„Dreamteam“ freut sich auf Weisweilers Erben

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Beim Hallenturnier für Traditionsmannschaften im vergangenen Dezember in Friedrichshafen freuten sich Mitglieder des Laupheimer
Beim Hallenturnier für Traditionsmannschaften im vergangenen Dezember in Friedrichshafen freuten sich Mitglieder des Laupheimer Fanclubs (vorne 5. v. r.: Ulf Petersohn) mit den Spielern der Weisweiler-Elf über deren Turniersieg. (Foto: privat)

Der Gladbach-Fanclub „Dreamteam Laupheim“ feiert im kommenden Jahr sein 15-jähriges Bestehen – und macht sich dazu selbst und den Fußballfreunden in der Region ein besonderes Geschenk: Die Weisweiler-Traditionself tritt am Samstag, 13. Juli, auf dem Sportgelände in Rißtissen gegen eine Regionalauswahl an.

Das ist mal eine ordentliche Steigerungsrate: Aus zwölf Gründungsmitgliedern im August 2004 sind bis heute 167 geworden, die ihre Begeisterung für den Traumverein aus Mönchengladbach mit der Mitgliedschaft im Laupheimer Fanclub Dreamteam unterstreichen. Im Schnitt kamen also zehn pro Jahr dazu, und neben den monatlichen Treffen im Gasthaus „Zum Schützen“ stehen vor allem gemeinsame Besuche der Spiele der „einzigen Borussia“ – so die Fans über ihren Lieblingsklub – auf dem Programm. Oder besondere, selbst veranstaltete Events.

Gleich deren drei sind im kommenden Jahr geplant, wenn der Fanclub 15 Jahre alt und vermutlich noch ein paar Mitglieder mehr haben wird. Auftakt soll die Teilnahme am Eröffnungszug des Laupheimer Kinder- und Heimatfests am Freitag, 5. Juli, sein. Abschluss ist eine einwöchige Radtour von Laupheim nach Mönchengladbach mit der Ankunft im Borussia-Park am 12. August – dem Gründungstag des Fanclubs Dreamteam vor 15 Jahren. Der Höhepunkt freilich liegt mittendrin: das Gastspiel der „Hennes-Weisweiler-Traditionself“ am 13. Juli in Rißtissen.

„Der Vertrag ist unterschrieben, wir freuen uns auf den Auftritt vieler namhafter, ehemaliger Borussen-Spieler“, sagt Ulf Petersohn, das in Mönchengladbach aufgewachsene Leitpferd der Laupheimer „Fohlen“-Fans. Diesen Beinamen hat der Klub vom Niederrhein seit seinen glorreichen Zeiten in den Siebziger Jahren, als die junge Mannschaft zu insgesamt fünf deutschen Meistertiteln, zwei UEFA-Cup- und einem DFB-Pokalsieg förmlich galoppierte. Vater dieser Erfolge war Trainerlegende Hennes Weisweiler, nach dem denn auch die heutige Traditionself der Borussia benannt ist.

Neuville, Pflipsen & Co.

Gegründet wurde diese Elf, so erzählt Ulf Petersohn, vor rund 30 Jahren vom ehemaligen Gladbach-Masseur „Charly“ Stock. Dem Kader gehören etwa 30 bis 35 Spieler an – darunter durchaus namhafte Akteure wie Oliver Neuville, Karlheinz Pflipsen, Hans-Jörg Criens, Peter Wynhoff, Thomas Kastenmaier, Ewald Lienen, Michael Sternkopf, Mike Hanke, Arie van Lent, Marcell Jansen, Bernd Krauss oder Roul „Ruuuuul“ Browers. Eingefleischten Fans sind auch Ballkünstler wie Bachirou Salou oder Chiquinho ein Begriff. Wer letztlich in Rißtissen dabei sein wird, steht noch nicht fest. Vergeblich sucht man indes einen Günther Netzer, Jupp Heynckes, Rainer Bonhof, Alan Simonsen oder Wolfgang Kleff, Lothar Matthäus oder Stefan Effenberg im Kader – die sind zu alt beziehungsweise zu beschäftigt.

Dennoch verspricht das Duell gegen eine noch zu nominierende Regionalauswahl feine Fußballkost. „Die Weisweiler-Elf ist seit Jahren sehr erfolgreich, bei Traditionself-Turnieren gewinnen die regelmäßig“, weiß Ulf Petersohn. Er und einige Dreamteam-Mitglieder überzeugten sich davon persönlich im vergangenen Dezember, als die Weisweiler-Elf den Legenden-Cup in Friedrichshafen gewann und bei diesem Hallenturnier die Traditionsmannschaften von Schalke 04, Werder Bremen, 1. FC Köln und Dinamo Zagreb hinter sich ließ.

Gladbach hat mittlerweile 1100 Fanclubs, da ist die Weisweiler-Elf oft zu Turnieren oder Spielen unterwegs. Gerne auch zu Benefizzwecken“, berichtet Ulf Petersohn. Auch der Laupheimer Fanclub Dreamteam wird den Erlös des Spiels in Rißtissen für einen guten Zweck spenden. Dabei hofft man, die anfallenden Kosten mit Sponsorengeldern decken zu können.

Fantreffen am Freitag

Um möglichst viele Fans auch aus weiterer Entfernung anzulocken, veranstalten der Fanclub und der TSV Rißtissen als Ausrichter am Vortag ein Regionaltreffen für Gladbach-Fans aus ganz Süddeutschland, bei dem auch der Borussia-Fanbeauftragte Thomas „Tower“ Weinmann und Dirk Kramer vom Borussia-Fanprojekt dabei sein wollen. Am Samstagnachmittag ist dann noch ein Training mit den Regionalfördergruppen des Bezirks Donau vorgesehen, ehe voraussichtlich um 18 Uhr der Auftritt der Weisweiler-Elf angepfiffen wird.

Gute Verbindungen zum TSV Rißtissen

Dass die Veranstaltung nicht im Laupheimer Olympia-Stadion, sondern in Rißtissen stattfindet, hat einen einfachen Grund: Der TSV Rißtissen und der Fanclub sind seit Jahren freundschaftlich verbunden, der stellvertretende TSV-Vorsitzende Thomas Gerhardt ist eingefleischter Gladbach-Anhänger, und der Vorsitzende Jörg Spaniel sympathisiert ebenfalls mit dem Traditionsverein und fünfmaligen deutschen Meister vom Niederrhein. Weihnachtsfeiern des Fanclubs „Dreamteam Laupheim“ seien schon im TSV-Vereinsheim abgehalten worden, ebenso wie Fanclubtreffen auf dem Sportgelände, sagt Spaniel. Der Kontakt zwischen Fanclub und Verein bestehe schon länger.

Als von „Dreamteam Laupheim“ nun die Anfrage kam, ein solches Spiel auszurichten, dessen Einnahmen dazu noch einem guten Zweck zukommen sollen, sagten die Vereinsverantwortlichen sofort zu. „Wir freuen uns, dass wir unsere Anlage zur Verfügung stellen können“, so Spaniel.

Erfahrung mit der Ausrichtung zugkräftiger Spiele hat man beim TSV ohnehin: Im Juni 2017 war Rißtissen Austragungsort des Entscheidungsspiels der damaligen Bezirksliga-Vizemeister TSG Ehingen und SV Sulmetingen, 1000 Zuschauer säumten den Platz.

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