„Klangwelten“ ernten Jubelrufe

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Angelika Gretzinger

„Klangwelten – Chor trifft Marimba“ lautete der Titel des Konzertes des Vokalensembles „red mäps“ am Sonntagabend im Laupheimer Kulturhaus. Zurecht durfte Dirigent Joachim Hayd am Ende des gut zweistündigen Auftritts stolz auf seinen Chor und seinen Sohn Joseph Hayd als Solist am Marimbaphon sein.

„Es waren anstrengende Proben und ein anstrengendes Programm“, verriet Hayd am Ende des Konzerts. Die Mühen hatten sich jedoch gelohnt. Mit sehr viel Gefühl und Dynamik schafften es die „red mäps“ den Zuhörern verschiedenste Klangwelten zu präsentieren.

Der Abend begann mit einem Strauß an gefühlvoll vorgetragenen Frühlingsliedern. Gleich zu Beginn zeigten die Sängerinnen und Sänger eindrucksvoll, dass es keines Übermaßes an Technik bedarf, um die Zuschauerreihen in ihren Bann zu ziehen. Die A cappella vorgetragenen klassischen Lieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy verrieten, welch Können in den „red mäps“ steckt. Eine sehr ausgewogene Stimmverteilung in diesem altersgemischten Chor brachte die Dramaturgie der Lieder zum Erklingen.

Nach diesen klassischen Werken ging es in ganz andere Klangwelten hinein. Mit dem Werk „Nyon Nyon“ von Jake Runestad zeigte der Chor, wozu die menschliche Stimme so fähig ist. Da wurde geschnalzt oder geploppt. Ein Wiederhall erzeugt und viel mit Rhythmus und Dynamik gespielt. Anschließend trat Joseph Hayd das erste mal solistisch auf die Bühne.

Mit scheinbar fliegenden Trommelschlegeln erzeugte er auf der Snaredrum das Gefühl, als ob ein Zug direkt durch den Saal fahren würde. „Le train“ lautet der Titel dieses interessanten Werkes von Dante Agostini. „Nun gehen wir weg von den harten Klängen der Trommel, hin zu dem weichen Klang des Marimbaphons“, versprach Andrea Keck in ihrer Moderation das erneute Eintauchen in eine weitere Klangwelt. Solo Marimba und das Zusammenspiel von Chor und Instrument sollten in den kommenden Stücken die Zuhörer begeistern.

Nicht ohne wieder zwischen verschiedenen Klangwelten hin- und herzugleiten. Mit dem Werk „Fantasia“ von Jan Moeyaert regten Chor und Solist die Fantasie der Zuhörer an. Ein ständiges An- und Abschwellen der Dynamik des Marimbaphons, sowie ein andächtig anmutender Gesang des Chores machten Lust auf die zweite Hälfte des Konzertes. Mit viel Rhythmusgefühl ging es weiter. Viel Applaus und Jubelrufe erntete das Vater-Sohn-Gespann Joachim und Joseph Hayd für ihre Interpretation des „Chromatic Foxtrott“ auf Marimba und Klavier. Neben modernen Werken, sollte aber auch im zweiten Teil des Abend das Volkslied nicht zu kurz kommen. Mit einem keck vorgetragenem „Als wir jüngst in Regensburg waren“ oder einem gefühlvollen „Die Gedanken sind frei“ zeigten wiederum die Sängerinnen und Sänger der „red mäps“ ihr Können. Mit dem Vibraphon, gespielt von Joseph Hayd, sollte die letzte Klangwelt dieses gelungenen Chorabends eröffnet werden.

Joachim Hayd verstand es, seinen Chor durch die Klangwelten zu führen, nicht nur als Dirigent, sondern auch als Begleiter auf dem Klavier. Vater und Sohn bereicherten das Konzert der „red mäps“ und hinterließen zufriedene Zuhörer im nur zur Hälfte besetzten Kulturhaus.

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