Frische Fische schwimmen im Fluß

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Das Pflanzloch für eine junge Schwarzerle ist gemacht. Armin Fischer (von links), Erich Deinhardt, Bürgermeister Rainer Kapellen
Das Pflanzloch für eine junge Schwarzerle ist gemacht. Armin Fischer (von links), Erich Deinhardt, Bürgermeister Rainer Kapellen
Schwäbische Zeitung

Bereits im Jahr 1997 ist für die Rottum -- Gewässer II. Ordnung -- ein Gewässer- und Entwicklungsplan erarbeitet worden, mit dem vorrangigen Ziel der ökologischen Gewässerentwicklung und Schaffung des naturnahen Zustands. Viel Wasser ist seither den Fluss hinab geflossen, bis nun endlich ein erstes Etappenziel erreicht werden konnte.

Von unserem Mitarbeiter  Kurt Kiechle

Bürgermeister Rainer Kapellen hat zu einer kleinen „Einweihung“ des ersten Renaturierungsabschnitts eingeladen. Im Beisein einiger Stadträte, städtischer Mitarbeiter und Behörden- und Firmenvertreter zeigte sich Kapellen zufrieden, dass anlässlich der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ein erster Abschnitt der Rottum in einen naturnahen Zustand zurückversetzt werden konnte – und das mit Fördermitteln der EU und des Landes Baden-Württemberg.

Der Bürgermeister klärte darüber auf, was sich hinter dem Begriff „Wasserrahmenrichtlinie“ verbirgt. Die EU schaffe mit dieser WRRL den Ordnungsrahmen, etwa für eine ganzheitliche Betrachtung, vor allem aus ökologischer Sicht, zum Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers, die schrittweise Reduzierung der Verschmutzung des Grundwassers und eine Minderung der Auswirkungen von Überschwemmungen und Dürren. „Die Rottum hat früher in einer zirka 250 Meter Breitenausdehnung im Tal stark mäandriert“, sagte Kapellen. Im Laufe der vergangenen 150 Jahre seien deshalb immer wieder „Verbesserungen“ vorgenommen worden, bezüglich ihres Laufes, ihrer Sohlenbreite und Sohlentiefe. „Die letzte Ausbaumaßnahme fand Anfang 1970 statt und gab der Rottum ihren heutigen Verlauf“.

Größere Umbaumaßnahmen seien immer wieder am dafür notwendigen Grunderwerb, aber auch an der finanziellen Ausstattung der Stadt gescheitert. Umso verständlicher die Zufriedenheit des Bürgermeisters, dass anlässlich der Realisierung des Bebauungsplans „Vorholz-Süd“ Solarpark für diese Renaturierung die benötigte Fläche bereitgestellt werden konnte. „Auf einer Länge von 240 Metern und insgesamt 1,08 Hektar Fläche haben wir den Fluss hier in einen naturnahen Zustand zurückversetzt. Entlang des Gewässers besteht jetzt ein gestufter Gehölzsaum mit bisherigem Bestand und ergänzender Bepflanzung“.

Das Ufer wurde durch Wildpflanzen-Saatgut gesichert. Darüber hinaus wurde die Eigenentwicklung des Gewässers auch durch den Einbau von Baumbuhnen gefördert, Flachwasserzonen und Lebensraum für Gewässerorganismen, Fische, Wasserpflanzen und Algen geschaffen.

Auf einen Blick: Die Maßnahme hat auch beim Fischereiverein Laupheim große Zustimmung gefunden, wie der Vorsitzende Armin Fischbach sagte. Sein Verein habe bereits 30 bis 40 Kilogramm Bachforellen eingesetzt. Er hoffe, dass sie geeignete Unterstände und Schutz etwa unter den Baumstämmen mit Wurzelwerk finden und sich mit der Zeit eine Artenvielfalt, auch an Gewässerorganismen und Wasserpflanzen entwickeln werde.

Info: Die Kosten dieser Teil-Renaturierungsmaßnahme betragen 80 000 Euro, die von der EU und dem Land mit 70 Prozent bezuschusst werden.

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