Benefizkonzert beschert Laupheimer Kinderschutzbund 7473 Euro

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Angelika Gretzinger

Bei der „Night of Voices“, einem Benefizkonzert zugunsten des Kinderschutzbundes Laupheim, standen am Sonntagabend im Kulturhaus Laupheim die „Stimmen“ im Vordergrund. Und es waren großartige Stimmen, die das Laupheimer Publikum zu hören bekam. Standing Ovations belohnten Regine Roggenstein und ihre Gäste Isabel Glauß, Julia und Susanne Kuhn, Joe Brösele, Kathrin Müller, Seedy Njie und Kevin Tarte. 7473 Euro lautete die stolze Summe, die am Ende des Abends Ursula Dreiz vom Kinderschutzbund Laupheim überreicht werden konnte.

„Immer, wenn ich die Zeitung aufschlage, sehe ich fast nur Unerfreuliches, Sorgen und Leid. Spendenaufrufe verfolgen einen an jeder Ecke. Mir wurde klar, ich würde gerne helfen, kann aber nicht die ganze Welt retten. Dann habe ich Ursula Dreiz vom Kinderschutzbund Laupheim kennengelernt, und eine innere Stimme hat mir gesagt, dass ich mich dafür stark machen will.“ Mit diesen bewegenden Worten eröffnete Regine Roggenstein den Abend. Regine Roggenstein ist vielen sicherlich noch unter ihrem Geburtsnamen Sauter und als frühere Stimme der Band Voice4U bekannt. Sieben Künstler hatte sie an diesem Abend eingeladen. Einige standen zum ersten Mal auf solch einer Bühne.

Ganz im Gegensatz zu Kevin Tarte, einem gefeierten Musical-, Opern- und Operettenstar. „Kein Sänger hat mich bisher so nachhaltig gefesselt. Ich habe ihn einfach eingeladen und er hat Ja gesagt“, erzählte Roggenstein dem Publikum. Der Sänger mit amerikanischen Wurzeln lebt seit 1988 in Deutschland und wurde unter anderem durch das Musical „Tanz der Vampire“ bekannt. Am Sonntagabend sang er daraus den Titel „Unstillbare Gier“. Ein beeindrucktes Publikum feierte ihn für diese Darbietung mit Standing Ovations. Aber auch „Believe“ aus dem Film „Polar Express“ und weitere Songs begeisterten. Ohne Zugabe ließ ihn das Publikum nicht gehen.

Lob vom Musical-Star

Tartes Spitzname unter seinen Geschwistern zu Hause in Seattle war „Holiday“. Er liebe Weihnachten, verrät er. „Ich verbringe diese Zeit gerne hier in Europa, weil es ruhiger und familiärer ist und ganze drei Tage dauert“, erzählte er Regine Roggenstein. Dieses Jahr habe er endlich ein wenig mehr Zeit, die vielen Weihnachtsmärkte zu besuchen. Ein dickes Lob von diesem „Star“ bekam Seedy Njie, ein 19-jähriger Sänger aus Gambia, der mit dem Wunsch nach einer besseren Zukunft in Laupheim gestrandet ist. All die Künstler würden ihn an seine Zeit erinnern, als er das erste Mal auf der Bühne stand, so wie diese jungen Künstler heute, sagte Tarte. Aber keiner dieser Künstler musste sich an diesem Abend hinter dem „Star“ verstecken.

Schon gar nicht Regine Roggenstein. Sie führte nicht nur gekonnt durch das Programm, sondern gab mehrere Songs zum Besten. Unter anderem „Sicher sein“, ein von ihr, Seedy Njie und Benjamin Fischer komponiertes Stück. Thematisch eingeführt durch einen Filmbeitrag von „Amnesty International“, der zum Nachdenken anregte und Menschen über ihre Grenzen schauen ließ.

Heiterer ging es da bei Joe Brösele zu. Mit dem „Whiskey Blues“ unterhielt er die Zuschauer und forderte sie zum Mitmachen auf. Das brauchte er nicht zweimal zu sagen. Der Saal sang kräftig mit. Darüber hinaus überraschte Brösele Regine Roggenstein mit einer Karikatur, die er während ihres Auftrittes anfertigte. Ruhigere Töne hatte die Laupheimerin Isabel Glauß zu Beginn des Abends angeschlagen. Zwei Werke aus eigener Feder stimmten auf den bevorstehenden rundum gelungenen Abend ein.

„Ich bin dankbar, dabei zu sein. Kleinere Veranstaltungen sind am Schönsten. Man spürt direkt das Publikum am Herzen“, dieses Lob gab Kevin Tarte den Zuschauern, welche es dankbar zurückgaben. Es war ein tolles Benefizkonzert, das eine Wiederholung im kommenden Jahr fordert.

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