„Diese Arbeit wird Sie alle prägen“

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Angelika Gretzinger

70 neue Referendare für den Landkreis Biberach, den Alb-Donau-Kreis und die Stadt Ulm sind am Freitag im evangelischen Gemeindehaus in Laupheim feierlich vereidigt worden. Für die 63 Frauen und sieben Männer beginnt nun am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung für Grundschule in Laupheim der zweite Teil ihrer Ausbildung als Grundschullehrerinnen und -lehrer.

„In 18 Monaten verlassen Sie diese Räume als anderer Mensch“, versprach Schulrätin Katja Kleiner vom Staatlichen Schulamt Biberach in ihrem Grußwort. Die Grundschulen leisteten unverzichtbare Arbeit. Erziehen, Unterrichten, Beraten und Beurteilen seien die Herausforderungen, die auf die jungen Lehramtsanwärter und -anwärterinnen zukommen würden. „Diese Arbeit wird Sie alle prägen“, sagte Kleiner. Grundschullehrer, das sei ein wunderschöner Beruf, der aber neben der Chance auf innere Balance auch die Gefahr der Belastung in sich berge.

Inklusion, Integration und Digitalisierung seien heutzutage neue Herausforderungen an die Lehramtsanwärter. Schwierige Rahmenbedingungen hätten das Interesse an der Ausbildung in der Vergangenheit schrumpfen lassen, merkte Laup-heims Erste Bürgermeisterin Eva-Britta Wind an. Für die Stadt Laup-heim sei es aber wichtig, gut ausgebildete und motivierte Lehrer zu haben. Deshalb sei der Bereich Bildung und Betreuung für die Stadt von großer Bedeutung. Vergleiche man ein Foto von einem Klassenzimmer des Jahres 2009 mit einem von 2019, so seien diese oft noch identisch. Ver-altete Technik sei noch oft vorzufinden. Die Stadt Laupheim arbeite diesem Bild entgegen und rüste alle Schulen mit modernster Technik aus, versprach Wind.

Mama? Papa? Wundervoll!

Auch Stefan Langer, Direktor des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung Grundschule, betonte in seiner Ansprache die Verantwortung, die der Beruf des Lehrers mit sich bringe. Dennoch verberge sich viel Positives hinter dieser Verantwortung. „Sie werden durch die Arbeit mit den Kindern jung bleiben, die Zukunft prägen, Menschen beim Wachsen begleiten und ihnen helfen, groß zu werden“, versprach er. Wenn einmal ein Kind aus Versehen „Mama“ oder „Papa“ zu einem sage, so sei das wundervoll. „Sie sind als Mensch da und nicht auf die Rolle des Lehrers beschränkt“, gab er den neuen Referendaren mit auf den Weg. Kinder sollten in guter Beziehung zu ihren Lehrern lernen. „Auf den Lehrer kommt es an“, dieser Satz gelte immer noch.

„Sie alle können die momentanen Lücken gar nicht füllen, wir brauchen Sie“, sprach Heidrun Drews als Personalratsvorsitzende das Problem des immer noch anhaltenden Lehrermangels an. Sie versprach, sich weiterhin vehement dafür einzusetzen, dass auch die Grundschullehrer in Zukunft nach A 13 besoldet werden.

Mit viel guter Laune bewiesen die Kurssprecher des Kurses 18 vom vergangenen Jahr, dass der Beruf des Lehrers viel Freude bereiten kann. Humorvoll nahmen sie die geringe Zahl an männlichen Bewerbern für das Grundschullehramt aufs Korn. Zudem thematisierten sie auf heitere Art und Weise einen Tag im Leben als Referendar. Zur Erheiterung des ganzen Saals bekannte manch Lehrbeauftragter, dass das so wichtige gesunde Pausenbrot bei ihm auch mal vom Chinesen oder von der Dönerbude um die Ecke stamme.

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