Laetitia Barnick

„Aus der Balance?! So bringen Sie Körper und Seele wieder in Einklang“, lautete das Thema des Vortrags, den die Heilpraktikerin Karoline Renner am Dienstagmorgen im Wilflinger Gasthaus Löwen hielt. Eingeladen hatten die Landfrauen des Alb-Sprengels gemeinsam mit dem Sozialen Bildungswerks. Doch zuvor klärte Bürgermeister Andreas Schneider in seiner Begrüßung über wichtige Neuentwicklungen der Gemeinde auf.

Ganz pragmatisch, denn ein Bürgermeister kann es sich ohnehin nicht leisten, aus der Balance zu kommen. So informierte Schneider die zahlreichen Landfrauen unter anderem über den Neubau von Kindergarten und -Krippe und den Kampf der Gemeinde in Bezug auf die Problematik des Breitbandausbaus: „Jeder will das Internet, aber keiner ein Loch vor der Haustür!“ Dagegen stünden aber auch positive Entwicklungen wie Investitionen in Niederlassungen und Investitionen der Großunternehmen Walz und Dressler und des Penny Markts. Nach dieser wirtschaftlichen Kurz-Analyse eilte Schneider zum nächsten Termin – nicht ohne wenigstens ein gutes Vesper von den Landfrauen mit auf den Weg bekommen zu haben.

Nachdem Silvia Käppeler, Vorsitzende des Landfrauen-Sprengels Alb, die Reihenfolge der Selbstbedienung am üppigen Frühstücksbuffet organisiert hatte („Wer hat diese Woche Geburtstag? – Der Tisch kommt als erster dran!“, begann Karoline Renner mit ihrem Referat: „Man muss mal über den Stress schwätzen!“ Im Grunde, so die Heilpraktikerin, sei Stress ein außergewöhnlicher Reiz, auf welchen man körperlich reagiere – aber jeder verarbeite eben denselben Reiz ganz unterschiedlich: „Der eine freut sich über den riesengroßen schwarzen Hund, der einem auf der Straße entgegenkommt, der andere erstarrt zur Salzsäule!“

Mit einem Beispiel eigener Praxis veranschaulichte die Heilpraktikerin, wohin negativer Stress führen kann. Eine 40-jährige Patientin, die in einer großen Firma ständig Überstunden machte und abends todmüde ins Bett fiel, konnte nach einigen Monaten vor Herzrasen nicht mehr einschlafen und ist seit einem halben Jahr arbeitsunfähig „Der Burnout zeigt sich als zunächst hoher Aktivismus bis hin zur totalen Erschöpfung – und wenn es weiter in die Tiefe geht, als Depression!“ Aus einer Depression, so Karoline Renner, könne man sich kaum noch aus eigener Kraft befreien, auch, weil diese eventuell zunächst gar nicht als solche erkannt werde.

Schlaflos wegen Schuldgefühlen

So litt eine andere Patientin immer stärker an Schlaflosigkeit, weshalb sie über lange Zeit chemische Schlafmittel konsumierte: „Es braucht lange, bis man von diesem Zug wieder runterkommt!“, weiß die Heilpraktikerin. Erst während der Behandlung mit einer Infusion, die die Heilpraktikerin mit einem tiefer gehenden Gespräch begleitete, kam zutage, an welcher Krankheit die Patientin litt: „Es waren Schuldgefühle, da ihre Tochter sich in einem Ägypten-Urlaub mit einer schwerwiegenden Virus-Infektion infiziert hatte, an der sie beinahe gestorben wäre!“ Erst, nachdem der Grund der Schlaflosigkeit auf diese Weise geklärt war, konnte auch das „Gedankenkarussell der Schuldgefühle“ aufgelöst werden.

Aber die Heilpraktikerin hat auch Lösungsvorschläge dabei, um Körper und Seele wieder in die richtige Balance zu bringen. Prophylaktisch heißt das: „Unserem Körper zuführen, was ihm gut tut, denn manchmal braucht der Körper Unterstützung.“ Trotz Achtsamkeit kann einen die Krankheit erwischen und aus der Bahn werfen – ebenso wie andere Krisen, Arbeitslosigkeit oder Geldsorgen. Vier Phasen gebe es, um Krisen positiv zu durchstehen: Nach dem Nicht-wahrhaben-wollen kämen aufbrechende Gefühle und auch Angst, Burnout und Depression, danach eine Phase der Neuorientierung, das „Licht am Ende des Tunnels“, und schließlich das neue Gleichgewicht, indem man aus der Krise das Beste mache.

Wichtig, so die Referentin, seien die hoffnungsvollen Gedanken während der Krise: „Erinnern Sie sich an schwere Situationen, die Sie durchstanden haben!“ Mindestens ebenso wichtig sei es, unter die Leute zu gehen, sich nicht abzukapseln: „In Selbsthilfegruppen gibt es Menschen mit ähnlichem Schicksal. Es gibt Seniorenclubs, Backkreise und die Landfrauen!“ Letzten Endes habe die überstandene Krise aber auch positive Auswirkungen: „Der Blick auf das ganze Leben verändert sich. Man kann den Alltag besser genießen und seine Prioritäten sinnvoller setzen!“

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