Künstler bieten einen neuen Blick auf Carl Laemmle

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Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Mit einer Ausstellung von 32 Künstlern, die Leben und Werk des Hollywood-Pioniers beleuchten, ist die Stadt Laupheim ins Carl-Laemmle-Jubiläumsjahr gestartet. Das vom Freundeskreis des Museums ausgelobte Preisgeld erhalten Anke Zapf aus Weimar und das Ulmer Duo Marc Hautmann und Patrick Nicolas.

Carl Laemmle war einer, der die Korken knallen lassen konnte“, sagte Oberbürgermeister Rainer Kapellen bei der Ausstellungseröffnung vor 300 Gästen im Kulturhaus. Am Dienstag wäre der in Laupheim geborene Gründer der Universal Studios 150 Jahre alt geworden. Die Stadt nahm dies zum Anlass, zusammen mit dem Berufsverband Bildender Künstler in Ulm (BBK) einen deutschlandweiten Wettbewerb auszuschreiben. „Wir wollten wissen, wie Kunstschaffende sich von Laemmles Biografie inspirieren lassen“, erklärte Kapellen. „Und es hat funktioniert.“ 72 professionell tätige Künstler reichten Arbeiten ein, 32 von ihnen stellen jetzt im Schloss Großlaupheim aus. Sie bieten, in Kapellens Worten, einen neuen Blick auf den berühmten Sohn der Stadt, indem sie seine Person und sein Wirken in die Sprache der Gegenwart übertragen und so dazu anregen, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen.

Spannend und facettenreich

Anfänglich hätten Zweifel genagt, ob eine keineswegs jedermann bekannte historische Persönlichkeit genügend Stoff und Inspiration für eine künstlerische Auseinandersetzung liefern würde, bekannte Reiner Schlecker, Vorsitzender des BBK Ulm. Umso größer sei die Freude gewesen, dass so viele Bewerbungen eingingen. Die Ausstellung „Carl Laemmle Reloaded“ sei spannend und richte facettenreich ein Schlaglicht auf den Jubilar. „Die Arbeiten verführen zum Eintauchen“, urteilte Schlecker, „ähnlich wie ein guter Film.“ Eine Verbindung sei vorhanden, denn nicht nur Laemmle, sondern auch die bildenden Künstler hätten zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Medium Film für sich entdeckt.

Michael Niemetz, Leiter des Museums zur Geschichte von Christen und Juden und Kurator der Ausstellung, ist zurecht stolz: „Wir zeigen erstmals Reaktionen der zeitgenössischen Kunst auf Laemmles Leben. Mit Ausdrucksformen der Gegenwart vermitteln wir geschichtliche Inhalte.“ Der Filmproduzent, der nicht zuletzt durch sein humanitäres Engagement heraussticht, hätte sich über dieses Geburtstagsgeschenk gefreut, ist sich Niemetz sicher.

„Es ist eine wunderbare Ausstellung mit einem tollen Katalog geworden“, lobte Ulms Alt-OB Ivo Gönner, Mitglied im Freundeskreis-Vorstand. Laemmles Unternehmergeist und Optimismus, seine Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen, aber auch Brüche in seinem Leben spiegelten sich im filmischen Schaffen ebenso wie in den jetzt präsentierten Kunstwerken. „Und auch die Botschaft dahinter soll uns berühren“, betonte Gönner: „Dass wir alle Teil einer Gemeinschaft sind und unseres Glückes Schmied. Dass niemand wegen seiner Herkunft, Hautfarbe oder Religion gering geachtet werden darf, sondern zählt, was der Mensch leistet, was er tut – und was er lässt.“

3000 Euro hat der Freundeskreis des Museums für den Kunstwettbewerb „Carl Laemmle Reloaded“ zur Verfügung gestellt. Ivo Gönner gab die Preisträger bekannt. 1500 Euro erhält Anke Zapf. In ihren „Lebenslinien“-Zeichnungen stellt sie Laemmles Rettungsaktion für deutsch-jüdische Landsleute heraus: Dutzende Papierschiffchen mit dem Judenstern auf dem Segel treiben auf dem Atlantik. Ebenfalls 1500 Euro gehen an Marc Hautmann und Patrick Nicolas; ihre Installation thematisiert das ewige Duell zwischen Gut und Böse.

Musikalisch geadelt haben die Ausstellung ein Ensemble des Gregorianums und der Tenor Philipp Nicklaus. Sie begeisterten mit Liedern aus Universal-Musicalfilmen der 1920er- und 1930er-Jahre.

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