„Kräha-Weiber“ veranstalten erstmals eigenen Narrensprung

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Die Laupheimer „Kräha-Weiber“ krächzen – und 90 Gruppen folgen dem Ruf zum Narrensprung nach Laupheim.
Die Laupheimer „Kräha-Weiber“ krächzen – und 90 Gruppen folgen dem Ruf zum Narrensprung nach Laupheim. (Foto: Bernd Baur)
Schwäbische Zeitung

Seit elf Jahren gibt es die Fasnetszunft „Kräha-Weiber“ in Laupheim. Die nur 16 Mitglieder starke Gruppe fristet bislang ein eher unauffälliges Dasein in der Stadt. Das soll sich bald ändern: Am Sonntag, 7. Januar, veranstaltet sie ihren ersten eigenen Narrensprung in Laupheim. 91 Gruppen haben sich angemeldet.

Umzugserfahrung haben die „Kräha-Weiber“ jede Menge, denn seit der Gründung im Jahr 2006 ist die Teilnahme an derartigen Events der Hauptzweck des Vereins. „Wir sind viel rumgekommen und wurden zuletzt immer häufiger darauf angesprochen, ob wir nicht selbst mal einen Umzug veranstalten wollen“, sagt Zunftmeister Bernd Wörz. Letztlich sei der „Druck“ so groß geworden, dass man – gerne freilich – nachgegeben habe. Als Premierentermin wählte man nicht ohne Grund das Jahr 2018. „Die Laupheimer Dürnachhexen haben an einer kurzen Fasnet bislang immer auf ihren Narrensprung verzichtet. Also haben wir uns gedacht: Dann springen wir dieses Mal ein“, erzählt Wörz. Erst später habe man erfahren, dass die Dürnach-hexen heuer der kurzen Saison trotzen und am 28. Januar ihren Narrensprung veranstalten. „Jetzt gibt’s hier halt zwei Umzüge, aber das verträgt Laup-heim locker“, ist sich der Chef der „Kräha-Weiber“ sicher.

Für die Dürnachhexen sei das auch gar kein Problem. Im Gegenteil: Sie jucken nicht nur mit am 7. Januar, sondern helfen an dem Tag auch noch bei der Bewirtung. Auch weitere befreundete Zünfte unterstützen die „Kräha-Weiber“, die den Großteil der Organisation aber ganz alleine stemmen. „Wir sind zwar eine kleine Zunft, haben aber einen großen Zusammenhalt. Jeder ist für jeden da“, sagt Bernd Wörz. „Und wir alle freuen uns schon auf unseren ersten eigenen Narrensprung.“

Dieser unterscheidet sich vom Umzug der Dürnachhexen vor allem in der Streckenführung. Aufstellung beziehen die Teilnehmer auf dem Kulturhaus-Parkplatz. Ab 13.30 Uhr, nach dem Startschuss der Laupheimer Böllerschützen, geht’s zur Bühler Straße, auf der ein paar Hundert Meter stadteinwärts gejuckt wird – bis zur Einmündung der Hasenstraße (bei der Bäckerei Baumgärtner). Von dort geht’s hoch bis zur Olympia-Gaststätte, wo sich der Zug auf dem Verkehrsübungsplatz auflöst. „Wir umkreisen also den Kastaniengarten – ganz wie die Laupheimer Krähen“, sagt Kassiererin Elke Siller.

Auch badische Zünfte dabei

Etwa eineinhalb Stunden soll das Spektakel dauern, angemeldet haben sich satte 91 Gruppen. „Unser Termin ist mit der erste in der Saison. Und man merkt: Die Zünfte sind heiß darauf, dass es endlich losgeht“, meint Bernd Wörz. Das Besondere beim Narrensprung der „Kräha-Weiber“: Es sind sowohl die einschlägig bekannten schrägen Gestalten aus der Alb-Donau-Region und dem Großraum Laupheim – darunter neben den Veranstaltern und Dürnachhexen auch die „Laup’r Waidäg“ – als auch Zünfte aus weiterer Entfernung dabei. „Die weiteste Anreise haben mit 230 Kilometern einige Gruppen aus Baden-Baden“, erklärt Elke Siller. „Es wird also viele Narren und Hexen geben, die man hier bisher noch nie gesehen hat.“ Erklärungen zum Hintergrund der einzelnen Gruppen und deren Narrenrufen gibt es während des Umzugs an zwei Sprecherwagen auf beiden Seiten des Kastaniengartens.

Nach dem Ende des Umzugs ist freilich noch lange nicht Schluss: Weitergefeiert wird bei DJ-Musik auf dem oberen Festplatz in einem Zelt und in der Bühlerhalle, wo vormittags auch der Zunftmeisterempfang steigt. „Ins Zelt dürfen nur über 18-jährige Besucher. Die Kontrollen übernimmt ein Security-Service“, macht Bernd Wörz klar. Dagegen hat in die Halle jeder Zutritt. Dort gibt es neben Kuchen und Kaffee auch sonstige Getränke bis hin zum Bier, aber keine Spirituosen. „Wir werden in der Halle auch eine Kinderspielecke einrichten, und im Foyer legt ein DJ Musik für eine Jugenddisco auf“, berichtet der Zunftmeister.

Er rechnet damit, dass sich zwischen 17 und 18 Uhr die Busse mit den auswärtigen Narrenzünften auf den Heimweg machen und die Party danach langsam ausklingt. Allerspätestens um 22 Uhr sei dann Schluss. „Das reicht dann aber auch“, ist sich Bernd Wörz sicher.

Nähere Informationen zur ausrichtenden Zunft und ihrem ersten Narrensprung (mit Teilnehmerliste) gibt es unter: www.kräha-weiber.de

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