Diana Seichter-Mäckle tritt als Vorsitzende des FV Olympia zurück

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 Stabwechsel: Im September 2016 trat Diana Seichter-Mäckle beim FV Olympia Laupheim als Vorsitzende die Nachfolge von Ernst Aube
Stabwechsel: Im September 2016 trat Diana Seichter-Mäckle beim FV Olympia Laupheim als Vorsitzende die Nachfolge von Ernst Aubele an. Jetzt ist sie zurückgetreten. (Foto: Archiv: Roland Ray)
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Diana Seichter-Mäckle ist nicht mehr Vorsitzende des FV Olympia Laupheim. Vergangene Woche hat sie ihren Rücktritt erklärt, genauso wie Markus Eckhardt, der erst Ende September zum Schatzmeister gewählt worden war. Den rund 650 Mitglieder zählenden Verein führen jetzt vorerst die stellvertretenden Vorsitzenden Ernst Aubele und Achim Reinalter.

„Ich habe mein Amt aus freien Stücken vorzeitig zur Verfügung gestellt“, bestätigte Diana Seichter-Mäckle der „Schwäbischen Zeitung“. Als Grund nannte sie unterschiedliche Auffassungen im Vorstand, wie es mit dem Verein weitergehen soll. Dabei ging es offenbar vor allem um den künftigen finanziellen Kurs.

Der FV Olympia tut sich seit Jahren schwer, eine schwarze Null zu schreiben; die vereinseigenen Liegenschaften an der Hasenstraße sind sanierungsbedürftig. Ihr Ziel sei es gewesen, „das Ganze solider aufzustellen und die Verbindlichkeiten zu minimieren, um dem Verein finanziell etwas Luft zu verschaffen“, sagt Seichter-Mäckle. „Ich wollte das Fundament belastbarer machen.“ Was grundsätzliche Fragen aufwarf: „Was können wir uns vor diesem Hintergrund leisten? Wie gehe ich mit dem um, was ich habe? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?“

Kein „weiter so wie bisher“

Sie habe nie verhehlt, dass ein „weiter so wie bisher“ mit ihr auf Dauer nicht zu machen wäre, sagt Seichter-Mäckle. Der „Zahlenmensch“ Markus Eckhardt, Geschäftsführer des ASB Orsenhausen-Biberach, habe ihr zudem als Olympia-Schatzmeister die eine oder andere Erkenntnis vermittelt, „die ich vorher noch nicht hatte“.

Im Vorstand sei man bei dieser Thematik auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen, bedauert Seichter-Mäckle. In der Folge sei sie zu der Einsicht gelangt, dass sie ihre Ziele als Vorsitzende nicht werde umsetzen können. Es gebe Strömungen und Entwicklungen im Verein, die sie nicht mehr mittragen wolle. Deshalb habe sie bei einem Treffen vorige Woche ihren Rücktritt erklärt. Das sei ihr alles andere als leicht gefallen – „so ein Amt wirft man ja nicht einfach hin“.

Die stellvertretenden Olympia-Vorsitzenden Ernst Aubele und Achim Reinalter zeigten sich im Gespräch mit der SZ überrascht von Seichter-Mäckles Schritt. Beide bestätigen, dass es im Kern um die Frage gehe, „wie man die knappen Ressourcen verwendet“. Allerdings habe es dazu noch keine Beschlüsse gegeben. „Wir waren mitten in einem Diskussionsprozess“, sagt Reinalter. „Die Entscheidungsfindung war bei Weitem noch nicht abgeschlossen“, pflichtet Aubele ihm bei.

Auch Aubele, der das Amt des Vorsitzenden vor gut zwei Jahren an Seichter-Mäckle abgetreten hatte, ist bewusst: „Der FV Olympia ist finanziell nicht auf Rosen gebettet.“ Für länger gediente Vorstandsmitglieder sei das, obschon unbefriedigend, nichts Außergewöhnliches.

„Sparen, aber mit Bedacht“

„Es muss gespart werden“, sagt Aubele, „aber mit Bedacht“. Zum jetzigen Zeitpunkt den Etat für den Spielbetrieb zu deckeln, „das kann man machen, aber der Betrag muss systemverträglich sein“. Sonst könnte leicht eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden, „die keiner will“. Würde zum Beispiel das Budget der ersten Mannschaft nur noch für die Fußball-Bezirksliga statt für die Verbandsliga reichen, ginge viel sportlicher Anreiz für die Nachwuchskicker verloren.

Folglich sei stets zu fragen: „Wenn wir dieses oder jenes beschließen, was löst das aus?“, betont Aubele. Budgetfragen müssten überdies mit allen Betroffenen, auch der sportlichen Leitung, besprochen und abgestimmt werden, Schritt für Schritt. „Wir müssen alle einbinden“, sagt Achim Reinalter.

Eine Einigung im Vorstand in diesen Fragen habe er durchaus für möglich gehalten, sagt Aubele. „Aber wir waren noch nicht so weit. Dann ist Frau Seichter-Mäckle unterwegs ausgestiegen.“

Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden führen nun zunächst die Geschäfte. „Mit zwei Vorstandsmitgliedern ist die Olympia nach dem Vereinsrecht und den Statuten handlungsfähig“, erklärt Aubele. Man werde sondieren, ob jemand das Spitzenamt übernehmen möchte, und zu gegebener Zeit eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Auch finanziell sei der Verein handlungsfähig, „unsere Zahlungsverpflichtungen können wir in vollem Umfang erfüllen“.

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