Kirchengemeinde schaut auf ereignisreiches Jahr zurück

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Überraschung beim Neujahrsempfang der katholischen Kirchengemeinde Baustetten: Erstmals erarbeitete das Kinderbetreuungsteam und
Überraschung beim Neujahrsempfang der katholischen Kirchengemeinde Baustetten: Erstmals erarbeitete das Kinderbetreuungsteam und seinen Schützlingen einen „Kinder- und Jugendjahresrückblick“. (Foto: Otmar Keller)
Schwäbische Zeitung

Der Sekt perlte munter in den Gläsern: Viele Gäste haben die Gelegenheit genutzt, beim Neujahrsempfang der katholischen Kirchengemeinde Baustetten auf das Jahr 2020 anzustoßen.

Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Dr. Bernd Schattenberg, gab einen kurzweiligen Rückblick. Elf Taufen, vier Hochzeiten, zwei Goldene Hochzeiten und 15 Bestattungen gab es 2019 zu verzeichnen. Die Gemeinde zählt 1415 Katholiken. Unter dem Leitwort „Jesus segnet uns“ kamen 19 Kinder zur Erstkommunion. 27 Jugendliche empfingen das Sakrament der Firmung.

Ein großes Lob haben sich die Gemeindemitglieder für ihre hohe Spendenbereitschaft verdient. Rund 44 000 Euro kamen durch Spenden, Kollekten und Haussammlungen zusammen. Aktionen von Frauenbund, Flohmarktteam und Bastelgruppe trugen ein Übriges dazu bei.

Weltkirchliches Flair

In den Fokus nahm Bernd Schattenberg die Einbettung der Ulrichs-Gemeinde in die Weltkirche. Nicht nur der Abschied von Pfarrer Andrew Owusu aus Ghana und der Neustart von Pater Paul Rinson aus Südindien sorgte für weltkirchliches Flair. Mit der Ankunft von Mellan Akampa aus Uganda im Herbst kam eine neue Facette hinzu. Ein Jahr lang leistet sie einen weltkirchlichen Friedensdienst in Baustetten ab. Sie arbeitet dabei im Kindergarten St. Josef und lernt in ihrer Freizeit Land und Leute kennen.

Mit Sibirien sind die Baustetter durch Pfarrer Dietmar Seiffert verbunden, und mit Pater Johny Vellavalliyil entstand eine weitere Verbindung zu Indien, die mit dem geplanten Neubau einer Grundschule mit Gemeindehaus in seiner Heimatgemeinde neue Formen annimmt. Ein zentrales Projekt der Ulrichsgemeinde ist die Missionspatenschaft Baustetten/Hiliweto. Die Franziskanerinnen von Reute unterhalten in Indonesien unter anderem das Kinderdorf Hiliweto, für das sich die Baustetter seit 2001 rührig engagieren. Über die eigene Kirchturmspitze hinaus engagiert man sich bereits schon seit 1965 im Katholischen Missionswerk Baustetten und gewährleistet damit Patenkindern in Brasilien eine solide Erziehung und Ausbildung.

Schattenberg würdigte auch das persönliche Engagement von Gemeindemitgliedern und Gruppen, darunter Hilde Ksiazkiewicz, die seit 25 Jahren Vorsitzende im Frauenbund ist. Zahlreiche Aktivitäten bereicherten unter ihrer Leitung das Gemeindeleben.

Ebenfalls seit 25 Jahren organisiert das Flohmarktteam die erfolgreichen Flohmärkte „Rund ums Kind“. Nicht nur die anspruchsvolle Organisation wird souverän gemeistert: Mit einem guten Gespür für Nöte und Anliegen greift man mit dem Erlös Projekten, Einrichtungen und Gruppierungen unter die Arme. Im Sommer veranstaltete der Caritasausschuss bereits zum zehnten Mal das „Zehnerleskino“, bei dem unter freiem Himmel Filme mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ gezeigt werden. Ein Angebot das sich großer Beliebtheit erfreut. Ein Beispiel für jugendliches Engagement zeigte sich in der 72-Stunden-Aktion. Dabei wurde die alte Grillstelle „Fuchshölzle“ von Grund auf erneuert.

Im Zuge des Entwicklungsprozesses „Kirche am Ort“ wurde in der Seelsorgeeinheit Laupheim der „Alphakurs“ angeboten. Er will den Glauben der kirchennahen Christen neu beleben und Fernstehende zum christlichen Glauben führen. Weiterhin wurde für die Seelsorgeeinheit die Stelle eines Jugendreferenten auf den Weg gebracht.

Pfarrer Hermann lobt Youtuber

„Die Kirche ist besser als ihr Ruf!“ stellte Pfarrer Alexander Hermann in seiner Neujahrsansprache fest und erwähnte beispielhaft den Youtuber Rezo, der die evangelischen und katholischen Kirchen für ihre klare Haltung im Einsatz gegen den Klimawandel gelobt hat. Die eindringliche Positionierung der Kirchen zum Klimaschutz bliebe in der Öffentlichkeit jedoch weitestgehend unbeachtet. Pfarrer Hermann ermunterte weiter, ein „persönliches Ausrufezeichen“ zu setzen und sich beispielsweise aktiv oder passiv an der Kirchengemeinderatswahl am 22. März zu beteiligen. Das „Ausrufezeichen“ hinter christlichem Engagement sieht Pfarrer Hermann auch in den Aktivitäten in der Gemeinde. So stehen in Baustetten 2020 der 50. Behindertentag und die 25. Fußwallfahrt an.

Eine Überraschung erwartete die Gäste am Schluss des offiziellen Teiles. Im Rahmen der angebotenen Kinderbetreuung erarbeitete das jugendliche Betreuungsteam mit seinen Schützlingen einen „Kinder- und Jugend-Jahresrückblick“ und präsentierte ihn gekonnt den begeisterten Gästen.

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