Afrikanische Rhythmen am Heimatfest

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Informationen zur Stiftung und zur Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, gibt es unter:

www.mentors-with-vision.org

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Ein ganz besonderes Benefizkonzert gab es am Heimatfestsonntag im Garten von Anton Schick in Laupheim: Das derzeit durch Europa tourende Gesangsduo Charly & Nina aus Ruanda trat für einen guten Zweck auf. Gastgeberin Ute Schick sammelte Spenden für die von ihr mit ins Leben gerufene Stiftung „Mentors with Vision“, die bedürftigen Kindern in Ruanda Schulausbildungen finanziert. Darüber hinaus war sie auch am Aufbau einer Firma beteiligt, welche die Mangelernährung in dem ostafrikanischen Land bekämpft.

Afro-Popmusik mit einem Hauch von Blues und die wunderbaren Soulstimmen von Charly & Nina breiteten sich am Sonntagabend beim Laupheimer Ahornweg aus. Doch nicht nur akustisch war der knapp 45-minütige Auftritt ein Genuss. Die beiden bezaubernden Sängerinnen aus Ruanda bewiesen auch ihr tänzerisches Talent und schafften es mit ihrem Charme im Nu, das Publikum zum Mitmachen zu animieren. So wurde die Terrasse der Familie Schick kurzerhand zur Tanzfläche.

Was aber führte die beiden jungen Frauen nach Laupheim? Ute Schick hat sie vor drei Jahren bei einer Geschäftsreise in Ruanda kennengelernt. Sie hat dort gelebt, um im Auftrag ihres Arbeitgebers – den Schweizer Konzern DSM – eine Produktionsstätte für Nahrungsergänzungsmittel zu errichten. „50 Prozent aller Kinder in Ostafrika sind mangelernährt, die Hälfte davon stirbt daran“, erzählt die Laupheimerin. Dabei sei das Problem eigentlich relativ einfach zu lösen: durch Zugabe von Vitaminen und Mineralstoffen in die Nahrung. „Im Idealfall bekommen das schon die Mütter in der Schwangerschaft und Stillzeit“, sagt sie. Das konnten sich in Ruanda bislang aber nur die Ausländer oder die reichen Einheimischen leisten. Die Idee von DSM: Der Bau einer Firma zur Herstellung von vitamin- und mineralstoffreichem Instantpulver aus Rohstoffen wie Soja und Mais, die von einheimischen Bauern angebaut werden. Damit soll nicht nur die Mangelernährung, sondern auch die Arbeitslosigkeit bekämpft werden.

Um das Projekt ohne politische Entwicklungshilfe finanzierbar und die Produkte für die breite Bevölkerung bezahlbar zu machen, ging Ute Schick auf die Suche nach Investoren. Und das mit Erfolg. Dank finanzieller Mittel von Entwicklungsbanken und der Marketingunterstützung der Regierung könne das Pulver so günstig hergestellt und verkauft werden, dass es sich auch die Mittelschicht leisten kann, sagt sie. „Und den Ärmsten im Land, die etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, bezahlt es die Regierung.“ Das Resultat: „Das Problem der Mangelernährung in Ruanda ist behoben und wir sind dabei, das Projekt nun auch in andere afrikanische Länder zu übertragen“, erzählt Ute Schick. Zudem beschäftigt „Africa Improved Food“ (AIF), so der Name der Firma, in Ruanda mittlerweile 150 Mitarbeiter, und 23 000 heimische Bauern liefern Mais und Soja mit gesicherten Abnahmemengen.

Von Auftritt begeistert

Bei einem Aufenthalt in einem Hotel in Kigali kamen Ute Schick und der Geschäftsführer von AIF Ruanda, Prosper Ndayiragije, schließlich in den Genuss eines Auftritts der Sängerinnen Charly & Nina. „Wir waren so begeistert, dass wir gleich Kontakt zu den beiden aufgenommen und beschlossen haben, sie finanziell zu unterstützen“, erzählt Ute Schick. Es hat sich gelohnt: Das Duo zählt in Ruanda heute zu den Stars der afrikanischen Musikszene und gab auch schon Konzerte im benachbarten Kongo, Uganda und in Kenia. Derzeit sind die leidenschaftlichen Musikerinnen zum ersten Mal auf Europatournee und brachten nicht nur in der Schweiz, Frankreich, Belgien und Schweden ihr Publikum in Schwung, sondern auf Einladung von Ute Schick auch am Heimatfestsonntag in Laupheim.

Vier neue Schulausbildungen

Das kleine Konzert anlässlich der nachträglichen 50er-Feier von Ute Schick war zugleich eine Benefizveranstaltung für ein Projekt, das die Gastgeberin ebenfalls mitinitiiert hat: die Stiftung „Mentors with Vision“. „In Afrika gibt es nicht nur das Problem der Mangelernährung, sondern auch der fehlenden Schulbildung“, sagt sie. „Also haben wir uns entschlossen, eine Stiftung zu gründen, die Patenschaften für bedürftige Kinder in Ruanda übernimmt und ihre Schulbildung gewährleistet. Unsere Partner vor Ort schauen, dass das Geld auch ankommt und alles richtig läuft.“ Mittlerweile finanziere „Mentors with Vision“ die Schulausbildung für 20 Kinder. „Und dank der Spenden beim Benefizkonzert können wir jetzt vier weiteren Kindern den Schulbesuch bezahlen“, freut sich Ute Schick.

Informationen zur Stiftung und zur Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, gibt es unter:

www.mentors-with-vision.org

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