Das Heimatfest verliert drei seiner Urgesteine

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 Abschied von drei Heimatfest-Urgesteinen: (von links) Hans Heiter, Elisabeth-Charlotte Bendel und Franz Romer (mit Walter Splei
Abschied von drei Heimatfest-Urgesteinen: (von links) Hans Heiter, Elisabeth-Charlotte Bendel und Franz Romer (mit Walter Spleis). (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Beate Reuter-Manz

Drei Heimatfest-Urgesteine hat der Vorsitzende Walter Spleis bei der Jahreshauptversammlung aus dem Heimatfestverein verabschiedet: Hans Heiter, Franz Romer und Elisabeth-Charlotte Bendel. Der Vorsitzende nutzte die Vollversammlung für eine ausführliche Würdigung.

„Ganz klar: der Brunnenwagen und das Römerkastell“: Wenn Hans Heiter an seine vielen Arbeitseinsätze in den Hallen der Heimatfestfreunde zurückdenkt, dann war der Bau dieser beiden prächtigen Festwagen ein besonderer Höhepunkt. Seit mehr als fünf Jahrzehnten brennt das Herz des heute 75-Jährigen für das größte aller Laupheimer Feste.

Die Leidenschaft entzündete sich richtig, als Heiter als Mitarbeiter im Bauhof begann, setzte sich fort als rühriges Mitglied der Heimatfestfreunde und gipfelte in der Rolle als Organisators der Gespanne. Seit 1973 kümmerte er sich darum, dass für jeden Umzug genügend Rösser und qualifizierte Fuhrleute zur Verfügung standen – in den vergangenen zwei Jahrzehnten im Team mit dem nun federführend wirkenden Karl Held. „Früher war alles längst nicht so einfach“, erzählt Heiter und erinnert sich an die anfänglich karge Ausstattung der Heimatfest-Werkstätten am Floriansweg.

Heiter zieht sich aus gesundheitlichen Gründen aus den aktiven Reihen zurück und tut das „schon ein bisschen wehmütig“. Denn die Heimatfestfreunde seien einfach „ein verschworener Haufen“. Das weiß auch der Vorsitzende des Heimatfestvereins. „Sie sind einfach immer da, wenn es brennt“.

Kaum weniger geschäftig war Lotte Bendel, deren „Heimatfest-Karriere“ vor Jahrzehnten in der städtischen Gärtnerei begann. Vor 15 Jahren übernahm die gelernte Industrieschneiderin den Kostüm-Fundus von Waltraud Schick. Durch Bendels Hände gingen sämtliche Kostüme: von den Blumenkindern, über die Stadtsoldaten bis hin zu den prächtigen Stadttrachten. „Irgendwann machen Beine und Hände einfach nicht mehr so mit, wie man sich das wünscht“, sagt die 90-Jährige, die ihr Ehrenamt jetzt an ein Vierer-Team abgab. Künftig sind für den Fundus Margit Graf, Brigitte Schikorr, Uli Schimpf und Traudl Steiner zuständig. Das Heimatfest werde sie trotzdem hochhalten und genießen, kündigte Bendel an, die sich erfreut zeigte über das Lob des „Chefs“: Der Kostümfundus sei hervorragend aufgestellt.

Last not least hieß es Abschied nehmen von Franz Romer, der dem Heimatfest-Verein viele Jahrzehnte in seiner Funktion als Ortsvorsteher von Untersulmetingen angehört hatte. Spleis charakterisiert das „Zwangsmitglied“ als „routinierten, erfahrenen Pfundskerl, der uns immer bestens beraten hat“. Seit 20 Jahren sitze er beim Sonntags-Umzug neben Romer auf der Ehrentribüne und staune immer wieder, wie üppig er von Umzugsteilnehmern beschenkt werde: „Der wird immer bestens verköstigt.“ Der angestammte Tribünen- Platz werde für Romer freigehalten, versicherte Spleis.

Vorbereitungen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen des Heimatfestvereins und der Stadt für das Fest vom 4. bis 8. Juli gehen mittlerweile bereits in die Detailarbeit. „Die Welt bei uns zuhause“: Dieses Motto wird dem Fest und den Umzügen vorangestellt. Es solle zeigen, wie sich Laupheim seit der Stadterhebung weiterentwickelt hat.

Auch für andere Menschen und Kulturen. „Laupheim ist vertraute Heimat für Alteingesessene geblieben und Heimat für Neubürger geworden. Diese Harmonie zwischen Gestern und Heute muss auch morgen bleiben“, sind sich Walter Spleis und OB Gerold Rechle einig. Ein Spezialteil zum Jubiläum „150 Jahre Stadterhebung“ adelt die Festumzüge heuer.

Der Heimatfestbändel, der für sechs Euro zu haben ist, nimmt auch das Jubiläum auf und zeigt das Stadtwappen. Weitere Neuerungen: Das DRK zieht vom Eingang Hasengrube in die neue Einsatzzentrale für Polizei, Rettungskräfte und Security in die Bühler Halle. Und es gibt einen neuen Festwirt als Nachfolger im ehemaligen Burgerschen Weinzelt.

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