18 000 Euro für fünf Projekte haben in drei Kontinenten Gutes bewirkt

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Ein wenig Ablenkung vom Chaos: Auf dem Viktoriaplatz in Athen betreut Schwester Viktoriya Kovalchuk Flüchtlingskinder. Das Foto
Ein wenig Ablenkung vom Chaos: Auf dem Viktoriaplatz in Athen betreut Schwester Viktoriya Kovalchuk Flüchtlingskinder. Das Foto ist im August 2020 entstanden. (Foto: Jesuiten Flüchtlingsdienst)
Redaktionsleiter
Franz Liesch

18 000 Euro sind aus der SZ-Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude 2019“ in das Verbreitungsgebiet der Schwäbischen Zeitung Laupheim geflossen. Fünf Einrichtungen oder Projekte wurden in ihrer Arbeit mit jeweils 3600 Euro unterstützt. Alle fünf sind auch bei der Aktion 2020 dabei.

Solarstrom für das „Pushpa Home“

Uta und Dankwart Kölle aus Schwendi haben das 2007 in Kalkutta eröffnete „Pushpa Home“, in dem tuberkulosekranke Kinder behandelt werden, maßgeblich initiiert. Unterstützt werden sie von dem Verein „Projekt 36 – Kalkutta-Hilfe“. Das Geld aus der SZ-Weihnachtsspendenaktion 2019 ist ebenso wie die Spende des Vorjahres in den Kauf einer Photovoltaikanlage geflossen, die auf das Dach des Krankenhauses gesetzt wurde und sowohl das „Pushpa Home“ als auch die im selben Gebäude untergebrachte zentrale Apotheke der Hilfsorganisation German Doctors für Kalkutta mit Strom versorgt. „Wir dürfen nach den geltenden Vorschriften bis zu 90 Prozent des erzeugten Stroms für den eigenen Bedarf einspeisen“, erklärt Dankwart Kölle. „Das reduziert unsere Energiekosten deutlich.“ Installiert hat die Anlage ein lokaler Anbieter. Weitgehend stand hielt sie dem Wirbelsturm „Amphan“, der im Mai über Bengalen hereinbrach, weite Landstriche verwüstete und auch Kalkutta mit großer Wucht traf. „Zum Glück hat der Sturm nur ein Panel losgerissen“, berichtet Kölle. „Das ist inzwischen repariert.“

Das Leid der Flüchtlinge lindern

Die Steyler Missionsschwestern wirken seit Jahren in den Flüchtlingscamps in Griechenland. Auch mit den Spenden aus der Aktion „Helfen bringt Freude“ wollen sie das Leid vor allen von Frauen und Kindern lindern. Ein Brennpunkt in Athen ist der Victoriaplatz. Dort sammeln sich Flüchtlinge, die von den Inseln kommen, viele schlafen unter freiem Himmel. Momentan ist dieser Strom wegen des Corona-Lockdowns allerdings versiegt. Die Ordensfrauen nehmen sich der Kinder an und unterrichten sie. Mit dem Geld aus der SZ-Weihnachtsspendenaktion haben sie Schreib- und Unterrichtsmaterialien gekauft und Snack-Pakete für die Kinder mit Brot, Obst und Getränken. Im Tageszentrum des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, mit dem die Steylerinnen kooperieren, können Frauen und Kinder duschen; die Frauen können Kleider waschen, mit einem Sozialarbeiter sprechen oder einfach ein bisschen Ruhe und Trost finden. Diese Hilfen „mögen recht unbedeutend erscheinen, wie ein kleines Pflaster in einem Ozean des Leidens“, schreibt Schwester Maria José Rebelo, Vorsitzende des Euro-Rats. „Und doch wäre der Ozean ohne dieses Pflaster noch größer.“

Jeder Euro hilft dem Mädchenheim

Schwierige Zeiten sind für das Mädchenheim von Pfarrer Johnson Kalathinkal in Kerala/Indien hereingebrochen. Überschwemmungen in zwei Jahren hintereinander führten dazu, dass viele Menschen in der Heimat des Geistlichen, der als katholischer Pfarrer in Mietingen wirkt, ihr Obdach verloren haben. Bauern wurde die Erde mitsamt der Ernte weggeschwemmt. Die Spenden im Umfeld des Mädchenheims versiegten. Im Mädchenheim sind Kinder aus unterprivilegierten Schichten. Sie bekommen durch den Besuch des Internats und der Schule in der Umgebung die Chance, das Reifezeugnis zu erwerben und eine Hochschule zu besuchen. Dem Unterhalt des Heims und der betreuenden Schwestern dient ein Teil der Spendengelder aus Deutschland. „Jeder Euro sichert den Erhalt des Mädchenheims“, sagt Pfarrer Kalathinkal. Zudem muss ein Kredit zurückgezahlt werden. Damit war ein weiteres Stockwerk auf das bestehende Gebäude finanziert worden, um weiteren jungen Leuten die Chance zum Schulbesuch zu geben. Corona hat neuerdings die wirtschaftliche Situation des Mädchenheims weiter erschwert. Seit März sind die Türen zur Schule geschlossen. Das bedeutet Homeschooling im Internat, und dass sich die Kosten für den Lebensunterhalt für die Kinder im Internat erhöhen.

Bau des Wohnheims kann starten

In der namibischen Kleinstadt Okongo hat die Benediktinerschwester Beate Schröter 2017 eine Vorschule gegründet; auf die Unterstützung der Sammelzentrale der „Aktion Hoffnung“ in Laupheim kann sie zählen, und auf die Leserinnen und Leser der SZ. Die Spende aus der Aktion „Helfen bringt Freude 2019“ sollte den Bau eines Wohnheims für 100 Schülerinnen erleichtern, doch das Projekt hat sich wegen Corona verzögert und soll nun Anfang 2021 realisiert werden. „Die Bauplanung ist abgeschlossen, die Genehmigung der lokalen Behörden liegt vor“, berichtet Roman Engelhart, Betriebsleiter der Sammelzentrale. Das Wohnheim soll Mädchen, die aus armen Familien kommen oder Waisen sind, und solchen, die täglich viele Kilometer Schulweg zu Fuß zurücklegen müssen, eine sichere Bleibe sein.

Damit das Schulprojekt weiter gedeiht

Pfarrer Thomas Barungi hat 2006 als Vikar in Laupheim gewirkt und hält bis heute Kontakt, vor allem zur Kolpingsfamilie. Viele Laupheimer unterstützen sein Schulprojekt in Uganda, doch wegen der Corona-Pandemie war die „Blessed Adolph Kolping Foundation“ in Kakumiro heuer Monate geschlossen. Das Geld aus der Aktion „Helfen bringt Freude“ hat dazu beigetragen, die Schule zu erweitern, unter anderem durch eine Kantine und ein Sekretariat. Außerdem arbeitet Barungi daran, die Einrichtung durch das Pflanzen von Bäumen und durch Tierhaltung und Ackerbau unabhängig von wirtschaftlichen und klimatischen Krisen zu machen.

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