Der Hitzesommer knabbert am Rekord

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Josef Knupfer hat den Natursee im Blick.
Josef Knupfer hat den Natursee im Blick. (Foto: Barbara Braig)
Redaktion Laupheimer Anzeiger

Das Parkbad hat täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Am Saisonende, vom 3. bis 16. September, öffnet es um 10 Uhr und schließt um 19 Uhr. Bei ungünstiger Witterung ist eine frühere Schließung möglich.

Sommerferien in Laupheim, mitten im August. Am frühen Nachmittag sind zahlreiche Radfahrer auf den Straßen unterwegs – die meisten im jugendlichen Alter, Flip-Flops an den Füßen, Rucksack auf dem Rücken, alle in derselben Richtung unterwegs: Zum Parkbad hin, zum Wasser. Die Besucherzahlen dort? Rekordverdächtig.

Schon von weitem hört man es, das entzückte Kreischen vieler Kinder, die im Wasser planschen, den Rutschturm erklimmen oder sich vom Sprungbrett in den Natursee stürzen. Der Sommer hat dieses Jahr voll aufgedreht, das Bad ist voll. Nur die große Liegewiese, sie scheint etwas leer. Kein Wunder: Das Thermometer zeigt 33 Grad, die Sonne knallt vom Himmel wie früher nur in Rimini. Dafür drücken sich die Badegäste in jedes verfügbare Schatteneckchen unter den vielen Bäumen und Büschen auf dem parkartigen Gelände, und wer im Schatten kein Plätzchen mehr ergattert, behilft sich mit einem Sonnenschirm.

Der Hitzesommer 2018 lässt nicht nur die Kinder strahlen, sondern auch die Stadtverwaltung. Andrea Behmüller hält in Vertretung ihres Kollegen, dem Parkbad-Beauftragten Ulrich Möllmann, eine kleine Zwischenbilanz zum Bäderbesuch bereit.

Bisher schon 51 397 Gäste

„Bis zum 20. August hatten wir dieses Jahr schon 51 397 Gäste“, sagt sie. In durchschnittlichen Sommern liegt die Besucherzahl insgesamt bei rund 40 000 Besuchern. In den vergangenen zehn Jahren zeigte sich bisher 2015 als Rekordhalter mit 54 700 Badegästen. „Doch die Saison ist ja noch nicht zu Ende“, meint Andrea Behmüller und ist sich fast sicher: „Den Rekord knacken wir dieses Jahr noch.“ Geht die Saison doch eine Woche länger als sonst, bis zum 16. September. Auch 2003, das fast schon legendäre Hitzejahr, wies eine sehr hohe Besucherzahl auf. „Hierüber haben wir aber keine verlässlichen Zahlen.“

Bislang bestbesuchter Tag war der 26. Juli, der erste Ferientag. 1736 Menschen wollten sich an diesem Donnerstag im Parkbad Abkühlung verschaffen. In Jahren mit durchwachsenem Wetter gäbe es zwar Tage mit mehr Besuchern. „Aber da stürzen sich die Menschen natürlich auf die wenigen schönen Tage“, sagt Andrea Behmüller. „Seit Ferienbeginn hatten wir kontinuierlich über 1000 Besucher pro Tag.“ Noch gilt der Juli als meistbesuchter Monat mit 18 628 Besuchern, doch bis zum 20. August haben jetzt schon mehr als 16 000 Wasserfreunde die Pforten des Bads durchschritten. „Vermutlich überholt der August den Juli noch“, orakelt Andrea Behmüller. Weniger los war, „wie eigentlich immer“, im Mai und Juni. Doch insgesamt hätten sich die Besucher gut über die Tage verteilt.

Das große Schwimmbecken ist gut gefüllt, am Rutschturm hat sich eine Schlange gebildet. Auch im Kleinkinderbecken nebenan ist ordentlich was los. Apropos Kleinkinder: Zahlreiche kleine Erdenbürger tummeln sich im Sand-Matsch-Bereich am Eingang zur großen Liegewiese. „Der Spielbereich kommt richtig gut an, auch dank des großen Sonnensegels darüber“, weiß Behmüller. Das Parkbad habe viele Stammgäste: die Frühschwimmer, die Mütter, die die lauen Morgenstunden für einen Besuch mit ihren Kindern nutzen, die Feierabendschwimmer...

Am Natursee hat Josef Knupfer die Badeaufsicht. Er freut sich, dass der Sommer so prächtig und das Bad so voll ist. Auch wenn die Arbeit dadurch anstrengender wird, denn je voller das Bad, desto mehr muss man auf die Gäste achten. „Zum Glück hatten wir noch keinen ernsten Zwischenfall diesen Sommer“, versichert Andrea Behmüller. Bei den fast 20 Angestellten des Bads – Schwimmmeister, Rettungsschwimmer, Kassenpersonal – herrsche aber trotz des Trubels die Freude über die vielen Besucher vor.

Reger Betrieb am Sprungbrett

25 Grad hat der See, und an drei Stellen ist er besonders gefragt: Am Kiesufer tummeln sich kleine Kinder, in der Seemitte malträtieren Jugendliche freundschaftlich die Badeinsel „Saturn“, und auch am Sprungbrett herrscht Betrieb. Ein paar Meter weiter sitzen Tom und Kerstin Mittelbach in der Sonne und genießen den Tag. Der Blick auf den See, ein Auge auf den badenden Nachwuchs gerichtet: So kann man es aushalten bei der Hitze.

Olga vom „Lagoa“, der ehemaligen Schwimmbadkneipe, zeigt sich mehr als zufrieden mit der Saison: „Wir hatten dieses Jahr einen sehr guten Start. Im Restaurant geht ohne Reservierung nichts“, sagt sie. Und auch der neu errichtete Kiosk, der am Eingang zur Liegewiese steht und das derzeit geschlossene Hallenbad-Bistro ersetzt, laufe sehr gut.

Insgesamt hat das Freibad in diesem Jahr drei Wochen länger geöffnet als sonst. Im Frühjahr startete es am ersten Mai in die Saison. „Da hatten wir in den ersten zwei Wochen 1221 Besucher“, erklärt Behmüller. Damit ist sie zufrieden. Gerade am Anfang und Ende der Saison seien es halt vor allem die „Stammschwimmer“, die kämen. „Im September sind es normalerweise auch nicht mehr.“ Doch wenn das Wetter sich bis in den September hinein freundlich zeigt, könnte auch in der „angehängten“ Woche bis 16. September der Besuch gut bleiben. Warum? Nebenan wird an der neuen Schwimmhalle fürs Hallenbad gebaut. Erst Mitte 2019 soll der Um- und Anbau fertig sein. Da müssten die Laupheimer die verbleibende Badezeit ja eigentlich noch auskosten.

Hitze bringt Rekorde ins Schwitzen

Das Laupheimer Parkbad erlebt

gerade eine besondere Saison. Seite 15

Das Parkbad hat täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Am Saisonende, vom 3. bis 16. September, öffnet es um 10 Uhr und schließt um 19 Uhr. Bei ungünstiger Witterung ist eine frühere Schließung möglich.

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