Gemeinsam alt werden im Dreifaltigkeitskloster

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Das Dreifaltigkeitskloster in Laupheim wurde 1966 eingeweiht und inzwischen mehrfach erweitert.
Das Dreifaltigkeitskloster in Laupheim wurde 1966 eingeweiht und inzwischen mehrfach erweitert. (Foto: Dreifaltigkeitskloster)
Redaktionsleiter

Die Steyler Missionsschwestern möchten das Dreifaltigkeitskloster in Laupheim für pflegebedürftige Menschen öffnen. „Alt werden im Kloster“ heißt das Konzept, für das jetzt ein Partner aus dem Bereich der Altenhilfe gesucht wird.

Jahrzehntelang war das Dreifaltigkeitskloster ein Ausbildungszentrum des Ordens für die jungen Schwestern, in Vorbereitung ihres Missionsdienstes in aller Welt. Auch in das Gemeindeleben in Laupheim brachten sich die Steylerinnen ein; sie leiteten den Pflegedienst im Krankenhaus, bildeten an der Krankenpflegeschule aus, wirkten in Kindergärten, in der Sozialstation und im Religionsunterricht.

Heute ist das Kloster Alterssitz des Ordens in Süddeutschland, auch für viele Missionarinnen, die aus Übersee heimgekehrt sind. 58 Bewohnerinnen zählt das Haus aktuell, der Altersschnitt liegt bei 80 Jahren. Der Pflegebedarf wächst, gleichzeitig rücken deutlich weniger junge Schwestern nach als früher.

Vorausschauend die Weichen stellen

Angesichts dieser Entwicklung wollen die Steylerinnen Weichen für die Zukunftsfähigkeit des Klosters stellen, rechtzeitig und vorausschauend, wie die Provinzleiterin Schwester Anna-Maria Kofler betont. Die Idee: Im Dreifaltigkeitskloster werden künftig, unter einem Dach mit den Ordensschwestern, auch pflegebedürftige Menschen aus Laupheim und Umgebung betreut. „Die baulichen Voraussetzungen sind gegeben“, sagt Schwester Anna-Maria. Ein „strategischer Partner“ soll Pflegeleistungen für alle Bewohner erbringen.

Mit dieser Öffnung wollen die Steylerinnen vermeiden, dass die jungen Schwestern allesamt durch pflegerische Aufgaben ans Haus gebunden sind. „Wir möchten, dass sie ihre Ordensberufung leben und dort wirken können, wo sie gebraucht werden in der Welt, in Deutschland und in Übersee“, sagt Schwester Anna-Maria. „Das ist eine treibende Kraft in unseren Überlegungen.“ Ein Anliegen sei es dem Orden zudem, das Dreifaltigkeitskloster für die Zukunft so aufzustellen, dass alle Arbeitsplätze sowie die spirituellen und kreativen Angebote – Besinnungstage, Exerzitien, Kräuterseminare und anderes mehr – erhalten bleiben.

Um einen strategischen Partner für das Konzept „Alt werden im Kloster“ zu finden, hat der Orden die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon mit Sitz in Münster beauftragt, ein sogenanntes strukturiertes Verfahren einzuleiten und zu begleiten. Curacon ist spezialisiert auf die Sozialwirtschaft und das Gesundheits-wesen. „Wir haben gemeinsam überlegt, welche Kriterien ein Partner erfüllen sollte“, berichtet die Projektleiterin Karolin Kwickert. „Dann haben wir einen Kreis von potenziellen Kandidaten identifiziert. Das sind Unternehmen, die in der Altenhilfe tätig sind.“ Sie wurden diese Woche angeschrieben und zu Gesprächen eingeladen.

Die Kloster-Immobilie sei in gutem Zustand, sagt Kwickert. Die Schwestern wollten nicht zuletzt Sorge dafür tragen, dass die Räumlichkeiten auch in Zukunft adäquat genutzt werden. Das Verfahren werde mehrere Monate dauern – „ich bin zuversichtlich, dass wir zu guten Ergebnissen kommen“. Es gebe intern einen Zeitplan, aber keinen ultimativen Zeitdruck. Nach einer ersten Sondierungsphase werde man die Erkenntnisse auswerten und erst danach über mögliche weitere Schritte entscheiden. Ziel sei es, einen Partner zu finden, mit dem die Steylerinnen zügig loslegen können. Dabei müsse sichergestellt sein, heißt es in einer Pressemitteilung des Ordens, „dass der neue Partner die Traditionen und Werte des Dreifaltigkeitsklosters und der Steyler Missionsschwestern mitträgt“.

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