Landratsamt pocht auf Hochwasserschutz

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In diesem Bereich an der Obersulmetinger Straße möchten die Ober- und Untersulmetinger ein Versorgungszentrum verwirklichen. Im
In diesem Bereich an der Obersulmetinger Straße möchten die Ober- und Untersulmetinger ein Versorgungszentrum verwirklichen. Im Hintergrund das Feuerwehrhaus Untersulmetingen. (Foto: Archiv: Roland Ray)
Redaktionsleiter

Einen Dämpfer haben die Bestrebungen bekommen, zwischen Unter- und Obersulmetingen ein Versorgungszentrum für beide Laupheimer Teilorte zu bauen. Mit Verweis auf den Hochwasserschutz würde das Landratsamt Biberach dies nur auf der südlich an das Feuerwehrhaus Untersulmetingen anschließenden, vor einigen Jahren aufgeschütteten Fläche genehmigen, informierte Oberbürgermeister Gerold Rechle am Montag den Gemeinderat. Das würde die baulichen Möglichkeiten arg begrenzen.

Den angedachten Vorhaben auf dem nicht aufgeschütteten Nachbarflurstück könne nicht zugestimmt werden, bestätigte das Landratsamt auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Bei einem 100-jährlichen Riß-Hochwasser sei in diesem Bereich mit Überflutungstiefen von 60 bis 100 Zentimeter zu rechnen. „Hierbei sind insbesondere die Auswirkungen auf das Schutzgut Gesundheit zu beachten und zu bewerten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Aus fachlicher Sicht bestehen hier erhebliche Risiken, welche eine entsprechende Nutzung nicht zulassen.“

„Wir haben jetzt zwei Optionen“, resümierte Rechle. Erstens: Das Versorgungszentrum kommt mit der laut Landratsamt genehmigungsfähigen Fläche aus – „dann könnten wir relativ schnell ein Bebauungsplanverfahren in Gang setzen“. Oder aber die Stadt ringt an höherer Stelle um die größere Fläche – das könnte die Realisierung des Vorhabens zumindest erheblich verzögern. Die Ortschaftsräte sollen jetzt diskutieren, in welche Richtung es geht. „Ich persönlich gehe jeden Weg mit“, sagte Rechle. „Es muss aber klar sein: Wenn wir weiterkämpfen, geht weitere Zeit ins Land.“

„Ich bin maßlos enttäuscht“, sagte der Obersulmetinger Stadtrat Alfred Brehm (CDU). Die aufgeschüttete Fläche ermögliche nur ein kleines Versorgungszentrum; der Bedarf wäre nur zur Hälfte gedeckt, potenzielle Investoren könnten das Interesse verlieren. Er hätte sich vom Landratsamt konstruktive Vorschläge gewünscht, so Brehm – „Bürgerunterstützung sieht anders aus“.

Auch Untersulmetingens Ortsvorsteher Franz Romer zeigte sich enttäuscht. Aus Biberach komme zu wenig Unterstützung, kritisierte er im Gespräch mit der SZ – „die Bremser sitzen im Landratsamt“. Der Untersulmetinger Ortschaftsrat habe einmütig für die große Lösung gestimmt, sie sei unverändert das Ziel.

In dem Versorgungszentrum könnten sich, so die Hoffnung in Unter- und Obersulmetingen, Lebensmittelgeschäfte, ein Getränkehandel oder ein Bistro niederlassen; Arzt und Frisör könnten dort ansässig werden, Seniorenwohnungen entstehen. Und nicht zuletzt wäre es ein Treffpunkt für ältere Menschen. Man wolle Vorsorge treffen und ein Grundangebot am Ort erhalten, sagt Obersulmetingens Ortsvorsteher Elmar Dehler.

Der zwischen den Teilorten gelegene Standort gilt den kommunalen Gremien geografisch als ideal. Die Gefahrenlage wird anders eingeschätzt als im Landratsamt.

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