Eine wohltönende Exkursion

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Christian Reichl

Eine außergewöhnliche musikalische Reise – von Vorderasien über Afrika und Europa bis nach Nordamerika – haben das Blasorchester der Stadtkapelle und das Flöten- und Percussion-Orchester „Querschlag“ bei ihrem Frühjahrskonzert „Musik international – Mit der Stadtkapelle um die Welt“ am Samstag im Kulturhaus Laupheim unternommen.

Der Startschuss für die wohltönende Expedition ist im Mittleren Osten gefallen. Mit dem Stück „Persischer Marsch“ von Johann Strauß (Sohn) hat das Flöten- und Percussion-Orchester „Querschlag“ unter Leitung von Heike Braiger die Gäste abgeholt. Reiseleiter Dennis Barth, frischgebackener stellvertretender Vorsitzender, versprach eine abwechslungsreiche Musikauswahl: „So vielfältig wie die Länder, die wir bereisen werden, ist auch die Auswahl der Stücke.“

Es folgte ein Aufenthalt im ostafrikanischen Land Kenia mit dem Stück „Safari Adventure“ von David Krohn. Melodie und Rhythmik haben sofort Assoziationen an die malerische Landschaft geweckt, die durch Savannen, Seen- und Sumpfgebiete sowie das bergige Hochland im Landesinneren geprägt ist. Von der Wildnis, in der Löwen, Elefanten und Nashörner zu Hause sind, führte die Reise nach Frankreich, genauer: in die Metropole Paris. Die 30 Musikerinnen und Musiker präsentierten den Titel „Poupée de cire, poupée de son“ von Serge Gainsbourgh, mit dem France Gall 1965 den Grand Prix Eurovision de la Chansons gewann. „Bis heute wird über die Doppeldeutigkeit des Textes gestritten. Unbestritten ist, dass das Lied zu den bekanntesten Siegertiteln des Eurovision Songcontest gehört und vielfach gecovert wurde“, sagte Barth.

Keltische Klänge erfüllten das Kulturhaus bei den Arrangements von David Krohn und entführten die Zuhörer mit Flöten- und Glockenspiel und der vollen Bandbreite des Schlagwerkes ins Reich der Schotten. Anschließend ging es mit Tobias Lempfers „Yosemite tales“ über den großen Teich in die USA, wo östlich von San Francisco der fabelhafte Yosemite-Nationalpark mit seinen Mammutbäumen wartete. Als Zugabe spielten die Musiker „King Cotton“, einen amerikanischen Militärmarsch von John Philip Sousa.

Nach der Pause betraten die Musiker des Blasorchesters der Stadtkapelle unter Leitung von Musikdirektor Dr. Rustam Keil die Bühne. Das Orchester präsentierte „Praise Jerusalem“ aus der Feder von Alfred Reed. Die Variationen eines Osterlieds aus dem 7. Jahrhundert führten die Zuhörer nach Armenien. Das Stück wird für das Höchststufenwertungsspiel vom Kreisverband Sigmaringen in Hohentengen am 18. und 19. Mai vorausgesetzt.

Italienische Gastmusiker

Die Wahl des Vereins einer weiteren Komposition für den Wettbewerb fiel auf „Funiculi – Funicula“ von Luigi Denza, arrangiert von Yo Goto. „Falls Sie sich wundern, warum wir bei diesem Stück heute besonders authentisch klingen, das könnte an den zwei italienischen Gastmusikern liegen, mit denen wir heute spielen dürfen“, sagte der Vorsitzende Frank Schneider.

Mit dem Konzertmarsch „Attila“ vom Komponisten Julius Fučik machte das Orchester einen Schlenker nach Ungarn und erzeugte beim Publikum Imaginationen von einer rasenden Reiterei in der Pannonischen Tiefebene. Nach dem wilden Ritt stand die Besichtigung der grünen Insel an. Im Norden Irlands – mit dem Stück „Carrickfergus Posy“ von James L. Hosey – begonnen, setzte sich die Reise ins Herzen des Landes fort. Die gewaltige Tondichtung „Gaelforce“ kann sowohl als „Kraft der Gälen bzw. Iren“ als auch im doppelten Sinne als „Kraft des Windes bzw. der Bläser“ verstanden werden. Die Kraft der Komposition, für die Peter Graham drei alte Volkslieder als Vorlage nutzte, liegt vor allem im Wiedererkennungswert. „Dieses Stück hat Ohrwurmcharakter“, sagte Armin Büchele, stellvertretender Vorsitzender.

Als Dank für tosenden Applaus spielte das Orchester zwei Zugaben. Passend zum Thema des Abends den offiziellen Marsch der Vereinten Nationen von Robert Stolz und den weltbekannten Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater), bei dem zum Mitklatschen eingeladen wurde.

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