Der umsichtige Meister der Finanzen geht

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Der Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Bernd Pfister (links), überreichte Geschenke an Gerald und Dorothea Wery.
Der Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Bernd Pfister (links), überreichte Geschenke an Gerald und Dorothea Wery. (Foto: Angelika Gretzinger)
Angelika Gretzinger

Bei einem Empfang im Gemeindehaus hat die Evangelische Kirchengemeinde Laupheim am Sonntag ihren langjährigen Kirchenpfleger Gerald Wery verabschiedet. Ehrengäste und Weggefährten lobten seine stets umsichtige und sorgfältige Arbeitsweise.

„Jetzt soll ich was sagen, aber nach diesem überwältigenden Abschied mit so vielen warmen Worten fällt es mir schwer, mich nochmal zu äußern“, eröffnete ein sichtlich bewegter Gerald Wery seine Abschiedsrede. Und dennoch schaffte er es, Humor und Sorgsamkeit zu vereinen. Eigenschaften, für die er zuvor von mehreren Rednern gelobt worden war. Das gegenseitige Vertrauen sei ihm immer das Wichtigste gewesen, sagte Wery. Und auch das gute Miteinander mit den Mitarbeitern sei eben nicht selbstverständlich, fasste er seine fast 25-jährige Amtszeit zusammen.

„Wenn jemand wie Sie bis über das Alter von 70 Jahren hinaus ein Amt bekleidet, dann muss es Ihnen auch Spaß gemacht haben“, meinte Pfarrerin Martina Servatius. Im Jahr 1994, als Wery zum Kirchenpfleger gewählt wurde, habe er eine herausfordernde Arbeit in einer damals eher spannungsreichen Kirchengemeinde vor sich gehabt. Mit sieben Pfarrern und Pfarrerinnen habe er seither zusammengearbeitet und fünf Kirchengemeinderatsgremien miterlebt. Stets habe Wery dabei die richtige Balance gefunden. „Er hat die Pfarrer und die Gremien in seiner Hand“, scherzten Servatius und die Kirchengemeinderatsmitglieder in einem von mehreren eigens gedichteten Abschiedsliedern.

Ein solches Gremium war der Bauausschuss. „Wenn wir all die Jahre zurückblickten, gäbe es viel zu berichten“, sagte Werner Lehmann, Architekt. Er habe Gerald Wery als einen sehr sparsamen Geldverwalter erlebt. Allein durch seine Nachverhandlungen seien beim Neubau des Gemeindehauses mehr als 20 000 Euro eingespart worden. Letztendlich seien die angestrebten Baukosten sogar unterschritten worden. „Er ist ein Meister der Zahlen und Finanzen. Aber auch ein Architekt und Künstler schlummert in ihm“, lobte Lehmann den scheidenden Kirchenpfleger.

Wery habe deutliche Fußabdrücke hinterlassen, stimmte auch Klaus Zülzke, Leiter des Evangelischen Verwaltungszentrums Biberach, zu. Bis heute sei ein von ihm mitgestaltetes Kirchensteuerverteilungssystem in Kraft. „Ihre Argumentationen haben mich immer wieder beeindruckt“, lobte er Wery.

Kompetenz, Zuverlässigkeit, klare Worte, hoher Sachverstand und immer ein leicht verschmitztes Lächeln im Gesicht seien die Merkmale Werys, fügte Josef Schoch, Dezernent für Bildung, Betreuung und Soziales, im Namen der Stadt Laupheim hinzu. Wery habe Visionen gehabt und Weitsicht gezeigt. Es sei viel diskutiert worden, aber stets freundlich und mit einem konkreten Ziel vor Augen.

Oliver Nägele, Vorsitzender der Bezirkssynode und des Kirchenbezirksausschusses, fasste es wie folgt zusammen: „Gerald Wery hat zwei Gegensätze vereint. Zum einen war er ein Anker der Beständigkeit, der Ruhe und der Kompetenz, zum anderen der Motor vieler Projekte.“

„Mit der Pfeife im Mund läuft die Kirchenpflege rund“, reimten die Kirchengemeinderatsmitglieder auf ihren ehemaligen Mann für die Finanzen. Nachfolgerin im Amt wird nun Sabine Martin. Bereits seit 2007 ist sie im Verwaltungszentrum Biberach tätig. Seit zwei Jahren ist sie dabei auch schon mit den Buchungen der Einnahmen und Ausgaben der Evangelischen Kirchengemeinde Laupheim betraut. Die studierte Betriebswirtin aus Erlenmoos wird in Zukunft einen Tag pro Woche in Laupheim anwesend sein. Gerald Wery überreichte ihr schon mal das neue Dienstschild und die dazugehörigen Schlüssel.

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