Abbruchroboter knackt Fliesen und Estrich

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Knackt Fliesen und Estrich im Nu: Bei den Abbrucharbeiten im Hallenbad kommt ein Roboter zum Einsatz.
Knackt Fliesen und Estrich im Nu: Bei den Abbrucharbeiten im Hallenbad kommt ein Roboter zum Einsatz. (Foto: Roland Ray)
Roland Ray

Drinnen liegen die Böden in Trümmern, draußen tut sich eine 30 mal 40 Meter große Baugrube auf: Die Arbeiten zur Sanierung und Erweiterung des Laupheimer Hallenbads gehen voran.

Das 2002 eingeweihte Bad, mit baulichen Mängeln und technischen Gebrechen behaftet, wird grundlegend ertüchtigt. Der erste Schritt dazu: Was ersetzt werden soll, muss raus. Aus dem Keller ist bereits so ziemlich alles an Rohren, Pumpen, Filtern und Behältern verschwunden – eine neue, auf Energieeffizienz getrimmte Heiz-, Lüftungs- und Badewassertechnik hält in den nächsten Monaten Einzug.

Schutzwände schirmen die beiden Schwimmbecken ab. Ein Abbruchroboter meißelt und stemmt die Fliesen und den Estrich rund-herum auf. Diese Maschine leiste gut und gern das Pensum von sechs Menschen, sagt der Bauleiter Johann Ebner vom Architektur- und Ingenieurbüro Prokopetz aus Rötz (Landkreis Cham). Prokopetz arbeitet eng mit der Firma Fritz Planung zusammen, die das Projekt im Auftrag der Stadt betreut.

Dutzende Tonnen Schutt müssen entsorgt werden, auch aus den Sanitärräumen und dem Wellnessbereich. Das Dampfbad wird zur Schwimmhalle hin verlegt, es kann künftig auch von den Badegästen genutzt werden, erklärt Andrea Behmüller von der Stadtverwaltung. Innensauna und Massagebank bekommen dadurch mehr Platz. Im Frühjahr beginnt der Rückbau der Glasfassade; auch sie wird komplett ersetzt. Konstruktive Defizite haben dazu geführt, dass die Holzbauteile angegriffen sind.

Bis zu fünf Meter tief ist die Baugrube neben dem Hallenbad, sie erstreckt sich in Richtung Parkweg/Ziegengehege. Dort wird, im 90-Grad-Winkel zum Bestand, eine neue, speziell für den Schul- und Vereinssport ausgelegte Schwimmhalle mit separatem Sanitär- und Umkleidetrakt angegliedert. Sie erhält ein 25 mal 12,50 Meter großes Edelstahlbecken mit fünf Bahnen. Der Erweiterungsbau ist eine Stahlbetonkonstruktion; er wird unterkellert und kann sowohl über den bestehenden Sanitärtrakt als auch durch einen separaten Eingang betreten werden.

Zwei Sandlinsen erfordern noch einen Bodenaustausch, berichtet Johann Ebner. „Wenn das Wetter mitspielt, können wir in etwa vier bis sechs Wochen an Beton denken“, sagt er. Die Rohbau- und Spezialtiefbauarbeiten erledigt die Firma Grüner + Mühlschlegel aus Biberach.

Rund 8,3 Millionen Euro Gesamtkosten wurden im Oktober für die Sanierung und Erweiterung des städtischen Hallenbads genannt. Der Bund fördert die Sanierung mit 1,26 Millionen Euro. Anfang 2019 soll das Hallenbad wiedereröffnen.

Die Freibadsaison 2018 fällt wegen der Bauarbeiten aber keineswegs ins Wasser. „Im Februar beschließt der Gemeinderat über die Öffnungszeiten“, sagt Andrea Behmüller. Hallenbad und Freibad werden mit getrennter Technik betrieben.

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