Wetterkapriolen beim Egelfinger Gartenfest

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 Die Gast-Musiker erfrischen sich nach dem Auftritt.
Die Gast-Musiker erfrischen sich nach dem Auftritt. (Foto: Wolfgang Metzger)
Schwäbische Zeitung

Die Trachtenkapelle Egelfingen-Emerfeld hatte zum Gartenfest in den Obst-und Biergarten nach Egelfingen eingeladen. Und so strömten bei herrlichstem Sommerwetter am Sonntagmorgen zahlreiche Besucher auf die Schwäbische Alb, um sich in der Gartenwirtschaft unter schattenspendenden Bäumen und Sonnenschirmen dem kulinarischen Angebot der heimischen Küche hinzugeben. Den in den Medien angekündigten „letzten schönen Sommertag“ wollten sich viele nicht entgehen lassen und reisten, auch mit dem Rad, nach Egelfingen.

So auch die befreundete Musikkapelle aus dem badischen Fautenbach bei Achern, die bereits seit 7 Uhr mit dem Bus unterwegs war, um rechtzeitig zum Frühschoppen anzukommen. Schon bei den ersten Stücken erkannte das Publikum die Qualität der Musiker, die mehr als vier Stunden Blasmusik in verschiedenen Stilrichtungen präsentierten. Dass sie stolz auf ihre Wurzeln sind, zeigten sie beim spielen des „Badnerlieds“ und am Bühnengeländer: Da wurde selbstbewusst eine badische Fahne befestigt.

Einladung nach Baden

Ihr rühriger Vorsitzender stellte seine 2500 Einwohner-Gemeinde immer wieder vor. „Wir liegen an der Linie von St. Petersburg nach Paris, direkt an der französischen Grenze“, erklärte er den Besuchern und lud zu ihrem „Ziwwelfest“ ein. Als Präsent überreichte er Vorstand Matthias Metzger einen Korb mit Zwetschgen und ein Zwetschgenwässerle, in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Viele Gäste kamen aus dem weiten Umland nach Egelfingen, manche bereits seit über 30 Jahren. Auch Oliver und Marianne Sammet aus Jungnau, sie waren erst aus dem Urlaub zurückgekehrt und lasen in der SZ die Einladung zum Gartenfest. Für Marianne war sofort klar: „Da muss ich hin, da kommen die Musiker aus meiner Heimatgemeinde“. Sie stammt aus Fautenbach und ist seit 17 Jahren in Jungnau verheiratet. Auf der Bühne gab es ein großes Hallo, als sie unter den Musikern ihre ehemalige Nachbarin und Bekannte begrüßen konnte. Vroni und Alfred Haas aus Laucherthal lobten hingegen die selbstgebackenen Kuchen, wegen denen sie hauptsächlich mit dem Rad hoch gestrampelt waren.

Ein Fest mit Stammgästen

Die Besucher können in der freien Natur im Schatten der Bäume verweilen, dazu gibt es ausschließlich Livemusik, einen kleiner Vergnügungspark für Kinder, leckeres Essen und Kuchen – das ist es, was das Fest ausmacht. Wohl auch deshalb zählt die Veranstaltung recihlich Stammgäste. Als am Sonntagabend Frank Metzger mit den Jungen Böhmischen die Bühne bespielte, war der Garten voll besetzt. Seine Blasmusik der Spitzenklasse ist seit Jahren ein Garant für einen Besucherandrang.

Der organisatorische Aufwand zur Ausrichtung so eines großen Festes ist für die kleine Albgemeinde mit ihren 140 Einwohnern enorm. „Aber gemeinsam und mit vielen freiwilligen Helfern aus dem Ort und Bekanntenkreis stemmen wir es jedes Jahr wieder“, sagte Maik Schweizer vom Vorstandsteam. Sogar die Kleinsten halfen mit und übernahmen den Leerguttransport auf dem alten „Molkewägele“. Zwar angekündigt, aber schneller als erwartet, zogen am Abend dunkle Wolken auf und ein Platzregen ging nieder. Bei späteren Windböen und Regen zogen sich die Besucher in das Zelt und die Festhalle zurück. Die Musiker mussten ihr Spiel bei den Wetterkapriolen abbrechen.

Dass die Egelfinger spontan sind, zeigte sich, als Vorstand Claus Fritz ankündigte: „Kommt morgen alle wieder, wir stellen am Montag ein zweites Zelt im Garten auf, das schaffen wir schon“. Erst am Freitag in München bestellt, traf es verspätet am Mittag ein. Mit vereinten Kräften wurde es aufgestellt, so dass das Fest schließlich ohne Probleme weitergeführt werden konnte. Trotz des schlechten Wetters kamen viele Gäsund feierten mit der Trachtenkapelle und den Köhler-Musikanten aus Kohlstetten bis spät in die montägliche Nacht.

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