Biker gedenken verstorbenen Kameraden

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 Auf dem Bikergottesdienst auf dem Dorfplatz in Staig gedachten zahlreiche Biker ihren verunglückten und verstorbenen Kameraden.
Auf dem Bikergottesdienst auf dem Dorfplatz in Staig gedachten zahlreiche Biker ihren verunglückten und verstorbenen Kameraden. (Foto: son)
Sonja Niederer

Rund 120 Motorradfahrer haben sich am Samstagabend auf den Weg von Laupheim nach Staig gemacht, um dort ihrer verstorbenen Kameraden zu gedenken.

Auf dem Dorfplatz feierte der evangelische Pfarrer Andreas Kernen gemeinsam mit Jochen Boos, dem leitenden Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Illertal-Weihung, einen ökumenischen Gottesdienst. Der Gedenkgottesdienst, der alle zwei Jahre an verschiedenen Orten stattfindet, wurde bereits zum siebten Mal abgehalten. Diesmal haben ihn die Bikerfreunde Donau/Riß und der MC Weihungstal organisiert. Die Musikgruppe „Waschbrett“ stimmte die Biker mit ihrem groovigem Schwaben-Rock auf den Gottesdienst ein. Für eine schöne und eindrückliche Atmosphäre sorgten auch die vielen Fackeln, die den Dorfplatz beleuchteten und später in ein großes Holzkreuz gesteckt wurden.

Gebet über die Freiheit

Pfarrer Jochen Boos begann die Gedenkfeier mit einem Gebet für Motorradfahrer, das von der Freiheit handelte, die man beim Motorradfahren verspürt, aber auch von der Dankbarkeit dafür, dass der Engel des Herren einen begleitet und seine schützende Hand über einen hält. „Herr, ich danke Dir für das Leben, das du mir gegeben hast, für alle Vielfalt, und für das Motorradfahren“, sagte Boos. „Ihr habt es verdient, das Leben zu genießen“, sagte Pfarrer Andreas Kernen zu den Bikern. Jeder könne dies auf seine Weise tun.

Daraufhin warf er die Frage in den Raum, ob man nur das glauben solle, was man sieht. „Die Liebe sehe ich nicht, aber sie ist da“, lautete seine Antwort. Ebenso verhalte es sich mit der Luft in einem Reifen. Die sähe man auch nicht. „Wer klug ist, prüft vor jeder Ausfahrt seinen Reifendruck“, sagte Kernen. Nur so könne man sicher fahren und sich getragen fühlen.

Auch er spüre sich auch von Gott getragen, so der Pfarrer weiter. „Er ist da, ohne dass man bewusst an ihn denkt oder ihn sieht.“ Mit dem Glauben verhalte es sich so wie mit einem Reifen. „Er muss immer wieder aufgefüllt werden.“ Gottes Odem erfülle jeden. „Es kommt darauf an, dass man es zulässt.“

Bitte um Gottes Begleitung

In den Fürbitten, die einige Motorradfahrer vortrugen, wurde für die Möglichkeit gedankt, Motorradfahren zu dürfen und darum gebeten, dass Gott sie auf ihrer Lebensreise begleitet und sie wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren können.

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