Im Lichtermeer der Feuerzeuge

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Schwäbische Zeitung
Susanne Ickenroth

Im Laupheimer Kulturhaus erwartete die Fans der Schlager- und Volksmusik mit der volkstümlichen Weihnachtsrevue am Dienstagabend ein vorweihnachtliches Geschenk.

Vor den Fenstern des fast vollbesetzten Saals ist der Schnee schon fast verschwunden, auf der Bühne hingegen glitzert eine winterliche Schneelandschaft. Vor dieser eindrucksvollen Kulisse begrüßt der aus zahlreichen Fernsehsendungen bekannte Entertainer Hansy Vogt das Publikum. Schnell springt der Funke über, spätestens als Hansy Vogt die Zuschauer auffordert, sich doch ihren Nachbarn mit Handschlag vorzustellen. Gemeinsam mit der Schlagerband „Feldberger“ nimmt Hansy Vogt die Besucher des Kulturhauses mit auf eine musikalische Reise.

Gleich beim ersten Lied „So schön kann´s im Himmel gar nicht sein“ wird mitgeklatscht und bei „Sag Dankeschön mit roten Rosen“ freudig geschunkelt. Zwischen den einzelnen Stücken unterhält Hansy Vogt mit Anekdoten und lustigen Geschichten. Zugegeben, mancher Witz ist schon etwas älter und das Publikum kennt die Pointe im Voraus, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Es wird gelacht und gewunken, stürmisch applaudiert. Bei den Klassikern „La Pastorella“ und „Fahrende Musikanten“ singt (fast) jeder gerne mit. Im Handumdrehen ist es den Akteuren auf der Bühne gelungen, das Publikum aus dem Alltags- und Weihnachtsstress zu entführen.

Stimmungsvoll wird es bei „Dann gehen die Lichter aus“. Ein Meer von Handylichtern funkelt im ansonsten dunklen Zuschauerraum und zaubert eine wunderbare Atmosphäre.

In den über 30 Jahren, die Hansy Vogt als Frontman gemeinsam mit den „Feldbergern“ auf der Bühne steht, wurden Freundschaften zu zahlreichen Kollegen geschlossen. So auch mit den Kastelruter Spatzen, die mit dem Lied „Herzschlag für Herzschlag“ von Laupheim aus gegrüßt werden.

Auf den Spuren der Liebe

Die „Feldberger“ bleiben nicht allein auf der Bühne. Mara Kayser wird von Hansy Vogt angekündigt und die charmante Sängerin freut sich, im Kulturhaus singen zu dürfen. Sie möchte mit dem Publikum auf den Spuren der Liebe wandeln, dieser starken Macht, die – genau wie die Musik – die Menschen miteinander verbindet. Es folgt ein Reigen wunderschöner, manchmal leicht melancholischer Liebeslieder. Mara Kayser nimmt ihr Publikum musikalisch in den Arm. „Sie sind wundervoll“ verabschiedet sich Mara Kayser vorläufig und überlässt die Bühne dem wohl erfolgreichsten deutschen Moderatoren- und Gesangspaar der Volksmusik, Marianne und Michael.

Seit vierundvierzig Jahren stehen die Beiden gemeinsam auf der Bühne und freuen sich sehr darüber, nach vielen Jahren mal wieder in Laupheim auftreten zu dürfen. Mit Stimmungsmachern wie „Wenn ich einmal Hochzeit mach“ reißen sie das Publikum mit. Von Michael gibt es eine kurze Einweisung und schon singt das ganze Kulturhaus den Refrain von „Ich bin schon immer auf die Butterseite gefallen“.

Genau wie Hansy Vogt, der vom Sauerkraut-geschmückten Weihnachtsbaum erzählt, lässt es sich auch Michael nicht nehmen, eine Weihnachtsgeschichte zum Besten zu geben. Es ist die lustige, im böhmischen Dialekt erzählte Geschichte vom „4. Heiligen Drei König“. Nur aufgrund seines Geschenks an das Christuskind, einem streng riechenden Stinkkäse, wird dieser vierte König nicht in der Weihnachtsgeschichte erwähnt, berichtet Michael augenzwinkernd.

Mit einem Medley aus Volksliedern und Wanderliedern verabschieden sich Marianne und Michael in die Pause und holen dazu auch die anderen Stars auf die Bühne.

Nach der Pause geht es besinnlich und weihnachtlich weiter. Im weißen Umhang, märchenhaft anmutend, singt Mara Kayser das Lied „Ein leises Gebet“ und „A Weihnacht, wie´s früher war“. Zu dem bekannten, aus dem Anfang des 19. Jahrhundert stammenden Wiegenlied „Heidschi Bumbeidschi“ kommen die „Feldberger“ mit Hansy Vogt wieder dazu. Vollkommen weihnachtlich wird den Zuschauern spätestens bei „Ich wünsch`dir eine schöne Weihnacht“ ums Herz, gesungen von Marianne und Michael.

Eine Herzensangelegenheit möchten die beiden Stars der Volksmusik noch ansprechen. Aus Dankbarkeit für den Erfolg, den sie seit vierundvierzig Jahren haben, gründeten Marianne und Michael den Verein „Frohes Herz e.V.“ Dieser Verein unterstützt von Altersarmut betroffene Menschen aber auch missbrauchte Kinder und Jugendliche. Passend zu diesem ersten Thema stimmen alle Künstler gemeinsam das Stück „Ein Licht für alle Menschenkinder an“.

Noch einmal singen danach alle zusammen: die Zuschauer im Kulturhaus und die Stars der Volksmusik. Mit dem wunderschönen Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ klingt der vorweihnachtliche Abend besinnlich und feierlich aus.

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