Über den Tod hinaus Laupheim verbunden

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„Die Bürgerstiftung ist auf die Bürger angewiesen“: der Vorstandsvorsitzende Michael Roosz (am Mikrofon) bei der Einweihung der
„Die Bürgerstiftung ist auf die Bürger angewiesen“: der Vorstandsvorsitzende Michael Roosz (am Mikrofon) bei der Einweihung der Erinnerungsstele für Nachlassspender. (Foto: Roland Ray)
Redaktionsleiter

Eine Erinnerungsstele hat die Laupheimer Bürgerstiftung am Samstag im Schlosspark eingeweiht. Damit sollen Menschen geehrt werden, die zu Lebzeiten verfügten, dass aus ihrem Nachlass Geld in das Stiftungskapital fließt.

Aus einem steinernen Baum hat der Steinmetzmeister Fritz Schneider nach einem Entwurf von Mario Bertsch die Stele geschaffen. Der Baum symbolisiere Leben und die Gegenwart, sagte Michael Roosz, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, bei der Einweihungsfeier; die Versteinerung weise in die Vergangenheit und auf gute Taten hin. Die Namen der Nachlassspender werden auf kleinen Schildern an der Stele angebracht – eines gibt es bisher, für Kreszentia Hammermeister.

Die Inschrift auf der Sockelplatte der Stele lautet: „Die Bürgerstiftung dankt allen, insbesondere den oben genannten Nachlassspendern, die zahlreiche Projekte für Laupheim ermöglicht haben.“ Dieser Dank sei zeitlos und weise in die Zukunft, erklärte Roosz – „er fordert jeden auf, sich zu engagieren und zu helfen, unsere Stadt voranzubringen“.

430 000 Euro Stiftungskapital

Auf Initiative der damaligen Bürgermeisterin Monika Sitter hat die Bürgerstiftung 2004 mit 50 000 Euro Stiftungskapital angefangen. Aktuell ist der Grundstock auf 430 000 Euro angewachsen. „Mit den daraus erzielten Zinsen und zahlreichen direkten Spenden haben wir in und für Laupheim bis heute etwa 112 000 Euro an Fördermitteln ausschütten können“, berichtete Roosz. „Eine Summe, die sich sehen lassen kann.“ Unterstützt werden, wie in der Satzung festgelegt, gemeinnützige Vorhaben unter anderem in der Volks- und Berufsbildung, Jugend- und Altenhilfe, in der Kultur und in der Natur- und Landschaftspflege. „Dabei ist die Bürgerstiftung auf die Bürger angewiesen, die ihr helfen, Projekte voranzubringen und das Stiftungskapital zu mehren“, betonte Roosz.

Apropos Natur- und Landschaftspflege: Großzügig haben Laupheimerinnen und Laupheimer im vergangenen Jahrzehnt die Sanierung des Schlossparks unterstützt. Die Bürgerstiftung erklärte sich bereit, zweckgebundene Spenden für eine gezielte Aufwertung des Parks entgegenzunehmen. Der Großteil des Geldes ist verwendet worden, 3200 Euro aber waren bislang stehen geblieben. Diese Mittel sollen nun für den letzten Arbeitsschritt, die Sanierung der hinteren Parkwege, eingesetzt werden. Michael Roosz überreichte OB Gerold Rechle am Samstag einen symbolischen Scheck.

Auch das sei gut angelegtes Geld für das Naturdenkmal Schlosspark, sagte Rechle. Er würdigte das Wirken der Bürgerstiftung – dank ihrer Mithilfe seien schon etlichen Vereinen und Organisationen Flügel gewachsen. Rechle erinnerte an die Sanierung des Salzbüchsle, den Planetenweg, Neupflanzungen im Schlosspark, den Kauf von Defibrillatoren für das DRK, Buchveröffentlichungen und Schulprojekte. Auf das ehrenamtliche Engagement ihrer Bürger könne die Stadt stolz sein. Es sei unbezahlbar.

Menschen, die die Bürgerstiftung in ihrem Nachlass bedenken, stellten damit über den Tod hinaus ihre Verbundheit mit Laupheim unter Beweis, sagte Rechle. Auf diese Weise hinterließen sie sichtbare Spuren, denn „mit ihrer Spende wird die Zukunft Laupheims mitgestaltet“.

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