Auf der Suche nach dem Glück

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 Freut sich sehr über den Sieg bei der SZ-Wahl zum Sportler des Monats Januar: Mathias Wesolowski vom Verbandsligisten FV Olympi
Freut sich sehr über den Sieg bei der SZ-Wahl zum Sportler des Monats Januar: Mathias Wesolowski vom Verbandsligisten FV Olympia Laup heim. (Foto: Volker Strohmaier)
Michael Mader

Mittlerweile in der fünften Saison spielt Mathias Wesolowski für den Fußball-Verbandsligisten FV Olympia Laupheim. Jetzt wurde der 29-jährige Abwehrspieler von den Lesern der „Schwäbischen Zeitung“ mit großer Mehrheit zum Sportler des Monats Januar gewählt. Wesolowski gewann die Wahl vor der Tennisspielerin Angelina Flachs aus Biberach und Hugo Calderano, Tischtennisprofi bei den TTF Liebherr Ochsenhausen.

„Ich habe mich sehr über die Wahl gefreut“, sagt Wesolowski. „Es ist die zweite Auszeichnung innerhalb weniger Wochen.“ Im Januar wurde Mathias Wesolwoski zum besten Spieler der Hallenkreismeisterschaft gewählt.

Es war im Sommer 2002, als der zwölfjährige Mathias die erste sportliche Entscheidung traf. Er wechselte in der C-Jugend vom FV Biberach zum SSV Ulm 1846. Damit hatte sich der Junge endgültig für Fußball und gegen die Leichtathletik entschieden. Geprägt von seinem Vater Christoph, der Olympiateilnehmer 1980 in Moskau über 3000 Meter Hindernis war, hatte sich der kleine Mathias auch nicht ganz erfolglos in der Leichtathletik versucht. „Im Gegensatz zu meinem Vater stand ich aber eher auf Weitsprung, Hürdenlauf und Sprint“, erinnert sich Mathias Wesolowski noch an diese Zeit, die als Dreijähriger begann. Gleichzeitig trat er auch gegen das runde Leder. Ulm musste es dann sein, um größere sportliche Perspektiven zu haben. „Zu der Zeit war der Name schon ziemlich groß in der Fußballszene“, sagt Wesolowski. Heute sei man wieder auf dem Weg dahin.

Freundschaft mit Arne Kittel

Schon in dieser Zeit kreuzte Mathias Wesolowski den Weg von Arne Kittel. Mit dem genau drei Monate jüngeren heutigen Spieler des TSV Berg verbindet Wesolowski bis heute eine enge Freundschaft. „Wir haben uns als Kinder in Biberach kennen- und schätzen gelernt. Danach haben wir mehrere Stationen gemeinsam verbracht und lange Jahre zusammengespielt. Erst als Arne von Laupheim vor anderthalb Jahren weggegangen ist, haben sich unsere sportlichen Wege getrennt.“ Und da sprudelt es aus Mathias Wesolowski heraus. Auch er hatte vor der Saison 2017/18 ein Angebot aus Berg. Er hätte den gemeinsamen Weg mit Kittel verlängern können. „Ich habe es aber nicht gemacht aus zwei Gründen: Ich fühle mich in Laupheim sehr wohl und der Aufwand, zum Training nach Berg fahren zu müssen, war mir einfach zu groß.“ Wesolowski lebt mit seiner Freundin in Biberach und arbeitet in Ochsenhausen. „Ich wäre noch häufiger und länger im Auto gesessen.“

So ist er mit der Olympia überraschend nach nur einem Jahr wieder in die Verbandsliga zurückgekehrt, hat da mit seinem Team bis zum Oktober sehr gut ausgesehen und stand zwischenzeitlich sogar mal auf dem dritten Platz der Tabelle. Das ist Schnee von gestern. Seit dem 4:1-Sieg in Albstadt im Oktober hat Laupheim nicht mehr gewonnen und nur noch drei Punkte geholt in neun Spielen. „Wir haben derzeit einen schlechten Lauf und auch kein Glück, dürfen uns aber dennoch nicht verrückt machen lassen“, sagt der angehenden Spielertrainer des SV Ochsenhausen.

Noch sei alles drin mit der Olympia, doch die Mannschaft brauche dringend ein Erfolgserlebnis. „Wir werden sicherlich in den kommenden Wochen auch noch eine Sitzung mit Mannschaft und Trainerteam haben, um mal alles auf den Tisch zu bringen.“ Vor allem die vielen Roten Karten in der jüngsten Vergangenheit hätten ihn geärgert. Das müsse gerade in der Lage des Clubs nicht sein. Da wird sogar Mathias Wesolowski emotionaler. Ansonsten gilt der Defensivakteur eher als ruhiger und besonnener Zeitgenosse, der inzwischen auch schon ein paar Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat. Nach der Jugend in Ulm spielte Wesolowski noch anderthalb Jahre bei der zweiten Mannschaft des SSV Ulm 1846, ehe er dann ein Jahr die Farben des SV Baltringen trug. „Wir hatten damals eine sehr gute Mannschaft und es wäre auch mehr drin gewesen als der siebte Platz in der Landesliga.“ Seit dieser Zeit spielt Wesolowski für Olympia Laupheim und hat zwei Relegationen, einen Abstieg und zwei Aufstiege erlebt. „Eine bewegte Zeit, da müsste endlich mehr Stabilität rein.“

Dennoch sucht Wesolowski nach dieser Saison eine neue Herausforderung und wechselt als Spielertrainer zum Landesligisten SV Ochsenhausen. Gemeinsam mit Simon Boscher will er diese Aufgabe angehen. „Ich wollte schon irgendwann als Spielertrainer arbeiten, aber nicht unbedingt in der Kreisliga. So habe ich das Angebot in Ochsenhausen natürlich gern genutzt.“ Davor will er aber noch alles dafür tun, dass Laupheim nicht absteigt. Schon am Samstag gegen den TSV Essingen. „Das wird natürlich wieder sehr schwer. Essingen hat einen positiven Lauf, wir einen negativen. Aber wir müssen irgendwann den Schalter umlegen. Und das möglichst schon in diesem Spiel.“

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