Facettenreiches Funkeln im vollen Kulturhaus

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Schwäbische Zeitung
Angelika Gretzinger

„Jubel“ lautete das Motto des Neujahrskonzertes mit dem Maria Rosendorfsky und das Laupheimer Salonorchester einer ganzen Reihe von Jubiläen und Jubilaren Tribut zollten. Unter anderen Leonard Bernstein, der 2018 seinen 100. Geburtstag hätte feiern können. Heraus kam ein bunter Mix aus bekannten Melodien, der den Zuschauern einen abwechslungsreichen Samstagabend im Kulturhaus Laupheim bescherte. Am Schluss des Abends hatten auch alle Musiker Grund zum Jubeln, denn das Publikum im wieder einmal ausverkauften Kulturhaus war begeistert.

Wer am Samstagabend einen Blick aus dem Fenster des Kulturhauses wagte, blickte in dichtes Schneegestöber. Im Licht der Scheinwerfer glitzerte der Schnee in allen Facetten. So Facettenreich wie diese Winterwelt war auch der Auftritt des Laupheimer Salonorchesters. Da funkelten nicht nur die wunderschönen Kleider der Solistin Maria Rosendorfsky, sondern auch die Augen vieler Zuschauer vor Freude.

Schwungvoller Auftakt mit dem „Fliegermarsch“

Nach einem schwungvollen Auftakt mit dem „Fliegermarsch“ von Hermann Dostal ging es rasant mit der „Tritsch Tratsch Polka“ und den „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß los. Zwei beliebte und bekannte Werke bei denen das Salonorchester freudig aufspielte und die Zuhörer mit akzentuiertem und dynamischem Spiel begeisterte. Runde Walzerklänge, gespielt mit gefühlvoller Hingabe ließen das Publikum vor dem inneren Auge tanzen. Weiter ging es mit „A simple song“, einem sakralen Werk von Leonard Bernstein.

Maria Rosendorfsky sang mit wunderbar klarer Stimme, begleitet von einem sich zurücknehmenden Salonorchester, dass dadurch die Wirkung der sakralen Stimmung unterstrich. Ganz im Kontrast dazu folgte darauf die „Petersburger Schlittenfahrt“ von Richard Eilenberg. Diesen Stimmungswechsel meisterte das Salonorchester jedoch ohne Probleme. Passend zu den dicken Schneeflocken am Laupheimer Nachthimmel begeisterte dieses allgemein sehr beliebte Werk auch das Publikum im Kulturhaus. So manch ein Zuhörer im Saal mag von einer rasanten Schlittenfahrt durch die verschneite Winterlandschaft geträumt haben. Viel Applaus belohnte das Salonorchester für seine schwungvolle und mitreißende Darbietung. Doch der nächste Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten. Gleich darauf zeigte Maria Rosendorfsky mit „Poor wandering one“ aus der Operette „Pirates of Penzance“ von Gilbert & Sullivan ihr ganzes Können. Richard Brenner ließ es sich daher auch nicht nehmen, darauf zu verweisen, dass diese Operette momentan noch am Ulmer Theater gespielt wird. Mit Maria Rosendorfsky in der Hauptrolle. Vor der Pause folgte sogleich noch ein weiteres Highlight. Bravo-Rufe aus dem Publikum belohnten die Solistin und das Salonorchester für die Darbietung von „Heia aus den Bergen“, aus der „Csárdásfürstin“.

Tanzeinlage mit dem kommenden OB Rechle

Selbst in der Pause gab es noch etwas zu bejubeln, wie Richard Brenner verriet. Der Freundeskreis der Musikschule, der bewirtete, wird in diesem Jahr 30 Jahre alt.

Auch nach der Pause folgte eine gelungene Darbietung auf die andere. Hinreißend von Stehgeiger Petr Hemmer unterstützt, sang sich Maria Rosendorfsky vollends in die Herzen des Publikums. Komplimente für ihre wunderschönen Kleider und ihre bezaubernde Ausstrahlung waren aus den Reihen der Zuschauer zu hören. Viel Applaus erhielt aber auch das Salonorchester für seine temporeiche Darbietung von Helmut Wendts „Sport und Spiel“. Maria Rosendorfsky ließ es sich nicht nehmen Lothar Hammer für sein gekonntes Spiel am Saxophon im Stück „Manhattan“ von Richard Rodgers hervorzuheben. Anschließend ließ das Salonorchester das Publikum zu Klängen aus der „Westside-Story“ von Leonard Bernstein dahinschwelgen. Jubel und Bravo-Rufe belohnten die Musiker für ihre Leistung. Allen voran Stehgeiger Petr Hemmer, der auch ein kleines Jubiläum feiern durfte. Denn er ist nun seit zehn Jahren mit dabei.

Seine ganz besondere Premiere durfte der zukünftige Oberbürgermeister Laupheims Gerold Rechle feiern. Maria Rosendorfsky forderte ihn zu einem schwungvollen Tanz zu „Ich hätt´getanz heut nacht“ aus „My fair Lady“ auf. Zur Freude des Publikums meisterte er diese Aufgabe mit Bravour.

Ein schöner Abend ging zu Ende, an dem das allgemeine Fazit aus den Reihen der Zuschauer lautete: „Einfach toll, wie immer“. Natürlich ließ das Laupheimer Publikum sein Salonorchester und Maria Rosendorfsky nicht ohne Zugaben nach Hause.

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