Constantin Striebel ist Champions-League-Sieger

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Champions-League-Sieger: Der Laupheimer Handballer Constantin Striebel (links) mit seinen Teamkollegen vom Sydney Uni Handball C
Champions-League-Sieger: Der Laupheimer Handballer Constantin Striebel (links) mit seinen Teamkollegen vom Sydney Uni Handball C (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Der Kapitän des Handballvereins Rot-Weiß Laupheim, Constantin Striebel, hat mit der Mannschaft aus Sydney den „Coupe des Clubs Champions d’Oceanie“ gewonnen. Der 21-Jährige, der zurzeit in Australien studiert, trug dazu bei, dass das Team Sydney Uni HC Ozeanien zum dritten Mal in Folge beim Super Globe vertreten wird.

Das Finale der Champions League zwischen dem Sydney Uni Handball Club und St. Kilda aus Melbourne war eine spannende Angelegenheit. Die Mannschaften kannten sich aus der nationalen Meisterschaftsrunde und die meisten australischen Spieler bereiten sich momentan auch zusammen als Nationalmannschaft auf die Handball-WM 2015 in Katar vor.

Die Duelle mit den beiden Teams aus Neukaledonien hatten die australischen Clubs in der Gruppenphase jeweils überraschend deutlich für sich entschieden. Sydney schlug Dumbea mit 41:23 und Poya mit 35:13. Im Spiel gegen Dumbea hatte Striebel seinen besten Auftritt beim ozeanischen Kontinentalwettbewerb. Dem Laupheimer gelangen sieben Tore und er bereitete 15 Wurfsituationen vor, die von den Teamkollegen verwandelt wurden. Auch Melbourne gewann die Spiele mit zweistelliger Differenz und so kam es zum australischen Finale.

Beim dritten Aufeinandertreffen der Teams in einer Saison hatte Sydney die Nase vorn – auch wenn nur ein Tor den Unterschied ausmachte. Melbourne lag zur Pause noch 13:12 vorn, doch Sydney wendete kurz nach der Pause das Blatt und ging erstmals in Führung. Mehr als mit zwei Toren setzte sich aber keine der Mannschaften ab. Dass sich das Team von Striebel letztlich mit 24:23 durchsetzte, lag unter anderem an zwei spektakulären Paraden des Torhüters von Sydney in den letzten beiden Spielminuten.

Striebel überzeugte als Denker und Lenker seines Teams. Dieselbe Rolle, die der ehemalige Jugendnationalspieler in der vergangenen Saison beim HRW hatte, spielte Striebel auch beim Sydney Uni HC. Abwechselnd übernahm der 21-Jährige die Spielmacherposition und die Königsposition im linken Rückraum. Seinen Fokus durfte er komplett auf den Angriff legen, da er in der Abwehr durch den ehemaligen U21-Nationalspieler Argentiniens, Franco Gavidia, ersetzt wurde. Die Kraft musste sich das Eigengewächs des HRW auch gut einteilen, da sein Gegenspieler Bratislav Stankovic ehemals für Nis und Partizan Belgrad in der europäischen Champions League aktiv war.

„Auf diesen beiden Positionen kann ich meine Stärken am besten ausspielen. Da danke ich besonders Winfried Gogg, der mir vergangene Saison sein Vertrauen auch als Spielmacher schenkte“, widmet Striebel den Erfolg seinem Heimatverein. „In Laupheim werden ja seit Montag die konditionellen Grundlagen für die nächste Saison gelegt. Die Mannschaft braucht sich um meine Fitness keine Sorgen zu machen – durch vier Trainingseinheiten und ein Spiel in der New South Wales League pro Woche werde ich der Mannschaft nach meiner Rückkehr sofort helfen können“, hofft Striebel, bald wieder zum HRW-Team zu stoßen.

Als Sieger der Champions League nimmt der Sydney Uni HC am Super Globe, dem Weltpokal im Handball, teil; die Gruppen wurden bereits ausgelost. Das Team aus Australien spielt gegen Tunis, Gastgeber Al-Sadd aus Katar und gegen das Starensemble vom FC Barcelona um Welthandballer Nikola Karabatic. Ob Striebel teilnehmen kann, steht noch in den Sternen. „Es wäre ein Traum, gegen die besten Handballer der Welt zu spielen. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen Klarheit herrscht. Eine Spielsperre für Laupheim will ich vermeiden“, blickt der heimatverbundene Champions-League-Sieger auf die kommende Württembergliga-Saison mit dem HRW voraus. „In dieser Saison wird viel möglich sein. Entscheidend wird sein, wie schnell wir Tim Rodloff und Alexander Bruckmaier integrieren. Auch wird sich zeigen, wie rasch Simon Krais und Tobias Schöffmann den Abgang von Philipp Drenovak kompensieren. Auf der Torhüterposition mache ich mir nach dem Rücktritt von Helge Stührmann wenig Sorgen – Nachwuchstalent Daniel Wachter hat letztes Jahr gezeigt, dass er Spiele gewinnen kann“, geht Striebel optimistisch in das – im Vergleich zum Erlebnis in Ozeanien – wohl kleinere Abenteuer Württembergliga.

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