Ein fliegendes Pferd

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Hinten Heer, vorne Luftwaffe: Die CH-53 mit Sonderlackierung verbindet Herkunft und Zukunft.
(Foto: Ralf Hochrein)
Roland Ray

Nanu, was fliegt denn da?! Eine CH-53 der Bundeswehr ist’s, doch nicht im gewohnten Grau zieht sie ihre Kreise am Himmel über Laupheim, sondern mit einer farbenfrohen Sonderlackierung. Wie das?

Oberstleutnant Stefan Demps, stellvertretender Kommodore des Hubschraubergeschwaders 64, klärt auf. Zu besonderen Anlässen dürfen die fliegenden Verbände es bunt treiben mit einem Luftfahrzeug. In diesem Fall gibt es sogar zwei Gründe: Der Hubschrauber CH-53 ist vom Heer zur Luftwaffe gewechselt, und das Geschwader wurde neu aufgestellt.

Sechs Soldaten des Verbands in Laupheim und Schönewalde haben das außergewöhnliche Design des Helikopters entworfen. Motive und Farben sind mit Bedacht gewählt. Das Grau am Heck erinnert an die Heeresflieger-Vergangenheit. Zugleich werden die Leistungen der inzwischen aufgelösten Mittleren Transporthubschrauberregimenter Laupheim, Rheine und Mendig gewürdigt. Neben ihren Wappen stehen die Namen der Friedensmissionen und humanitären Einsätze, an denen sie beteiligt waren: Kurdenhilfe, IFOR, KFOR, ISAF, Kongo, Pakistan, Galtür, Oderbruch...

Luftwaffenblau ist der vordere Teil des Hubschraubers lackiert, diese Farbe steht für das Hier und Jetzt. An den Seiten galoppieren Vollblüter, sie künden vom guten Ruf der CH-53 als zuverlässiges Arbeitspferd. Die Unterseite ziert, gut sichtbar vom Boden aus, das Wappen des Hubschraubergeschwaders 64.

„Die Gestaltung verbindet das Alte mit dem Neuen“, sagt Stefan Demps. Das Zusammenhörigkeits-gefühl im Verband solle auch auf diese Weise gestärkt werden. „Das ist etwas für die Seele“, sagt der stellvertretende Kommodore, „etwas, mit dem sich jeder bei uns identifizieren kann.“ Auf einem guten Weg sei man allemal.

Botschafter des Geschwaders

Im Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik der Luftwaffe in Erding wurde die Sonderlackierung aufgebracht. Die Maschine soll nun in den nächsten Monaten fliegender Botschafter des Geschwaders und der Luftwaffe sein. Sie wird deutschlandweit bei Flugveranstaltungen und bei Tagen der offenen Tür präsentiert, aber auch im Grundbetrieb in Laup- heim eingesetzt und somit immer mal wieder im Umkreis der Kiesinger-Kaserne zu sehen sein.

2015 verstummen die Triebwerke, dann wird dieser Drehflügler planmäßig außer Dienst gestellt. Die Bundeswehr reduziert ihre CH-53-Flotte; übrig bleiben sollen 66 Maschinen, von denen 60 dem Geschwader in Laupheim und Schönewalde zugeordnet sind. „Für Sonderlackierungen nehmen wir immer Luftfahrzeuge, die bald ausgemustert werden“, sagt Stefan Demps. „Dann muss man sie nicht irgendwann erneut umlackieren. Diese CH-53 ist eine der ältesten und hat mit die meisten Flugstunden. Sie hat mit Sicherheit viele der Einsatzorte gesehen, die hinten auf dem Heck zu lesen sind.“

Sollte die Maschine nach der Ausmusterung einen Ehrenplatz im Geschwader zugewiesen bekommen, „wäre das eine Option, die uns gefallen würde“, sagt der Oberstleutnant.

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