Barungis Schule entwickelt sich prächtig

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 Pfarrer Thomas Barungi (Mitte) freut sich über den Spendenscheck, der ihm von der Kolpingsvorsitzenden Lucia Schwarz und ihrem
Pfarrer Thomas Barungi (Mitte) freut sich über den Spendenscheck, der ihm von der Kolpingsvorsitzenden Lucia Schwarz und ihrem Stellvertreter Andreas Maier überreicht wird. (Foto: Sonja Niederer)
Sonja Niederer

Seit Pfarrer Thomas Barungi 2006 als Vikar in Laupheim wirkte, sind die Kontakte zwischen ihm und der Kolpingsfamilie nicht abgebrochen. Jetzt hat der Geistliche Laupheim wieder einmal einen Besuch abgestattet.

Regelmäßig berichtet Thomas Barungi über die Fortschritte und die Weiterentwicklung der Schule „Blessed Adolph Kolping Foundation“. Die Kolpingsfamilie unterstützt die Schule, welche der Pfarrer in seiner Heimat Uganda in Ostafrika in dem Ort Kakumiro aufgebaut hat, seit vielen Jahren. Auch aus der Weihnachtsaktion der Schwäbischen Zeitung, „Helfen bringt Freude“, erhält der rührige Pfarrer finanzielle Unterstützung.

Neue Projekte

Am vergangenen Dienstagabend stand nun wieder ein Besuch bei der Laupheimer Kolpingsfamilie an. Barungi stellte hierbei in Wort, Bild und kurzen Filmsequenzen die neuesten Projekte vor.

Gleich zu Beginn erfolgte eine Scheckübergabe: Lucia Schwarz, die Vorsitzende der Kolpingsfamilie, und ihr Stellvertreter Andreas Maier konnten Thomas Barungi einen symbolischen Scheck in Höhe von 2400 Euro überreichen. Das Geld setze sich aus 1700 Euro aus der Jahresaktion der Kolpingsfamilie und aus 700 Euro privater Spenden zusammen, sagte Lucia Schwarz.

Ein strahlender Thomas Barungi bedankte sich herzlich über die Zuwendung. Auch dieses Geld werde wieder der Schule zu Gute kommen, sagte er. Derzeit besuchten 345 Kinder die „Blessed Adolph Kolping Foundation“.

„Ich freue mich, heute hier zu sein und darüber zu berichten, wie unser Leben in Uganda und an der Schule verläuft“, erklärte Barungi. Schon sein Vater sei in Uganda für die Kolpingsfamilie unterwegs gewesen, um diese in den einzelnen Diözesen bekannt zu machen, und habe versucht, eine Werkstatt und eine Schreinerei zu gründen. Aber handwerkliche Tätigkeiten würden in Uganda nicht sehr geschätzt. Die Menschen dort würden lieber im Büro arbeiten.

So seien die Menschen auch seinem von dem Spendengeld aus Deutschland neu angeschafften Traktor zuerst eher skeptisch gegenübergestanden – bis sie gesehen hätten, dass damit gute Ernten eingefahren werden können und es viel schneller geht, als alles Land mit der Hand zu bearbeiten.

Mittlerweile werde der Traktor mit seinem Fahrer auch an andere Landwirte ausgeliehen, die dann dafür bezahlten. „Denn so ein Traktor benötigt auch Sprit, und den können wir dann mit diesem Geld kaufen“, so der Pfarrer.

Auch er selber fahre hin und wieder mit dem Traktor, aber das werde bei der Bevölkerung nicht so gerne gesehen, weil sich das für einen Pfarrer nicht gehöre. „Es macht mir aber Spaß.“

Barungis Ziel ist es, die für Schule und Kindergarten benötigten Lebensmittel selber anzubauen und zu erzeugen. Deshalb wurden auch vier Kühe und einige Hühner gekauft. „So können wir wenigstens die kleinsten Kinder mit Milch und Eiern versorgen.“ Nach und nach sollen noch mehr Vieh und Geflügel angeschafft werden, um irgendwann alle Kinder versorgen zu können.

Auch ein weiteres Gebäude ist im vergangenen Jahr gebaut worden. Die Ziegelsteine dafür lässt Barungi selber herstellen. Auf dem Grundstück gebe es genügend Ton und Sand, die dafür geeignet wären, erzählt er. So könne Geld gespart werden.Transportiert werden die Steine wiederum mit dem Traktor. Seit 2013 sind zudem 15 000 Bäume gepflanzt worden.

Geld kommt Klassenräumen und Bibliothek zugute

Mit der jetzigen Spende sollen die Klassenräume und die Bibliothek mit Regalen ausgestattet werden. „So, dass alles ordentlich ist“, merkt Thomas Barungi an.

In Deutschland habe er Pünktlichkeit, Ordentlichkeit und Fleiß kennengelernt, sagt der Geistliche aus Uganda. Dies möchte er auch den Kindern in seiner Schule vermitteln. „Die Kinder sollen kennenlernen, was es heißt, ein gutes Leben zu haben.“

Mit viel Enthusiasmus erzählte Thomas Barungi von den Projekten, und seine Energie ist ungebrochen. Eigentlich gehöre er mit seinen 47 Jahren in einem Land, wo die durchschnittliche Lebenserwartung bei rund 59 Jahren liegt, schon zu den älteren und weisen Männern, sagte er. Aber er habe noch viel vor.

Sein neuestes Projekt sei es, eine eigene Musikschule zu gründen. „Einige Instrumente haben wir schon bekommen, jetzt sollen die Kinder darauf auch unterrichtet werden.“ Wie gut es die Kinder haben, die seine Schule besuchen können, zeigt auch der Umstand, dass bei ihm in einer Klasse rund 45 Kinder unterrichtet werden. In staatlichen Schulen seien es 80 bis 120 Kinder in einer Klasse.

Die Versorgung eines Kindes mit allem Notwendigen koste pro Tag einen Euro, erfuhren die Zuhörer. „So seht ihr, dass jeder Euro von euch bei uns viel Freude schafft.“

„Es ist erstaunlich, wie sich alles an der Schule weiterentwickelt hat“, bedankte sich Lucia Schwarz am Ende bei Pfarrer Thomas Barungi. „Wir wissen, dass unser Geld gut bei dir aufgehoben ist.“

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