog wird digital fotografiert, Fine-Art-Prints haben die Abzüge aus der Dunkelkammer abgelöst, Multivisionsschauen die Diavorträge.

Laupheim sei aktuell das älteste Fotofestival in Deutschland, erklärte Wolfgang Rau, Präsident des Deutschen Verbands für Fotografie (DVF). Solche Events seien wichtig, um Fotografie zu erleben, Ausstellungen zu sehen, sich Anregungen zu holen und auszutauschen. Er hoffe, dass Otto Marx die Organisation noch eine ganze Weile weiter so vorbildlich bewerkstelligen werde, sagte Rau. „Das nächste Mal auf jeden Fall noch“, bestätigte Marx der „Schwäbischen Zeitung“.

Das Auge mochte sich kaum sattsehen an den Bildern, die Meister ihres Fachs präsentierten: berückende Aufnahmen der Jugendgruppe der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen; Spektakuläres aus Grönland, Kuba und Afrika; satirisch angehauchte Photoshop-Kreationen von Matthias Schwaighofer; Hochkarätiges von Wettbewerbssiegern. Schlicht obercool: Bilder vom ewigen Eis, ausgestellt im Eiskeller des Kulturhauses.

Michael Martin ließ in 70 Minuten sein Fotografenleben Revue passieren, von den ersten, ebenso unbekümmerten wie tollkühnen Reisen in afrikanische Wüsten mit Mofa und klapprigen Autos bis zu seinem aktuellen Projekt „Terra“, das zehn „Gesichter“, sprich Regionen der Erde porträtiert. Sein Vortrag durchmaß en passant mehrere Kapitel Zeitgeschichte der Fotografie.

Adrian Rohnfelder aus Bad Homburg, 50, studierter Betriebswirt, würde gern hauptberuflich von seinen Reportagen leben. In wenigen Tagen erscheint sein erstes Buch. Vulkane ziehen ihn magisch an – „dort ist man dem Ursprung der Erde nahe“. Über sieben abenteuerliche Reisen zu den höchsten Vulkanen aller Kontinente hat er in Laupheim berichtet. „Aber nicht die Gipfel, sondern die Bilder und die Geschichten sind mein Ziel.“

Zwei Dutzend Aussteller informierten über Neuheiten bei der Ausrüstung und Bildbearbeitung. Erstmals bei den Fototagen vertreten war der Laupheimer Dietmar Osswald. Er importiert Drohnen eines führenden Herstellers aus China und beliefert Händler und Endkunden. Die großen Modelle können locker eine Spiegelreflexkamera transportieren.

Am Sonntag wurden die Sieger der Landesfotomeisterschaft des DVF Baden-Württemberg geehrt. Ein Bericht dazu folgt, ebenso eine Bildergalerie.

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