Einblicke in die „fliegende Intensivstation“

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Die Mitglieder des ASB erhielten wertvolle Informationen.
Die Mitglieder des ASB erhielten wertvolle Informationen. (Foto: Jerg Maier)
Schwäbische Zeitung

Zehn Helfer des Arbeiter-Samariter-Bunds Orsenhausen-Biberach haben das Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim besucht, um sich in den Rettungshubschrauber „AirMedEvac CH53“ (Air Medical Evacuation – Medizinische Versorgung per Lufttransport) einweisen zu lassen. Beide Seiten können sich auch künftig eine Zusammenarbeit vorstellen, etwa durch eine gemeinsame Übung, um für den Katastrophenfall besser vorbereitet zu sein.

Die Sikorsky CH-53 der Luftwaffe kann schnell zu einem Rettungshubschrauber umgerüstet werden, der die qualifizierte medizinische Versorgung von bis zu zehn Leichtverletzten sicherstellen kann. „Wir haben aber auch die Möglichkeit, die medizinischen Versorgungsbereiche des Hubschraubers so zu konfigurieren, dass wir einen Intensivtransport von einem schwer Verletzten sowie zwei mittelschwer Verletzten gleichzeitig durchführen können. Zudem können wir bis zu vier leichtverletze Patienten betreuen. Wir sind quasi eine fliegende Intensivstation“, erklärte Hauptfeldwebel Schnabel dem interessierten Publikum.

Grundsätzliche Unterschiede

„Die Intensivbetreuung während des Fluges übernehmen dabei ein Fliegerarzt, ein Anästhesist, ein Intensivpfleger sowie zwei Flugmedizinische Assistenten. Das Arbeiten an Bord eines Hubschraubers unterscheidet sich doch grundsätzlich von der Arbeit in einem Intensivtransportwagen“, sagte Schnabel. „Die taktischen Flugbewegungen des Hubschraubers, Lärm, die Dunkelheit, Vibrationen, Kälte, schlechte Sicht bei Nacht sowie die räumliche Enge setzen ein eingespieltes und trainiertes medizinisches Team zur bestmöglichen Versorgung der Patienten voraus.“

Lehrreiche Funkkommunikation

Diese Gelegenheit nutzten die Teilnehmer gleich und durften erste Erfahrungen der Funkkommunikation machen. Trotz der bereits vorhandenen Einsatzerfahrung war dieser Abschnitt für die Rettungskräfte des ASB sehr lehrreich. Selbst ohne die Geräusche der Rotorblätter und der beiden insgesamt 8000-PS-starken Turbinen ist eine effiziente Kommunikation nicht nur anspruchsvoll, sondern auch überlebenswichtig für die Patienten. „Wenn dann der Lärm, der Stress und die Anspannung, vor allem während eines Einsatzes in Krisengebieten, dazu kommen, stellt das eine immense Herausforderung für das gesamte medizinische Team dar“, stellte sich eine Teilnehmerin einen Rettungseinsatz bildhaft vor.

Gemeinsame Übung denkbar

„Wir dürfen das nicht als einmalige Aktion betrachten“, erklärte Markus Eckhardt als Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes Orsenhausen die Weiterbildungsmaßnahme seiner Mitarbeiter. Denkbar wäre auch eine gemeinsame Übung, um im Katastrophenfall noch besser vorbereitet zu sein. Sowohl aus militärischer Sicht als auch aus Sicht des ASB war die Einweisung ein voller Erfolg, weshalb weitere gemeinsame Unternehmungen die Zusammenarbeit stärken sollen. „Wir können so viel voneinander lernen, uns ergänzen und gemeinsam das Rettungswesen in Deutschland erheblich verbessern“ lobt Eckhardt das Engagement des Hubschraubergeschwaders 64 am Ende der Weiterbildung.

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