Der Dschungel lebt und bebt am Rottumstrand

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Schwäbische Zeitung
Franz Liesch

Die Laupheimer Saalfasnet lebt. Das hat der Musikerball am Samstag erneut gezeigt, der nach dem Augenschein noch mehr Besucher angelockt hat als in den Vorjahren. Die Musiker legten sich ins Zeug für einen Ballabend erster Klasse. Das Motto dieses Jahr: „Ab in den Dschungel“.

Raketenähnlich steigt das Stimmungsbarometer mit dem Einmarsch. Vorneweg der Spielmannszug, gefolgt von den am Programm Beteiligten, Tanzgarde, Laup’r Waidäg, Laubachgeistern. Etliche Besucher sind im Dschungel-Look erschienen. Ein Bild mit Dschungelmotiv ziert die Bühne; Dschungel-Geräusche erzeugt Christian Rosteck, der durch das Programm führt, mithilfe der Besucher. Diese dürfen Rufe von Affen, Geräusche von Trampeltieren, den Gesang der Ureinwohner und das Quaken von Fröschen nachahmen. Da hinein brüllt Rosteck einen ohrenbetäubenden Tarzan-Ruf. Das Urwald-Feeling ist fast perfekt.

Die „United Dance Band“ ruft zur ersten Stimmungsrunde auf. Bei „Die Hände zum Himmel“ machen alle mit, steigen auf die Stühle. Die Band hat eine Bewährungsprobe zu bestehen, zum ersten Mal spielt sie beim Musikerball auf. „Einen fetten Applaus für die toll geschmückte Halle“, ruft Conférencier Rosteck. Die Besucher bestätigen mit reichlich Beifall. In der Tat: Es scheint, dass bei der Deko jedes Jahr noch eine Schippe draufgelegt wird.

Enten, Krähen, Papagei

Es hagelt Kritik an der Bundespolitik. „Die Krokodile aus dem Berliner Dschungel haben den Laden nicht im Griff“, findet Rosteck. Die Enten vom Schlosspark werden ganz aktuell auch thematisiert. „Warum erhalten die kein Bleiberecht?“, fragen sich die Musiker. Dafür haben sie eine Lösung für das Krähenproblem. Passend zum Thema treten allerdings keine Krähen auf, sondern Papageien. Diese tanzen ganz fröhlich, man sieht nur Köpfe und Hände. In die Musik hinein fällt ein Schuss. Ein Papagei nach dem anderen fällt nach hinten. Wer ist getroffen? Nicht immer sind sich die Papageien einig.

Im Navi-Dschungel verheddert sich in einem Sketch ein Paar. Das moderne Navigationsgerät verrät, wo sich der Herr in den vergangenen Tagen mit seinem Auto aufgehalten hat. Hoppla, bei der Ex, stellt die Dame fest. Da nützen auch die Rufe in das Gerät „Abbruch“ nichts. Die Freundin bricht ab, und zwar die Beziehung.

Das Stadtkapellen-TV überträgt in zwei Folgen aus dem Dschungelcamp. Die Kulisse bildet das Rottumufer. Herzogin Kate, Helene Fischer und Vitali Klitschko bewerben sich um die Krone des Dschungelkönigs. Was ist schlimmer: Der Verzehr von Tieraugen, Würmern oder einer Biberacher Schützenwurst? Letzteres scheidet bei der Mut-Prüfung aus („Da bekommt man ja 14 Tage lang Durchfall“). Helene Fischer macht schließlich das Rennen, wohl weil sie verspricht, einen Bierkrug bis auf den letzten Rest in einem Zug zu leeren.

Um den Gott des Waldes gewogen zu stimmen, legen die Schlagzeuger der Stadtkapelle eine „Urwald-Trommelnummer“ ein. Zahlreiche Zugabe-Rufe zeigen die Begeisterung. Doch der Programm- Gott kennt kein Erbarmen, das Zeitlimit soll nicht überschritten werden. Die Joe-Baur-Band überbrückt die einzelnen Programmpunkte. Auch die Jungmusiker sind an diesem Abend dabei, mit einem „Knieballett“. Die Knie tragen ein Gesicht und die Uniformmütze. Dazu bewegen sich die Beine zur Musik. Tosenden Applaus gibt es, als sich die „Synchron-Schwimmer“ ihrer Bademäntel entledigen und im Trockenen ihre Künste zeigen.

Nur ein Büschel Blätter

Wie sie der liebe Gott geschaffen hat, treten Jan und Manuel auf. Nur mit einem Büschel Blätter bedecken sie des Mannes edles Körperteil und das Hinterteil. Das Kunststück, sich bei allen Bewegungen bedeckt zu halten, lässt viele Zuschauer den Atem anhalten. Als „richtig tolle Nummer“ war das Schauspiel angekündigt und löst denn auch tosenden Beifall aus.

Bei zwei Auftritten liefert die Tanzgarde der Stadtkapelle, genannt „Private Dancers“, mit ihren graziösen Bewegungen etwas für das Auge. Der Vorsitzende Frank Schneider dankt den mehr als 100 Helfern für ihre Unterstützung.

Von der Aufforderung zum Tanz, zur Musik der „United Dance Band“, wird im Anschluss an das Programm reichlich Gebrauch gemacht. Der Auftritt der „Blech Beat Gugga“ bringt eine besondere Note in den Musikerball.

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