Das Ziel lautet: Pflegende Angehörige entlasten

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Sie suchen künftige Pflegebegleiter für einen Vorbereitungskurs in Laup-heim: (von links) Irene Richter (Diakonie), Ursula Schul
Sie suchen künftige Pflegebegleiter für einen Vorbereitungskurs in Laup-heim: (von links) Irene Richter (Diakonie), Ursula Schulz (Caritas), Pfarrer Peter Schmogro (Diakonie-Bezirksstelle Biberach). (Foto: Roland Ray)
Redaktionsleiter

Der Vorbereitungskurs in Laupheim dauert von Oktober 2018 bis April 2019. Die Schulungstermine sind mittwochs von 14 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 16.30 Uhr, und zwar am 17. Oktober, am 7. und 17. November, am 5. Dezember, am 12. und 23. Januar, am 6. und 23. Februar, am 16. und 20. März und am 3. April. Schulungsort ist das Spitalstüble in Laupheim, Marktplatz 11.

Die Kurskosten werden durch das Projekt getragen.

Anmeldung bis 10. Oktober bei: Irene Richter, Telefon 0174/5836736, richter@diakonie-biberach.de; und bei Ursula Schulz, Telefon 08395/9108670, ursula_schulz51@gmx.de.

Weitere Infos unter www.netzwerk-pflegebegleitung.de

Weit über 5000 pflegebedürftige Menschen leben im Kreis Biberach, die Mehrzahl wird zu Hause betreut. Für die Angehörigen ist das oft eine kräftezehrende Situation. Caritas und Diakonie bilden ehrenamtlich tätige Pflegebegleiter aus, die ihnen zur Seite stehen. Am 10. Oktober beginnt in Laupheim ein Vorbereitungskurs.

„Die pflegenden Angehörigen sind der größte Pflegedienst in Deutschland“, sagt Pfarrer Peter Schmogro, Gesamtleiter der Diakonie-Bezirksstelle Biberach. Für viele von ihnen sei es selbstverständlich, ein krankes oder gebrechliches Familienmitglied daheim zu betreuen; auch könne sich nicht jeder einen Platz im Pflegeheim leisten. Einen Pflegefall zu Hause zu versorgen, könne freilich an die eigene Substanz gehen, weiß Schmogro: „Menschen, die das leisten, fühlen sich häufig unter Druck und sind vielfachen Belastungen ausgesetzt. Die Pflegebegleiter-Initiative möchte sie ein Stück weit entlasten.“

Seit 2010 gibt es dieses Angebot im Landkreis Biberach. Träger sind die Fachdienste „Hilfen im Alter“ von Caritas und Diakonie; finanziell unterstützt werden sie vom Land, vom Landkreis und von den Pflegekassen. Drei Dutzend Ehrenamtliche – bisher ausnahmslos Frauen – haben die Ausbildung zum Pflegebegleiter durchlaufen. Sie treffen sich regelmäßig zum Austausch und zu Fortbildungen und werden ihrerseits fachlich begleitet. Die Jüngsten, die derzeit aktiv sind, sind um die 30, die Ältesten 80. Zwei Vorbereitungskurse fanden in Biberach statt, einer in Ochsenhausen.

„Mit dem neuen Kurs, der am 17. Oktober startet, wollen wir einen Schwerpunkt auf den Raum Laup-heim legen“, sagt Irene Richter, hauptamtliche Mitarbeiterin der Diakonie. Er dauert bis April 2019 und umfasst 60 Unterrichtseinheiten, die sich auf elf Termine, immer mittwochs oder samstags, verteilen. „Unsere angehenden Pflegebegleiter werden intensiv geschult“, erklärt Richter. „Niemand wird ins kalte Wasser geworfen.“ Vermittelt werden unter anderem rechtliche Gundlagen, wie man Gespräche führt und kranken und behinderten Menschen begegnet. „Darüber hinaus versuchen wir spezielle Interessen der Teilnehmer aufzugreifen. Sie können sich mit ihrem persönlichen und beruflichen Hintergrund einbringen und bei ihrem unentgeltlichen Wirken auch eigene Schwerpunkte setzen“, sagt Ursula Schulz aus Tannheim, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Caritas; sie leitet zusammen mit Irene Richter den Kurs.

Zuhören, Lösungen suchen, Brücken schlagen

Was tun Pflegebegleiter? Sie nehmen auf Anfrage Kontakt mit pflegenden Angehörigen auf, oder aus eigener Initiative, wenn sie in ihrem Umfeld Unterstützungsbedarf erkennen. Sie verstehen sich als Vertrauenspersonen, unterliegen der Schweigepflicht, stehen für Gespräche, Telefonate und Treffen bereit, suchen gemeinsam mit den Angehörigen Lösungen, schlagen Brücken zu Behörden, Beratungsstellen und Pflegediensten. Nicht zuletzt ermutigen sie Pflegende, auch an sich und die eigenen Bedürfnisse zu denken, und zeigen Entlastungsmöglichkeiten auf. Die Pflegenden sollen Wertschätzung erfahren und sich nicht alleingelassen fühlen.

Die Pflegebegleiter bestimmen selbst den zeitlichen Umfang ihres Engagements. Sie übernehmen keine pflegerischen Tätigkeiten. „Auf diesem Gebiet machen wir niemandem Konkurrenz“, betont Peter Schmogro. Es gibt keine konfessionellen Schranken.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung und den aktuellen Pflegenotstand sagt Schmogro, es sei ein Gebot der Stunde, Strukturen vorzubereiten und vorzuhalten, um die Pflege alter und kranker Menschen künftig stemmen zu können. „Dabei muss vieles aus der Gesellschaft heraus geleistet werden. Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Der Vorbereitungskurs in Laupheim dauert von Oktober 2018 bis April 2019. Die Schulungstermine sind mittwochs von 14 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 16.30 Uhr, und zwar am 17. Oktober, am 7. und 17. November, am 5. Dezember, am 12. und 23. Januar, am 6. und 23. Februar, am 16. und 20. März und am 3. April. Schulungsort ist das Spitalstüble in Laupheim, Marktplatz 11.

Die Kurskosten werden durch das Projekt getragen.

Anmeldung bis 10. Oktober bei: Irene Richter, Telefon 0174/5836736, richter@diakonie-biberach.de; und bei Ursula Schulz, Telefon 08395/9108670, ursula_schulz51@gmx.de.

Weitere Infos unter www.netzwerk-pflegebegleitung.de

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