„Auf Augenhöhe“

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Schüler sind eine Hauptzielgruppe des Laupheimer Museums.
Schüler sind eine Hauptzielgruppe des Laupheimer Museums. (Foto: Roland Ray)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Im Museum zur Geschichte von Christen und Juden strebt die Stadtverwaltung jetzt eine Doppelspitze an. Der Museumsleiter Michael Niemetz soll „auf Augenhöhe“ mit dem künftigen pädagogischen Leiter arbeiten. Auf diesen Nenner haben sich Bürgermeister Rainer Kapellen und die Ratsfraktionen so weit verständigen können, dass der städtische Haushalt samt Stellenplan seit Montag in trockenen Tüchern ist. Elf Ratsmitglieder der Offenen Liste und der Freien Wähler haben sich allerdings bei der Abstimmung eines Votums enthalten.

Rückblende: Die Stadt Laupheim sucht einen „Pädagogischen Leiter für Museum und Archiv“. Am 4. November gab eine Ratsmehrheit nichtöffentlich grünes Licht, die Stelle auszuschreiben. Das ist geschehen. Der Bewerberkreis ist auf Lehrer aus dem aktiven Schuldienst begrenzt. Sie können im Rahmen eines Weiterbildungsprogramms fünf Jahre abgeordnet werden, das Land zahlt die Hälfte der Bezüge.

Mitte November wurde öffentlich, dass etliche Räte mit dem Verfahren und dem Beschluss hadern. Mehrfach wurde die Kommunalaufsicht bemüht. Verbreitete Sorge war, dass der Museumsleiter Michael Niemetz durch die von der Stadtspitze zunächst vorgesehene Aufgabenverteilung ins zweite Glied gedrückt worden wäre. Man sei in der Sache überrumpelt und mit der günstigen Finanzierung der Stelle geködert worden, hieß es. Tatsächlich sollte der Neue (oder die Neue) Amtsleiterstatus bekommen und im Schloss das Sagen haben.

Inzwischen verlautet aus dem Rathaus: „Der gesuchte Pädagogische Leiter für das Museum soll auf Augenhöhe mit Herrn Dr. Niemetz wirken.“ So sei es am 25. November im Ältestenrat besprochen worden, berichtete Hauptamtsleiter Josef Schoch am Montag. Die Stadträte hätten eine überarbeitete Fassung der Aufgabenverteilung erhalten. „Wir gehen davon aus, dass damit die Grundlage für eine Zustimmung zum Stellenplan und zum Haushalt gegeben ist“, sagte Schoch.

Michael Niemetz obliegen in dem jetzigen Modell die wissenschaftliche Leitung und Weiterentwicklung sowie die Verwaltung des Museums; ferner betreut er den jüdischen Friedhof und das frühere Leichenhaus. Der pädagogische Leiter soll den Kontakt zu Schulen, sozialen Institutionen und anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen pflegen und zielgruppenorientiert museumspädagogische Programme entwickeln. Zusammen sollen die Beiden Sonderausstellungen und andere Veranstaltungen gestalten und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Diese Tätigkeitsfelder seien zwischen dem Personalamt und Niemetz abgestimmt, sagt das Rathaus.

Wann immer sich Aufgaben überschneiden, „müssen sich die Beiden einigen“, verdeutlichte Rainer Kapellen auf Nachfrage der SZ. Gelinge das nicht, müssten er selbst oder die Ratsgremien „Schiedsrichter“ spielen. An der Stellenausschreibung, die sich auch im jüngsten Amtsblatt des Kultusministeriums findet, sei nichts mehr geändert worden. Alles Weitere wolle man im Bewerberverfahren klären.

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