Überfüllte Züge am Morgen sorgen für Ärger

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Selbst wenn – wie am Donnerstag – zwei Triebwagen im Einsatz sind, geht es im Berufs- und Schülerzug um 6.53 Uhr ab Laupheim-Sta
Selbst wenn – wie am Donnerstag – zwei Triebwagen im Einsatz sind, geht es im Berufs- und Schülerzug um 6.53 Uhr ab Laupheim-Stadt eng zu. (Foto: Stöferle)
Schwäbische Zeitung

Über teils untragbare Zustände im morgendlichen Zugverkehr zwischen Laupheim und Biberach ärgert sich ein SZ-Leser. Der um 6.53 Uhr am Stadtbahnhof startende Regionalzug komme immer wieder mal mit nur einem statt zwei Triebwagen an, klagt Alexander Stöferle aus Untersulmetingen. Das habe zur Folge, dass der Zug schon in Laupheim proppenvoll sei und etliche Schüler und Berufstätige in Schemmerberg und Warthausen gar nicht mehr zusteigen könnten. Die Bahn entschuldigt sich für die Probleme und begründet sie mit einem Engpass bei der Bereitstellung von Dieseltriebzügen.

Seit neun Jahren pendle er nun schon regelmäßig nach Biberach, erklärt Alexander Stöferle. Die geschilderten Probleme kämen zwar nicht wöchentlich, „aber viel zu oft“ vor. Der 40-jährige Berufsschullehrer wundert sich, warum es der Bahn nicht gelingt, zuverlässig zwei Triebwagen zu dieser wichtigen Zeit zur Verfügung zu stellen.

Ärgerlich sei dies vor allem für die Fahrgäste, die spätestens ab Laupheim keinen Sitzplatz mehr bekommen, noch viel mehr aber für die Schüler und Berufstätigen, die in Schemmerberg und Warthausen nicht mehr zusteigen können. „Die haben dann Pech, verpassen vielleicht wichtige Termine oder Klassenarbeiten und stehen zudem noch lange in der Kälte, bis der nächste Zug kommt“, meint Stöferle. Auch sei es schon vorgekommen, dass defekte Türen am nächsten Tag nicht repariert gewesen seien. „Das sind einfach untragbare Zustände“, klagt er. Im Übrigen sei selbst mit zwei Triebwagen der Zug mitunter so voll, dass die in Schemmerberg und Warthausen zusteigenden Fahrgäste stehen müssten, weil es zu wenige Sitzplätze gibt.

„Wir Bahnfahrer mit Jahres- und Monatskarten fühlen uns im Stich gelassen. Wir erwarten für teures Geld auch einen guten Service“, macht Stöferle klar und fordert die DB Regio auf, „endlich zuverlässig zu sein und genügend Triebwagen bereit zu stellen“.

Bahn peilt „mit Hochdruck“ Verbesserung an

Ein Sprecher der Bahn begründet die Probleme damit, dass derzeit „in Folge eines hohen Schadstands bei den Dieseltriebzügen der Baureihe VT 650 sowie einem Verfügbarkeitsproblem bei Ersatzteilen nicht ausreichend Fahrzeuge für den Betrieb zur Verfügung stehen“. Daher könne die Bahn nicht die notwendige Anzahl an Fahrzeugen bereitstellen. „Wir bitten dafür um Entschuldigung“, erklärte der Sprecher. „Mit Hochdruck arbeiten wir daran, die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu stabilisieren. Bis dahin wollen wir durch den Einsatz von Fahrzeugen anderer Baureihen im Rahmen der Möglichkeiten Ersatz schaffen.“ Aufgrund der erwähnten Ersatzteilproblematik könne man derzeit aber noch keine genaue Prognose abgeben, wann die Dieseltriebzüge der Baureihe VT 650 wieder in vollem Umfang für den Betrieb zur Verfügung stünden.

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