Bundeswehrmusiker spielen für den guten Zweck

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Das Heeresmusikkorps 10 Ulm hat das Publikum im Laupheimer Kulturhaus begeistert.
Das Heeresmusikkorps 10 Ulm hat das Publikum im Laupheimer Kulturhaus begeistert. (Foto: Chiara S. Ruf)
Chiara S. Ruf

Im restlos ausverkauften Kulturhaus hat das Heeresmusikkorps 10 aus Ulm ein Frühjahrskonzert gegeben. Es bildet den Auftakt einer Konzertreihe, obwohl es im kalendarischen Winter zu hören war.

Der Einladung der Stadt Laupheim und des Hubschraubergeschwaders 64 (HSG) waren unter anderem Jürgen Knappe, Generalleutnant der Luftwaffe und Befehlshaber im Multinationalen Kommando Operative Führung in Ulm, und Eva-Britta Wind, Erste Bürgermeisterin der Stadt Laupheim, gefolgt. Im Publikum saßen auch zahlreiche aktive und ehemalige Soldaten.

In einem zweieinhalbstündigen Konzert präsentierte das Heeresmusikkorps 10 unter der Leitung von Hauptmann Dominik Koch und der Moderation von Stabsfeldwebel Thomas Schütte sein breit gefächertes Repertoire. Mit dem feierlichen Werk „Solemnitas“ des Schweizer Komponisten Franco Cesarini, das aus drei Variationen besteht, gelang der erste Höhepunkt des Abends. Mit langen Haltetönen, Klarinetten und Flöten, welche die Melodie spielten, Tempi-Wechseln, die zum Teil Spannungsbögen aufbauten, wurden heitere, tragische und temperamentvolle Stimmungen erzeugt.

Natürlich wurde auch ein Marsch, der Ursprung der Militärmusik, gespielt, wie „Per Aspera Ad Astra“ von Ernst Urbach. Mit den „Fantasy Variations“ von James Bares wurde eine Variation des ursprünglichen Werks von Niccolò Paganini gezeigt, der seinerzeit im Verdacht stand, aufgrund seines virtuosen Spiels einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein.

Im letzten Stück, einem Udo-Jürgens-Medley, wurden Lieder des Ausnahmekünstlers verarbeitet, „Aber bitte mit Sahne“, „Mit 66 Jahren“ oder „Merci Chérie“. Dieses Medley wurde in einem neuartigen und fetzigen Sound, ergänzt mit einem Keyboard und E-Gitarren, vorgetragen und bildete den absoluten Höhepunkt des Abends, von den Besuchern belohnt mit stehendem Applaus.

Beim Frühjahrskonzert wurden Spenden für wohltätige Zwecke gesammelt. Wie Oberstleutnant Christian Mayer, Kommodore des HSG 64, erläuterte, geht der Erlös zur Hälfte an den Martinusladen, der sich 1998 in Laupheim etabliert hat und der Armut in unserer Gesellschaft begegnet, indem er Bedürftige zu kleinen Preisen mit Nahrungsmitteln versorgt. Der andere Teil der Spenden geht an das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr, das 1957 gegründet wurde, nachdem 15 Rekruten bei dem Versuch, die 50 Meter breite Iller zu überqueren, ertrunken waren. Das Soldatenhilfswerk unterstützt Soldaten und Hinterbliebene.

In ihrer Ansprache nach dem Konzert bemerkte Eva-Britta Wind, dass „die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Laupheim und der Bundeswehr ganz besonders ist“. Sehr angetan war sie von der Leistung der Musikerinnen und Musiker: „Meinen herzlichen Dank für diesen beschwingten Abend. Sie haben gezeigt, dass Sie jedes Genre meistern.“

Das Heeresmusikkorps 10 besteht seit 1956, ihm gehören 50 Musiker an. Bei formalen Anlässen, Benefizkonzerten mit klassischem Programm, militärischem Zeremoniell, bei Auslandseinsätzen mit Kommandoübergaben sowie bei großen Musikfestivals und Festveranstaltungen im In- und Ausland repräsentiert das Ensemble die Bundesrepublik Deutschland. Mit traditionsreichen Märschen, Klassik, Kammermusik und Unterhaltungsmusik tritt das Heeresmusikkorps 10 überwiegend in Süddeutschland auf – vom Bodensee bis Franken, vom Breisgau bis zum Bayrischen Wald. Das Heeresmusikkorps 10 Ulm präsentiert sich nicht nur in der großen Besetzung als Orchester für Marschmusik und sinfonische Blasmusik, sondern auch in kleineren Besetzungen, als Kammermusikensemble oder in der volksmusikalischen Egerländer-Besetzung. Im Advent stehen Benefizkonzerte mit weihnachtlichem Repertoire und sinfonischer Blasmusik auf dem Programm.

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