Auch das Publikum singt dreistimmig mit

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Nicole Häußler mit den Sängerinnen und Sängern von „Voice of Soul“: Rainer Ganser, Leiter des Standesamts in Laupheim, engagiert
Nicole Häußler mit den Sängerinnen und Sängern von „Voice of Soul“: Rainer Ganser, Leiter des Standesamts in Laupheim, engagierte die Gruppe für das das VR-Weihnachtskonzert. (Foto: Chiara Ruf)
Chiara Ruf

„Früher hat das Adventskonzert in den Räumlichkeiten der Volksbank stattgefunden, heute ist der Rahmen im Kulturhaus Laupheim viel festlicher“, sagte Werner Rock, Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank Laupheim-Illertal. Mit diesen Worten eröffnete er am vergangenen Sonntag das Adventskonzert der Stadt Laupheim. Alle Plätze im Kulturhaus waren belegt.

Der 17-köpfige Chor „Voice of Soul“ unter der Leitung von Nicole Häußler und dem Pianisten Mike Knehr, bekannt aus der Ulmer Band Nic Diamond and the mellow tunes, betreten die weihnachtlich geschmückte Bühne und schaffen bereits mit dem ersten Stück „Agnus Dei“ eine festliche Weihnachtsstimmung. Pianist Knehr leitete das Stück mit sehr leisen und zum Träumen anregenden Klängen am Flügel ein, in die der Chor langsam, zuerst summend und dann singend, einstieg. Die anfängliche Zurückhaltung des Publikums verflog schnell: Bereits beim zweiten Stück „Can you take me high enough“ von den Damn Yankees gab es kein Halten mehr – alle klatschten im Takt mit.

Emotionale Interpretation

Ein Höhepunkt des Konzertes war die von Nicole Häußler individuelle und emotionale Soul-Interpretation von „Let it be“ von Paul McCartney, in welche der Chor nach und nach im Refrain mit einstimmte, und letztendlich auch das Publikum. Nicole Häußler erläuterte die Entstehungsgeschichte zu diesem Song: Paul McCartney habe „Let it be“ geschrieben, kurz nachdem seine Mutter verstorben war, und er konnte sich nicht mehr an ihr Gesicht erinnern. Erst als er von ihr träumte und sie ihm sagte „let it be“ („lass es geschehen“), konnte er mit seiner Trauer umgehen. Diese emotionale Zerrissenheit brachten die Sängerinnen und Sänger auf die Bühne, sie war im Kulturhaus deutlich zu spüren.

Sehr festlich stimmte auch der „Andachts-Jodler“: Nicole Häußler gelang es hier, das Publikum dreistimmig zum Mitsingen zu animieren. Für besinnliche Momente sorgte Marion Fakler von der Volksbank Raiffeisenbank Laupheim-Illertal, die zwischen den Musikstücken Geschichten vorlas: etwa die Geschichte vom kleinen Tannenbaum, der zu einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum wurde.

Als Rainer Ganser, Marktorganisator der Stadt Laupheim und Leiter des Standesamtes, im Sommer ein Chormitglied von „Voices of Soul“ traute, und die Braut mit einem Auftritt ihres Chores überrascht wurde, war Ganser so begeistert, dass er „Voices of Soul“ direkt für das Weihnachtskonzert engagierte. Er war sichtlich angetan von der Leistung der Musiker und sagte: „Bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes habe ich das Glitzern in den Kinderaugen gesehen, heute Abend allerdings bei Ihnen bei ,Let it be’!“

Mit dem bekannten Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ verabschiedete sich Nicole Häußler mit den Worten „Laupheim singt – dankeschön!“ vom Publikum.

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