„Laupheim hat dieses Krankenhaus verdient“

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Adriana Häußler und Berthold Zieher kämpfen für den Erhalt des Laupheimer Krankenhauses und hoffen auf breite Unterstützung aus
Adriana Häußler und Berthold Zieher kämpfen für den Erhalt des Laupheimer Krankenhauses und hoffen auf breite Unterstützung aus (Foto: Ray)
Schwäbische Zeitung

In der Diskussion um die Zukunft der Kreiskliniken hat sich jetzt der Laupheimer Betriebsrat zu Wort gemeldet. „Wir wollen für den Erhalt unseres Krankenhauses kämpfen“, sagt die Vorsitzende Adriana Häußler. Sie hofft auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung.

Von unserem Redakteur Roland Ray 

Kreisverwaltung und Kreistag beraten über die Zukunft der vier Kliniken, in Riedlingen wurden bereits mehr als 7200 Unterschriften für den Fortbestand des dortigen Krankenhauses gesammelt. In Laupheim dagegen sei es noch verwunderlich ruhig, findet Adriana Häußler. Sie hat deshalb Kontakte gesucht – zu Awo, VdK und Senioren – und beim Bürgermeister vorgesprochen. Und sie setzt darauf, dass der Kreissparkassensaal proppenvoll ist, wenn dort nächsten Donnerstag Landrat Dr. Heiko Schmid und Klinikgeschäftsführer Hartmut Masanek die aktuellen Überlegungen vorstellen.

„Wir hoffen, dass viele Bürger da sind und ihre Sorgen vortragen“, sagt Häußlers Betriebsratskollege Berthold Zieher – „und dass es bei den Kreisräten ankommt.“ Jetzt sei der Entscheidungsprozess noch in einem Stadium, „wo man vielleicht etwas bewegen kann, für die Stadt Laupheim und das Umland. Wir wollen vorher kämpfen, nicht nachher“. Ziehers Wunsch: „Die Bevölkerung soll sich beteiligen und überlegen, was wäre wenn...“

Der Betriebsrat der Kreisklinik Laupheim vertritt die Interessen von mehr als 300 Mitarbeitern. „Wir möchten erreichen, dass an unserem Krankenhaus auch künftig die Grund- und Notfallversorgung gewährleistet ist, sowohl internistisch als auch chirurgisch“, betonen Häußler und Zieher. Dazu gehörten Labor, Röntgenabteilung und Klinikbetten. Laupheim brauche eine solche medizinische Versorgung, „der Kreis steht da irgendwo in der Pflicht“. Das Krankenhaus sei ein Standortvorteil, den auch die in Laupheim ansässigen Firmen und Neubürger schätzen. Besonders für ältere Menschen seien kurze Wege zum nächsten Krankenhaus wichtig.

„Laupheim hat dieses Haus verdient“, unterstreichen Häußler und Zieher. Es sei gut aufgestellt, „viele Fachgebiete sind abgedeckt“. Immer wieder sei man Vorreiter im Kreis bei organisatorischen Veränderungen gewesen: „Auch das Belegarzt-Modell haben wir als Erste ausprobiert. Wir haben immer mitgezogen.“

Ein rein ambulantes medizinisches Versorgungszentrum wäre ein Qualitätsverlust für die hiesige Bevölkerung, warnen die beiden Klinik-Betriebsräte. Mit rückläufigen Patientenzahlen ginge ein Kaufkraftverlust für die Stadt einher. Im Übrigen habe das Laupheimer Krankenhaus eine Größe, bei der auch das Menschliche zum Tragen komme – auch diese Qualität gelte es zu bewahren. „Man muss überlegen, ob nur Zahlen zählen“, sagt Adriana Häußler. Viele Jahre habe der Landkreis in das dezentrale System investiert, gibt sie zu bedenken – „im benachbarten Alb-Donau-Kreis funktioniert es doch auch“. Der im Klinik-Gutachten genannte Investitionsbedarf von 33 Millionen Euro für Laupheim sei zwar eine stolze Summe, doch würden die Ausgaben über einen Zeitraum von mehreren Jahren gestreckt.

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