Kika in Laupheim: Filmteam dreht mit Kindern auf dem Wochenmarkt

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Franz Liesch

„Die Moorwächter“ ist der Titel einer Fernsehsendung über Moore, die im Kinderkanal läuft (Kika). Am vergangenen Samstag hat das Filmteam mit der Regisseurin Bernadette Hauke auf dem Laupheimer Wochenmarkt Filmaufnahmen für die Sendung gemacht. Ausgestrahlt werden sie am 1. November um 20.15 Uhr.

„Die Moorwächter“ wird im Rahmen der Serie „Schau in meine Welt“ produziert. Das Prinzip: Kinder geben die Anregung für einen Filmbericht, moderieren ihn und laden dazu ein, ihnen durch die Sendung zu folgen.

Heute hat Laurin Gürnke aus Warthausen die Rolle des Moderators übernommen. Sein Thema: Moore. Das hat das Filmteam aus Berlin nach Oberschwaben geführt. Drehorte sind das Osterried, Laup-heim, das Wurzacher Ried und der Federsee. Laurin Gürnke ist Mitglied in der Nabu-Kindergruppe Laup-heim. Diese hatte es sich zur Aufgabe gemacht, auf die Bedeutung der Moore aufmerksam zu machen und für deren Schutz zu werben. Leiterin der Gruppe ist Silvia Müller. Sie hat die Kinder in die Thematik eingeführt und das Filmprojekt begleitet.

Wichtiges Forum für die Nabu-Gruppe war der Wochenmarkt am Samstag. Hier wurden Besucher befragt und informiert. Das Filmteam hielt dies auf Zelluloid fest. „Fanden Sie das Moor gruselig?“, wollten die Gruppe etwa von einer Seniorin wissen, die in Ummendorf am Rande eines Riedes aufgewachsen ist. „Das war schön, nicht unheimlich“, antwortete sie.

Auf dem Markt herrschte an diesem sonnigen Samstag reges Treiben. „Da ist ja ganz schön was los“, freute sich die Regisseurin. Die Ummendorferin war nicht die einzige, die einiges über Moore zu sagen wusste. Die Interviewer gerieten auch an Personen, denen Moorlandschaften im Norden Deutschlands bekannt sind. „Moore sind nichts für Kinder“, hat eine Seniorin als Kind einmal gelernt. Man müsse genau wissen, wo man hintreten darf und wo nicht.

Die Kinder stellten aber auch fest, dass nicht bei allen Kenntnisse über Moore und deren Gefährdung vorhanden sind. Da half eine Ausstellung am Rande des Wochenmarktes, die sie gestaltet hatten, weiter. Hier konnten die Marktbesucher lernen, Gartenerde selber zuzubereiten – ganz ohne Einsatz von Torf. Das Material dazu brachten die Naturschützer selber mit: einen Eimer mit Kompost, einen mit Lehmboden und einen weiteren mit Sand. In kleinen Gefäßen wurden Teile aus den Eimern entnommen und vermischt. Fertig war die torffreie Blumenerde.

Samen von Dill und Salat hatten die „Moorwächter“ auch parat. Jetzt heißt es abwarten, ob die Saat aufgeht und die Pflanzen gedeihen. Die Besucher zeigten sich überzeugt. „Das werde ich in Zukunft auch so machen mit dem Boden mischen“, erklärte einer.

Auch die Fähigkeit des Torfes, Wasser zu binden, wurde anschaulich demonstriert, mithilfe eines Schwammes. Da können, so die Botschaft, weder Humus noch Sand mithalten. Dass die Moorflächen Kohlenstoffdioxid (CO2) zu speichern vermögen, ist den Kindern offensichtlich gut bekannt, und sie gaben ihr Wissen an die Marktbesucher weiter. Die Nabu-Gruppe brachte die Erwachsenen auf vielfache Weise zum Staunen, etwa über den Kohlenstoffgehalt von Steinkohle (85 Prozent), Torf (60 Prozent) und Gartenerde (2 Prozent).

Regisseurin Bernadette Hauke und Kameramann Christian Fussenegger sind zufrieden mit dem Verlauf der beiden Stunden auf dem Laupheimer Markt. Die „Moorwächter“ hoffen, einen Beitrag für den Schutz der Moore geliefert zu haben – und, dass das Thema auch bei anderen Kindern vor den Bildschirmen auf ein breites Echo stößt.

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