Hilfsbereite Geister bauen neue kleine Welten

Lesedauer: 7 Min
Franz Liesch und Kurt Kiechle

/Mietingen/Burgrieden - Was für eine 72-Stunden-Aktion in der Region Laupheim: Schweißtreibendes Hämmern, Ideenblitze und jede Menge beeindruckender Resultate am Sonntagabend. Doch begann es am Freitagabend heikel für die „Fireballs Mietingen“, die eine mobile Kegelbahn bauen sollten. „Wir waren ziemlich überrascht über diese Aufgabe, ja, sogar ein Stück weit ratlos wegen dieser Aufgabenstellung“, bekannte Franziska Welte von der Jungkolping Mietingen. In der Tat: Wer hat jemals von einer mobilen Kegelbahn gehört? Bis Mitternacht am Freitag steckten dann rund 30 Leute die Köpfe zusammen und brachten diese zum Rauchen. „Dann war das Projekt in trockenen Tüchern“, sagte die Leiterin. Die Pläne lagen vor, eine Übersicht des benötigten Materials. „Zum Glück haben wir Handwerker mit einschlägiger Erfahrung in unseren Reihen.“

Vor allem nahmen die jungen Leute Hilfe von guten Geistern aus der Gemeinde an: „Von einem Bauunternehmen in Baltringen haben wir ganz viel Material bekommen. Ohne diese Unterstützung hätten wir das Ganze nicht hinbekommen.“ Ein Kegelbahnhersteller in Äpfingen stiftete Kegel und Kugeln. So brachte die Gruppe der Mietinger Jungkolping bereits am Samstagabend das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss. Der Sonntag begann schließlich mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem ersten Kegeln mit Jung und Alt.

Baltringer Hüttenbauer und Grillplatz-Meister

„Pimp my Grillplatz“ lautete die Aufgabenstellung im Rahmen der 72-Stunden-Aktion für die Katholische Landjugend Baltringen. „Wir haben uns gefreut über diese Aufgabenstellung, zumal wir auf ein Bauprojekt gehofft hatten“, sagte Timo Becker. In der Tat, der lange vernachlässigte Grillplatz und Aussichtspunkt kann eine Aufbesserung vertragen. Schließlich gilt der Ort als einer der schönsten Plätze in Baltringen: die Grillstelle am Rande des Steinbruchs mit Blick auf das Dorf, das Risstal, den Bussen, die Schwäbische Alb, wie passend das Motto der 72-Stunden-Aktion: „Uns schickt der Himmel.“

Ein erstaunlich umfangreiches Aufgabenpensum bewältigten die jungen Leute: Versetzung der Grillstelle, Sitzgelegenheiten rund um den Grill, Grillrost mit Aufhängung, Schutzhütte, Liege, Tisch und Bank, Insektenhotel, Blumenbeet, Zaun zur Abgrenzung und nicht zuletzt ein Panoramabild mit Erläuterungen. In der Hütte haben sich die Teilnehmer der Aktion namentlich verewigt. Vor allem brachten sie klar zum Ausdruck, dass darum gebeten wird, die Grillstelle sauber zu verlassen.

Professionelle Arbeit lieferte die Landjugend ab und legt Zeugnis ab von einem guten Teamgeist. Zufrieden blickte Natalie Gründler auf das Werk und die hoffentlich lange bleibenden Spuren der 72-Stunden-Aktion: „Es war ein gutes Wochenende, unser Ziel haben wir erreicht.“ Der schönste Dank fürs Erste: „Zahlreiche Baltringer wohnten der Einweihungsfeier mit der Segnung des neugestalteten Aussichtspunktes bei.

Burgrieder schuften bis zum Erfolg

Eindrucksvoll hart arbeiteten auch die 30 Kinder und Jugendlichen der Ministranten der Pfarrkirche Sankt Alban in Burgrieden: Ihre Projektaufgabe bestand darin, die seit 2004 bestehende Grillstelle auf dem ehemaligen Spielplatz „Gattenheim“ wieder aufzumöbeln und umzugestalten. „Wir wollten handwerklich arbeiten, konkret zupacken und etwas aufbauen“, sagte Ines Steck als Projektverantwortliche der Burgrieder. Das ist ihnen erfolgreich gelungen. Es wurde gehämmert, gesägt, geschliffen, gemessen, gebuddelt und mit Stahlbürsten hantiert. Der an den Tag gelegte Fleiß und Ehrgeiz nötigte Pfarrer Stefan Ziellenbach bei seinem Vor-Ort-Besuch Respekt und Anerkennung ab. Er fand es „echt klasse“, dass so viele Helferinnen und Helfer an dem lobenswerten Projekt teilnahmen.

Die Aufgaben der „Burgrieder Minis“ umfassten unter anderem die Restaurierung der in die Jahre gekommenen Grillstelle, den Bau eines Barfußpfades und die Errichtung einfacher Spielgeräte. Selbst Pfarrer Ziellenbach griff zur Motorsäge und zerkleinerte große Holzstücke. Ortsansässige Unternehmen unterstützen die Projektgruppe mit Geldspenden, Geräten, Material und Werkzeugen, denn das war entscheidend für den Erfolg der Aktion. Keiner musste im Übrigen Hunger und Durst leiden. Edle Spender im Hintergrund versorgten die leidenschaftlich Arbeitenden. Das neue „Aufschnaufplätzle“ ist am Waldrand des „Gattenheims“ entstanden, wo einst der beliebte Spielplatz des örtlichen Natur- und Vogelschutzvereins war. Nun ist es eine vorzeigbare Anlaufstelle für Familien mit ihren Kindern entstanden.

Baustettener Jugend arbeitet und feiert professionell

Am Fuchshölzle in Baustetten packte die Landjugend Schaufeln und Schubkarren und bewegte viel Erde, damit dort ein „Grünes Klassenzimmer“ unter freiem Himmel entsteht. Schippen ohne Unterlass bringt jedoch nicht viel, wenn der enge Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Daher organisierte sich das Team einen kleinen Bagger. Im zweiten Schritt mussten Bänke und Tische gebaut werden. Mit professionellem Gerät näherten sich die Jugendlichen routiniert bis zum erfolgreichen Ziel, das gemeinsam mit der Laupheimer Aktionsgruppe in einem großen Abschlussfest mündete.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen