„Ich traue Vanessa alles zu“

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„Ich war in Leipzig hochzufrieden und will das jetzt in Laupheim bestätigen“: Vanessa Heinz (r.) freut sich auf die Wettkämpfe a
„Ich war in Leipzig hochzufrieden und will das jetzt in Laupheim bestätigen“: Vanessa Heinz (r.) freut sich auf die Wettkämpfe am Wochenende vor heimischem Publikum. (Foto: Fotos: privat)
Schwäbische Zeitung

Am kommenden Wochenende, 4. und 5. Mai, finden in drei Hallen in Laupheim die deutschen Meisterschaften der Junioren und Juniorinnen (U 20) im Degenfechten statt. Ausrichter ist der TSV Laupheim. Jeweils 98 Teilnehmer und 13 Mannschaften werden im Einzel- und Teamwettbewerb an den Start gehen. Michael Mader hat mit Gabriele Brömel-Zubel, Abteilungsleiterin Fechten beim TSV Laupheim, und der 19-jährigen Vanessa Heinz aus Laupheim, die allerdings für den Heidenheimer Sportbund an den Start gehen wird, im Vorfeld gesprochen.

Frau Brömel-Zubel, wie ist der TSV Laupheim zur Ausrichtung der Titelkämpfe gekommen?

Da wir aufgrund der Organisation beim Uhlmann-Cup beim Deutschen Fechterbund einen sehr guten Ruf genießen, werden uns immer wieder mal nationale Meisterschaften zur Ausrichtung angeboten. In diesem Jahr haben wir – obwohl im November noch der Uhlmann-Cup ansteht – das Angebot angenommen.

Was ist denn der Unterschied zum Uhlmann-Cup?

So große Unterschiede gibt es gar nicht. Es sind beides Juniorenturniere, allerdings ist der Uhlmann-Cup ein Weltcup-Turnier und hat von daher vielleicht einen höheren Stellenwert. Von der Logistik ist es nahezu dasselbe. Da bei den Meisterschaften beide Geschlechter am Start sind, ist der technische Aufwand sogar etwas größer.

Wie können Sie diese Veranstaltung stemmen?

Wir haben ein erfahrenes 25-köpfiges Helferteam in der Fechtabteilung des TSV. Darüber hinaus wird die komplette Ausrüstung und ein weiteres Helferteam von Uhlmann-Fechtsport zur Verfügung gestellt. Darüber freuen wir uns sehr.

Was trauen Sie Vanessa Heinz zu?

Grundsätzlich traue ich ihr alles zu. Die letzten Acht sollte sie auf jeden Fall erreichen können. Was danach kommt ist Tagesform und auch ein wenig Glück. Schön wäre es natürlich, wenn sie als Einheimische im Finale stünde und vielleicht dann ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Vanessa, mit welchen Zielen gehst Du in die Meisterschaften? In der aktuellen Junioren-Rangliste stehst Du auf Platz acht. Bei der „Deutschen“ der Aktiven am vergangenen Wochenende in Leipzig bist Du 13. geworden.

Ich war in Leipzig hochzufrieden und will das jetzt in Laupheim bestätigen. Unter die letzten Acht möchte ich schon kommen. Das ist, denke ich, auch ein realistisches Ziel.

Ist es etwas Besonderes, wenn die Meisterschaft zu Hause stattfinden?

Ja, das ist schon sehr cool, weil meine ganze Familie und viele Freunde da sein werden. Das hat mir bislang immer geholfen. Zudem muss ich keine lange Reise machen. Das ist auch mal ganz toll.

Wie hast Du dich darauf vorbereitet? Hast Du deine Trainingsintensität erhöht, obwohl Du ja schon viermal die Woche auf der Planche stehst?

Nein, wir haben schon vor Leipzig ganz normal trainiert. Allerdings am Feiertag am Mittwoch waren es dann doch drei Stunden, die ich in der Halle stand.

Warum fichst Du für Heidenheim und nicht mehr für den TSV? Bei der DM stand Heidenheim im Finale und sieben Fechterinnen waren im Einzel unter den ersten 15. Ist Heidenheim das neue Tauberbischofsheim?

In Heidenheim sind die Trainingsbedingungen einfach besser und auch die Unterstützung ist größer. Mein Vater muss auch nicht mehr fahren. Beim Degen ist Heidenheim inzwischen die Nummer eins in Deutschland. Da haben wir Tauberbischofsheim den Rang abgelaufen. Bei den anderen Waffen sieht es anders aus.

Was verbindet Dich mit Vanessa Riedmüller, die ja aus Biberach kommt und in Heidenheim trainiert?

Viel. Wir fahren sehr häufig zusammen zu den Wettkämpfen. Wir trainieren zusammen und ich kann mir auch noch einiges bei ihr abschauen.

Wie würdest Du Deine Stärken und Schwächen beschreiben?

Ich habe eine gute technische Grundausbildung, muss mich aber noch mental verbessern. Manchmal bin ich zu ungeduldig und habe meine Nerven nicht so im Griff.

Fechten, insbesondere bei den Frauen hat ja eine große Tradition. Allerdings ist es seit dem Karriereende von Britta Heidemann international sehr ruhig geworden. Warum ist das aus Deiner Sicht so? Ist sie vielleicht sogar Dein Vorbild?

Sie ist auf jeden Fall mein Vorbild. Sportlich wie menschlich. Wir arbeiten daran, dass das deutsche Fechten wieder erfolgreicher wird. Wir sind auf einem guten Weg.

Was möchtest Du langfristig noch mit dem Fechten erreichen?

Das ist jetzt schwer zu sagen, da ich noch nicht weiß, wie es beruflich weitergeht. Momentan warte ich auf einen Studienplatz in Medizin. Dann wird man sehen, wohin es mich verschlägt. Ich will aber auf jeden Fall weiter fechten. Olympia 2024 wäre sportlich dann das große Ziel.

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