Kässbohrer übernimmt Spezialisten für Faserverbundstoffe

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Auch für das Spitzenmodell Pistenbully 600 werden zahlreiche Bauteile künftig von der Kässbohrer Composites GmbH produziert.
Auch für das Spitzenmodell Pistenbully 600 werden zahlreiche Bauteile künftig von der Kässbohrer Composites GmbH produziert. (Foto: Kässbohrer)
Schwäbische Zeitung
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Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG übernimmt zum 1. April im Zuge eines Asset-Deals Güter des Anlage- und Umlaufvermögens der KK Composites GmbH. Der in Micheldorf (Oberösterreich) ansässige Betrieb ist auf Faserverbundstoffe spezialisiert. Für die Übernahme haben die Laupheimer eine Tochterfirma gegründet, die Kässbohrer Composites GmbH. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit einer eigenen Konstruktion und Entwicklung und einer durchgängigen Prozesskette vom Konzept bis zur Serie stellt KK Composites (KKC) Bauteile aus glasfaser- und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff her, bisher vor allem für die Landmaschinenindustrie, aber auch für den Bau von Elektrogeneratoren, Feuerwehrfahrzeuge und Wartungsausrüstung in der Luftfahrt. Im Dezember 2017 meldete KKC Insolvenz an. Als Gründe dafür nennt Kässbohrer den Wegfall von Kunden und eine Schieflage bei Großprojekten. Man werde alle 27 Mitarbeiter übernehmen und weiter beschäftigen.

Kässbohrer will mit dem Zukauf die Abhängigkeit von Lieferanten verringern. Die Fertigungstiefe von derzeit rund zehn Prozent solle gesteigert werden, erklärte eine Sprecherin. Die neue Kässbohrer Composites GmbH wird zunächst zum Großteil Bauteile für den Pistenbully produzieren, unter anderem für Fahrerhaus und Cockpit, Windenabdeckung und Bodengruppe. Das Unternehmen will darüber hinaus weiterhin am Markt für Compositebauteile auftreten und den Kundenstamm von KKC beliefern.

Die Österreicher hatten bisher nicht für Kässbohrer produziert. In den nächsten Jahren sollen Entwicklungsmöglichkeiten geprüft werden im Ausbau der Produktionsverfahren und beim Einsatz unterschiedlicher Materialien.

Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG beschäftigt weltweit mehr als 550 Mitarbeiter. In einer Pressemitteilung hat der Branchenprimus bei Fahrzeugen zur Pflege von Pisten, Loipen und Stränden diese Woche erstmals seit 2015 wieder einen Jahresumsatz veröffentlicht: rund 230 Millionen Euro. Mit der vollständigen Übernahme durch Ludwig Merckle waren viele Veröffentlichungspflichten entfallen. Die AG hält sich seither mit Geschäftszahlen zurück; der Wettbewerb soll möglichst wenig Einblick bekommen.

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