Die Heiligen Drei Könige machen sich wieder bereit

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Vier Tage lang werden die Kinder Anfang Januar wieder in ganz Laupheim unterwegs sein.
Vier Tage lang werden die Kinder Anfang Januar wieder in ganz Laupheim unterwegs sein. (Foto: Jürgen Pichler)
Franziska Müller-Pichler

Kaum sind die letzten sommerlichen Tage vorbei, machen sich auch schon wieder die Laupheimer Sternsinger für ihre große Aktion bereit. Wie jedes Jahr werden sie zu Jahresbeginn in bunten Gewändern von Tür zu Tür ziehen und den Segen Gottes in jedes Haus bringen.

Auch wenn die eigentliche Sternsingeraktion erst vom 2. bis 5. Januar stattfindet, gilt es bereits jetzt, mit den umfangreichen Planungen zu beginnen. Das heißt, die Projekte zu sichten, die Utensilien zu besorgen und instandzuhalten, neue Lieder auszusuchen, und das Allerwichtigste: möglichst viele Kinder für die Aktion zu begeistern.

Hierfür werden nach den Herbstferien alle Laupheimer Grundschulklassen besucht und den Kindern wird dort von den Sternsingern und der Laupheimer Tradition erzählt. Für die Aktion sind mittlerweile über 100 Kinder nötig, um an jeder Haustür der Kernstadt singen zu können. Mitmachen können alle Kinder ab der ersten Klasse, die Konfession ist dabei egal. Spaß am Singen sollten die Kinder haben und natürlich Zeit von 2. bis 5. Januar. Viele der Laup-heimer Sternsingerkinder singen schon Jahre mit, doch da Laupheim stetig wächst, werden jedes Jahr neue Kinder dringend gesucht.

Damit die Aktion erfolgreich laufen kann, proben alle Kinder an den Samstagen vor Weihnachten ab 17. November fünfmal, immer von 9 bis 10 Uhr im Katholischen Gemeindezentrum in der Mittelstraße. Die Kinder lernen die Lieder der Sternsinger, aber auch das Verhalten an der Haustür und sie erfahren etwas über die Projekte, für die dieses Jahr gespendet wird. Wenn jemand nicht zu jeder Probe Zeit hat, ist das auch nicht so schlimm, Hauptsache am Ende sitzt der Text.

Elterninfo am 24. November

Am 24. November findet parallel zu den Proben eine Elterninformation statt. Die Eltern sind eingeladen, mitzuhelfen, sei es beim Schminken, Ankleiden oder Begleiten der Gruppen. Die Begleitung der Gruppen durch Eltern ist unerlässlich, denn alleine wird in Laupheim keine Gruppe losgeschickt, auch wenn so mancher Sternsinger seinen Eltern schon auf den Kopf schauen kann.

Nach den ersten Proben werden die Gruppen eingeteilt. Die Kinder können entweder zwei Tage (2./3. oder 4./5. Januar) oder an allen vier Tagen singen.

Am 28. Dezember findet die Kleiderprobe statt, bei der sich jedes Kind sein Gewand selbst aussuchen darf. Wer an dem Termin keine Zeit hat, bekommt etwas aus dem großen Fundus zusammengestellt. Am 2. Januar um 16 Uhr läutet dann im Kloster der Steyler Missionsschwestern in Laupheim der Aussendungsgottesdienst die Sternsingertage ein.

Gebiete werden neu gestaltet

Dieses Jahr werden die Gebiete etwas anders gestaltet als die Jahre zuvor, dem Wachstum der Stadt geschuldet. Hierzu veröffentlicht die „Schwäbische Zeitung“ im Dezember noch einen genauen Plan. Denn nichts freut die Sternsingergruppen mehr, als wenn die Leute wissen, wann die Gruppen kommen und sie bereits erwarten. Die Gruppen werden wieder jeweils von etwa 16 Uhr bis 20 Uhr unterwegs sein. Ende der Aktion ist der Abschlussgottesdienst am 6. Januar um 10 Uhr in der Marienkirche mit anschließendem Neujahrsempfang im Gemeindezentrum.

Für die Kinder ist die Sternsingeraktion aber mehr als nur gemeinsames Singen. Selbst bei den Kleinsten steht schon die Hilfe für andere Kinder auf der ganzen Welt, denen es nicht so gut geht wie einem selbst, im Vordergrund. Die Kinder lernen Durchhaltevermögen, Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein. Und am Ende der Aktion erfahren die Kinder, was es bedeutet, richtig stolz auf sich selbst zu sein – und das dürfen alle Sternsinger dann fürwahr auch sein.

36 499 Euro in Ghana und Bolivien angekommen

Die bei der vergangenen Sternsingeraktion in Laupheim gesamelte Rekordsumme von 36 499 Euro ist in Ghana und Bolivien angekommen. Wie die vergangenen Jahre kamen auch im Jahr 2018 die Spendengelder zum größten Teil den Projekten der Steyler Missionsschwestern zu Gute.

In Adeemra (Ghana) wurde erneut die Berufsschule unterstützt. Sie bietet jungen Mädchen die Chance auf eine Ausbildung. Der Bau des dazugehörigen Wohnheims wurde durch die Spenden der vergangenen Jahre zu einem großen Teil finanziert.

In der Siedlung „20de Octubre“ in Cochabamba in Bolivien kümmert sich ein Projekt der Steyler Missionsschwestern ebenfalls um Frauen und junge Mütter. Es werden Bildungskurse angeboten, die das Selbstwertgefühl der Frauen stärken sollen, das dann auch an deren Kinder weitergegeben wird, so die Idee des Projekts. Die Kurse werden – auch zum wiederholten Male – durch Spendengelder der Sternsingeraktion finanziert.

2019 im Fokus: Hilfe für Kinder mit Behinderung

Dieses Jahr steht die deutschlandweite Aktion des Kindermissionswerks Aachen unter dem Motto „Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“. Weltweit erfahren gerade Kinder mit Behinderung viel zu oft, was es heißt, besonders zu sein und was es bedeutet, außen vor zu bleiben, skeptisch angeschaut oder bemitleidet zu werden. Aus diesem Grund werden diese Kinder in der Sternsingeraktion 2019 besonders in den Fokus gestellt. Es geht um Kinder mit Behinderungen, die aufwendige Therapien benötigen oder spezielle Betreuung. Dies gestaltet sich in den ärmsten Regionen der Erde noch viel schwerer, als es ohnehin schon ist. In diesem Jahr wird ein Teil der Laupheimer Spenden dazu beitragen, Kindern dort Therapien zu ermöglichen oder ihnen eine spezielle Betreuung zu finanzieren.

Daneben werden selbstverständlich wieder die Projekte der Steyler Missionsschwestern unterstützt. Hier ist den Laupheimer Sternsingern kontinuierliche Hilfe wichtig, denn nur wenn die Unterstützung stetig kommt, kann nachhaltig etwas bewirkt werden.

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