Kassenbon-Pflicht: Bäcker klagen über Zettelwirtschaft

Lesedauer: 9 Min
Mäschle-Verkäuferin Susanne Guter zeigt ausgedruckte Belege, die Kunden nicht mitnehmen wollten.
Mäschle-Verkäuferin Susanne Guter zeigt ausgedruckte Belege, die Kunden nicht mitnehmen wollten. (Foto: Christian Reichl)
Crossmedia Volontär

Das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen soll Steuerbetrug einen Riegel vorschieben. Der Staat verliert Summen in zweistelliger Milliardenhöhe, betont der SPD-Finanzpolitiker Lothar Binding. Der Grund: Manche Unternehmen erfassen ihre Umsätze mit manipulierten Kassen, Schummelsoftware oder fingierten Rechnungen falsch oder in manchen Fällen gar nicht – vor allem in der Gastronomie und in anderen Branchen mit hohem Bargeldanteil.

Vom Finanzministeriums heißt es, die Belegpflicht schaffe Transparenz, weil das Kassensystem und die Bons miteinander abgeglichen werden könnten. Konsequente Kontrollen der Einzelhändler durch Finanzbeamte wird es voraussichtlich nicht geben. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, dem Westfalen-Blatt. Bußgelder werde es keine geben, doch Händler, die gegen die Bonpflicht verstoßen, müssten natürlich damit rechnen, dass sie in eine höhere Risikoklasse eingestuft und häufiger von ihrem Finanzamt geprüft werden, sagte Eigenthaler.

Die Verbraucher sind allerdings nicht verpflichtet, den Kassenzettel mitzunehmen, anders als in Österreich. „Es besteht nur die Pflicht zur Ausgabe eines Belegs und die Pflicht, diesen unmittelbar zur Verfügung zu stellen“, erklärt eine Sprecherin des Finanzministeriums. Das Finanzministerium hatte außerdem darüber informiert, dass die Quittung auch per Mail auf das Handy ausgegeben werden kann. 

Ob beim Metzger, Bäcker oder beim Imbiss um die Ecke: Seit 2020 gilt deutschlandweit die Bonpflicht. Die SZ hat mit den örtlichen Einzelhändlern gesprochen, was das neue Gesetz für sie bedeutet.

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Vom Finanzministeriums heißt es, die Belegpflicht schaffe Transparenz, weil das Kassensystem und die Bons miteinander abgeglichen werden könnten. Konsequente Kontrollen der Einzelhändler durch Finanzbeamte wird es voraussichtlich nicht geben. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, dem Westfalen-Blatt. Bußgelder werde es keine geben, doch Händler, die gegen die Bonpflicht verstoßen, müssten natürlich damit rechnen, dass sie in eine höhere Risikoklasse eingestuft und häufiger von ihrem Finanzamt geprüft werden, sagte Eigenthaler.

Die Verbraucher sind allerdings nicht verpflichtet, den Kassenzettel mitzunehmen, anders als in Österreich. „Es besteht nur die Pflicht zur Ausgabe eines Belegs und die Pflicht, diesen unmittelbar zur Verfügung zu stellen“, erklärt eine Sprecherin des Finanzministeriums. Das Finanzministerium hatte außerdem darüber informiert, dass die Quittung auch per Mail auf das Handy ausgegeben werden kann. 

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