Bis zu 200 Wohnungen an der Rottum

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So stellen sich der Investor Steffen Ripple und der Architekt Daniel Schmid die künftige Bebauung auf dem Firmengelände an der
So stellen sich der Investor Steffen Ripple und der Architekt Daniel Schmid die künftige Bebauung auf dem Firmengelände an der Fabrikstraße vor. (Foto: Dorn & Schmid)
Schwäbische Zeitung
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Der Gestaltungsbeirat der Stadt Laupheim hat die Arbeit aufgenommen. Das Sachverständigengremium begutachtet die städtebauliche, landschaftsplanerische und architektonische Qualität von Bauvorhaben und spricht Empfehlungen aus. In der Auftaktsitzung am Dienstag ging es unter anderem um ein Projekt des Unternehmers Steffen Ripple. Er möchte auf dem Gelände der ehemaligen Laupheimer Werkzeugfabrik an der Fabrikstraße in Etappen bis zu 200 Wohnungen bauen.

Das etwa 2,5 Hektar große Grundstück ist in Familienbesitz. Die jetzt dort stehenden Hallen hat Steffen Ripple an Gewerbetreibende vermietet. Nach und nach – und stets mit reichlich Vorlauf für die heutigen Mieter – soll das Areal nun umgenutzt werden.

Im Norden will Ripple in einem ersten Bauabschnitt zweimal zwei Mehrfamilienhäuser mit zusammen etwa 40 Mietwohnungen realisieren. Deswegen, sagt der Investor, müsse kein Betrieb ausziehen. Am liebsten würde er noch dieses Jahr loslegen. Zunächst aber muss der Bebauungsplan „Obere Wiesen I“ geändert werden; die Weichen dafür soll der Gemeinderat in Bälde stellen.

Der Memminger Architekt und Stadtplaner Daniel Schmid hat in Ripples Auftrag das gesamte Areal überplant und viel Platz für öffentliche Grünflächen und einen Geh- und Radweg entlang der Rottum gelassen. Auch die Dächer werden begrünt, sogar eine Kindertagesstätte ist in den Entwürfen berücksichtigt.

Für Arne Rüdenauer, einen der Sachverständigen im neu installierten Gestaltungsbeirat, steht fest: „Das ist ein Filetgrundstück in zentrumsnaher Lage, das nach qualitätsvoller Wohnbebauung förmlich schreit.“ Der Beirat regte an, die räumliche Stellung der Häuser zu überdenken und das Parkierungskonzept. Die Hangkante im Norden des Areals sei wie geschaffen für eine Parkgarage; dort, so der Vorschlag, sollten zentral möglichst viele Autos untergebracht werden.

Daniel Schmids Entwurf sieht in diesem Bereich ein zusätzliches Parkdeck, aber auch Platz etwa für technische Einrichtungen und Nahversorger vor. Generell aber will er das Parken unter die Wohnungen bringen und in den Gebäuden jeweils im untersten Geschoss Stellplätze für die Hausbewohner schaffen. „Die Leute wollen ihre Autos in der Nähe haben“, argumentierte er. „Auf diese Weise sind sie aufgeräumt.“ Vorgesehen sei ein Stellplatzschlüssel von 1,5 pro Wohneinheit – die Landesbauordnung verlangt nur 1,0. Schmid verwies zudem auf den hohen Grundwasserpegel – aus wasserrechtlichen wie aus Kostengründen sei der Bau von Tiefgaragen keine Option. Man habe positive Vorgespräche mit dem Landratsamt geführt.

Die Sachverständigen im Beirat regten dennoch an, „im Erdgeschoss nicht nur das Thema Parken zu entwickeln“. Im Mai wollen sie nochmals mit Steffen Ripple und Daniel Schmid sprechen.

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