Von Paule Puhmanns Paddelboot zum Stachelschwein

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Erstmals waren die Klassen 1 und 2 in das Programm des musischen Abends der Grundschule Langenenslingen mit eingebunden.
Erstmals waren die Klassen 1 und 2 in das Programm des musischen Abends der Grundschule Langenenslingen mit eingebunden. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Es muss nicht immer ein Musical sein, wenn eine Grundschule zu ihrem musischen Abend einlädt. Wenn wie in Langenenslingen alle Klassen sich vor großem Publikum in der Festhalle präsentieren, spiegelt dies die vielfältige Arbeit im musischen Bereich der Schule wider.

Bereits der originelle Beginn des Musischen Abends weckte das Interesse der vielen Gäste in der Halle, was die vier Klassen aus dem Bereich der Musik sich für den musischen Abend ihrer Schule ausgedacht haben. Texte, Lieder und Instrumentalstücke waren allesamt gut gelernt, passten als Ganzes zusammen und wurden auch durch das disziplinierte Auftreten der Schüler mit viel Beifall belohnt.

Ganz anders gewohnt, traten anstelle des Schulleiters zwei kleine Moderatoren vor den Vorhang der großen Festhalle. In gut gelernten und sprachlich einwandfreien Versen begrüßten Hanna Wachter und Pia Dreher Eltern und Großeltern in großer Zahl, obwohl alle Augen des Publikums nur auf sie gerichtet waren.

Zum ersten Mal waren auch die Klassen 1 und 2 in das Programm des musischen Abends mit eingebunden. Alexandra Dreher, Gabriele Fränkel-Jungwirth und Manuela Siebenrock hatten sich als Klassenlehrerinnen einen hübschen, kindgerechten Melodienblock ausgedacht. Schwungvoll und mit spürbarer Begeisterung hieß es: „Vorhang auf, es geht jetzt los!“ Schließlich wollten die junge Schar in vielen Sprachen in Paule Puhmanns Paddelboot los schippern. Ob mit Paddel an der Seite, ob mit einem Tänzchen an Deck, stets endete jede Strophe in die Feststellung. „Guten Tag, auf Wiedersehn.“

„Hurra, der Sommer ist da“

Bei uns fährt nicht jeder nach Griechenland, stellten die kleinen Urlauber fest, doch auch wir brauchen Sommer, Sonne und Badestrand. So wird jeder Buchstabe des Wortes „Sommer“ einzeln besungen, bis Papa endlich den Urlaubskoffer packt, denn „Hurra, der Sommer, der ist da!“

Den zeitlich größeren Teil des Abends gestaltete der Schulchor mit Carmen Rieger mit einer Auswahl ganz verschiedener Lieder in Text, Melodie und Bewegung. Erstmals dabei war die Orff-AG mit Hermine Reiter, die nicht nur mit rein instrumentalen Beiträgen, sondern auch als Begleitung der Sängerschar sich mit ihren verschiedenen Instrumenten vorteilhaft präsentierte.

So passte die bekannte Weise „Singen wir ein Lied zusammen“ für 40 Mädchen und Buben als klarer Auftakt in Sprache, Singen und Musizieren in Form des Strophenlieds und als Kanon zur spürbaren Freude am gemeinsamen Auftritt. „Geht auch manchmal manches schief, so sing einfach Shalala“, meinte die Sängerschar frohgelaunt, auch zu passender Bewegung.

So wie Wolken sich zu einem „richtigen Wetter“ zusammenbrauen können, wuchs das Spiel der Orff-AG mit Hermine Reiter am Keyboard zu einem rein instrumentalen Vortrag. Wie kann man jedoch nur so launisch sein wie das Wetter?, fragten die Sänger und stellten danach zu Carmen Riegers Gitarre fest: „Wie gut, dass es die Sonne gibt.“

Fußballfans mit ihren Schals

In eine ganz andere Richtung zielte der Fußball-Song der singfreudigen Schar. Viele lieben Fußball und ihren Verein. Sie zeigten dies mit Schals ihrer Lieblingsvereine - diereichen von Andelfingen über den SSV Ulm bis hin zu Bundesliga-Vereinen.

Doch nicht alle lieben Fußball. Viel Spaß gibt es auch beim Kuckuck, der auf einem Baum sitzt. Zarte Zwischenspiele aus der Orff-AG passten zur jugendlichen Moderation. Doch wer denkt schon an ein Stachelschwein im Wald, auch wenn es ein ach so süßes Schweinchen ist? Hübsche Zauberzwerge mit ihren lustigen Zipfelmützen gibt es nicht nur im Lande Zimbi, doch ob das alles stimmt, was in der gelungenen Verbindung mit der Orff-AG vorgetragen wird? Auch das „Jimba papaluschka“ sollte zu Singen und Sich-Bewegen anregen, denn „so vergeht die Zeit im Nu.“

Text- und bewegungssicher

Die vielen Zuhörer, unter ihnen Bürgermeister Andreas Schneider, hatten ihre Freude an der Vielfalt des diesjährigen musischen Abends und sparten nicht mit Beifall. Dies band Rektor Matthias Zieger in seinen Dank an die jungen Akteure ein: „Ihr habt es ganz toll gemacht!“ Chor und Orff-AG agierten sehr text- und bewegungssicher. Die Freude der Schüler spiegelt sich in ihrem Können wider. Zu einer kleinen Süßigkeit für die Schüler und Blumen für die Lehrerinnen passte als Abschluss: „Gib mir deine Hand” , denn nur im Zusammenwirken vieler Hände könne ein Gesamtwerk wie der Musische Abend der Schule entstehen.

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